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Marburg Der neue Star am Landestheater ist ein Therapiehund
Marburg Der neue Star am Landestheater ist ein Therapiehund
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09:00 05.09.2021
Die Beleuchtungschefin des Hessischen Landestheaters Delia Naß strahlt: Die Hündin Haze passt künftig auf sie auf.  
Die Beleuchtungschefin des Hessischen Landestheaters Delia Naß strahlt: Die Hündin Haze passt künftig auf sie auf.   Quelle: Foto: Uwe Badouin
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Marburg

Sie ist der neue, kleine Star am Hessischen Landestheater Marburg (HLTM): Haze, vier Monate jung und ungemein freundlich. Die Kolleginnen und Kollegen von Delia Naß am HLTM haben die junge Hündin, einen Labradoodle, der einmal ziemlich groß werden wird, sofort ins Herz geschlossen. Sie haben schließlich auch einiges dafür getan, dass Delia Naß ihren Traumhund bekommt. Und Haze ist nicht irgendein Hund.

Delia Naß ist Lichtchefin am Landestheater. Sie ist Diabetikerin vom Typ I und hat eine sogenannte Unterzuckerungs-Wahrnehmungsstörung. Das bedeutet: Ihr Sensor meldet sich zu spät. Dies hat bedrohliche Folgen: Weil sie oft unterzuckert, hat sie bisher acht Mal das Bewusstsein verloren. Dies kann Organe schädigen und sogar tödlich enden.

Die kleine Haze wird nun ihr Therapiehund. Möglich wurde dies durch eine großartige Spendenaktion, die ihre Kolleginnen und Kollegen am HLTM ins Leben gerufen hatten. Im Juli gab es eine Benefizshow auf der Freilichtbühne – mit dabei waren viele aktuelle und ehemalige Ensemblemitglieder. „Ihre wunderbare Crew“, wie Delia Naß ihr Team hinter den Kulissen nennt, half selbstverständlich mit. Auch unterstützt von dem Verein „Alsfeld erfüllt Herzenswünsche“ wurden bislang rund 20 000 Euro gesammelt.

So teuer wird die Ausbildung von Haze, die ihr schon jetzt nicht mehr von der Seite weicht. Während Haze mit einem Ball spielt, sich tiefenentspannt das Treiben bei der Spielzeitbegrüßung am Donnerstag anschaut oder generös Streicheleinheiten entgegennimmt, strahlt Delia Naß über ihr „Baby“. „Haze ist ganz liebenswert, wahnsinnig klug und hat alle Herzen erobert“, sagt sie.

Haze wurde bereits getestet, ob sie die Anforderungen erfüllen kann, etwa auf unterschiedliche Sauerstoffgehalte im Blut von Delia Naß reagiert und dies meldet. Sie kann es. Zudem könne sie auf Depressionen reagieren und auf Epilepsie, sagt Delia Naß.

Haze wird jetzt zwei Jahre lang ausgebildet – von Delia Naß und einer Trainerin für Therapiehunde. „Ich fühle mich großartig“, sagt die Lichtchefin. „Haze ist das Beste, was mir je passiert ist.“

Seit drei Wochen ist Haze bei ihr und schon jetzt scheint klar: Die beiden sind ein tolles Team. Sie dürfe sich nie weit von Haze entfernen. Drei Sekunden, mehr lasse die Hündin nicht zu, sagt Delia Naß lächelnd. Das heißt für die Zukunft. Haze ist immer dabei – wird also ein echter Theaterhund, der viele Proben und viele Aufführungen erleben wird.

Von Uwe Badouin

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