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Marburg Tödliche Globuli: Eine Apothekerin ermittelt
Marburg Tödliche Globuli: Eine Apothekerin ermittelt
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15:58 06.04.2021
Der Autor Jürgen Seibold hat einen Marburg-Krimi geschrieben.
Der Autor Jürgen Seibold hat einen Marburg-Krimi geschrieben. Quelle: Stefanie de Buhr
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Marburg

Seit Jahren erleben sogenannte Regionalkrimis einen Boom in der deutschen Literaturszene. Erfolgreiche Beispiele sind die Alpenkrimis von Nicola Förg oder Jörg Maurer oder die Eifelkrimis von Jaques Berndorf. Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen.

Jetzt hat auch Marburg eine neue Ermittlerin

Jetzt hat auch Marburg eine neue Ermittlerin – zumindest für einen Krimi. 2019 betrat die Apothekerin Maja Ursinus die deutsche Krimi-Landkarte. In „Schwarzer Nachtschatten“ ermittelte sie in München. In „Rote Belladonna“ verschlägt es sie nun nach Marburg. Ihr Großonkel bittet sie, sich einmal in der Salus-Apotheke umzusehen. Es geht – wie in ihrem ersten Fall – um einen Giftmord.

Der Autor Jürgen Seibold lebt in Süddeutschland. Bekannt wurde er mit Musikerbiografien, bevor 2007 sein erster Regionalkrimi „Endlich ist er tot“ erschien. Sechs weitere Krimis aus dem schwäbischen Rems-Murr-Kreis vor den Toren der Großstadt Stuttgart folgten. 2013 startete im Piper-Verlag mit „Rosskur“ eine neue Krimiserie, die im Allgäu spielt.

Spezialgebiet: Pflanzliche Wirkstoffe

Krimis und Thriller haben den ehemaligen Journalisten Seibold nicht mehr losgelassen. Und immer wieder wählt er auch ungewöhnliche „Ermittler“ wie den Bestatter Gottfried Froehlich oder die junge Apothekerin Maja Ursinus, eine gut aussehende, sportliche Frau Anfang 30. Ihr Spezialgebiet: pflanzliche Wirkstoffe.

In Marburg stirbt in „Rote Belladonna“ in einer Wohnung am Marktplatz eine alte Frau. Sie hat Globuli eingenommen. Doch das homöopathische Mittel war offensichtlich extrem überdosiert und somit vergiftet mit dem Atropin der Nachtschattenpflanze Belladonna. Beliefert wurde die alte Frau normalerweise von der Salus-Apotheke von Elisabeth Wenderoth.

Tod verbreitet sich wie ein Lauffeuer

In Marburg verbreitet sich der Tod der alten Frau wie ein Lauffeuer. Die Nachricht hat erhebliche Auswirkungen auf die Nachfrage in der Apotheke, die sich auf die Herstellung homöopathischer Medikamente und Mixturen spezialisiert hat. Hat die Apothekerin etwas mit dem Tod der alten Frau zu tun? Hat eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter der Apotheke einen gravierenden Fehler gemacht? War es Absicht oder ein Versehen? Oder stecken ganz andere Motive hinter dem Verbrechen?

Bald rückt ein zweiter Fall mit vergifteten Globuli in den Fokus, die ebenfalls aus der Salus-Apotheke stammen sollen. Die von ihren Kunden verehrte und von Gegnern von Naturheilmitteln als Kräuterhexe beschimpfte Apothekerin wird zur Verdächtigen.

Im Mittelpunkt des routiniert geschriebenen Krimis steht die junge, sympathische Apothekerin Maja Ursinus. Ihrem Großonkel zuliebe, der ein alter Freund der Marburger Apothekerin ist, macht sie sich von München auf in das kleine beschauliche Marburg. In der Apotheke wird sie als neue Mitarbeiterin eingeführt. Dort ermittelt sie im Grunde undercover. Die Kriminalpolizei, die normalerweise derartige Fälle löst, spielt in diesem Roman erst später und dann eine eher untergeordnete Rolle.

Auch Wehrda und Cölbe finden Erwähnung

Marburg ist Kulisse des Krimis. Doch er könnte im Grunde in jeder beliebigen Stadt spielen. Heimische Leserinnen und Leser merken bald, dass der Autor die Universitätsstadt nur oberflächlich kennt, auch wenn er Orte und Stadtteile wie Wehrda, Cölbe und natürlich die Altstadt in die Handlung einflicht und auch versucht, die sehr spezielle Atmosphäre einer Stadt einzufangen, die von Studierenden geprägt ist. Doch das schadet eigentlich nur am Rande, denn der Fall ist spannend. Und Marburg rückt dadurch bei deutschen Krimifans in den Blick.

Jürgen Seibold: „Rote Belladonna“, Piper-Verlag, Taschenbuch, 272 Seiten, 11 Euro.

Von Uwe Badouin

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