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Marburg Neuer Haupteingang für alte Uni?
Marburg Neuer Haupteingang für alte Uni?
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11:55 15.01.2020
Die Alte Universität am Fuße des Schlossbergs ist der prächtigste Bau der Philipps-Universität, braucht aber ebenso wie das Landgrafenschloss eine Sanierung. Quelle: Archiv
Marburg

Die Alte Universität ist schon jetzt ein imposanter Bau. Das Gebäude, in dessen Innerem sich unter anderem der Fachbereich Evangelische Theologie und die Alte Aula befinden, zieht bei Stadtrundgängen viele bewundernde Blicke von Marburg-Besuchern auf sich. Mitunter wird das Gebäude aufgrund der vielen Verzierungen mit Giebeln und Türmchen als „Hogwarts von Marburg“ bezeichnet.

Doch das Vorzeigegebäude der Universität benötigt wie manch anderes historische Gebäude vor allem im Inneren eine Generalüberholung, und auch ein teil der notwendigen Dachsanierung steht noch aus, erzählte die Marburger Uni-Präsidentin Professorin Katharina Krause im Gespräch mit der OP.

Und was wäre schöner, als wenn die Sanierung spätestens zum Uni-Jubiläum im Jahr 2027 über die Bühne gegangen wäre? Für dieses Ziel versucht die Präsidentin einiges in Bewegung zu setzen. Denn sie weiß auch, dass momentan für die Gesamtsanierung noch kein Geld zur Verfügung steht.

Es gibt gleich ein ganzes Bündel von Ideen für eine bauliche Aufwertung der Alten Universität, wie die Präsidentin der OP berichtete. „Es wäre schön, Dinge rückgängig zu machen, die bei der letzten Sanierung falsch gemacht wurden“, erklärt die Präsidentin. Als Beispiel nennt sie vor allem die Verlegung des Haupteingangs. Dieser lag einst dort, wo sich eigentlich die Schokoladenseite der Alten Universität präsentiert – also am Aufgang der sich an den Weg von der Weidenhäuser Brücke über die Untergasse anschließt.

Ein Relikt des damaligen Haupteingangs sind die noch vorhandenen Treppenaufgänge, die aber ins Nichts führen. Geht man dort die Treppen hoch, dann steht man vor verschlossenen Türen. Zudem könnte die Fassade auch optisch noch eine Aufbesserung verdienen.

Eine Wiederherstellung des Eingangs an dieser Stelle könnte nach Ansicht von Krause die ­Alte Universität wieder mehr zur Stadt Marburg hin öffnen und wäre repräsentativer als der jetzige Haupteingang, der früher ein Nebeneingang war.
Und im Inneren des Gebäudes könnte sich Krause auch noch eine weitere Anpassung an einen früheren Zustand vorstellen: dabei geht es um den Kreuzgang, der früher ähnlich wie in Klöstern ein überdachter Garten-
ähnlicher Wandelgang war.

Abgesehen davon geht es aber auch noch um grundsätzliche Verbesserungen in der Infrastruktur.

„Wir streben nach wie vor eine Lösung an, um den barrierefreien Zugang zu den Sanitäranlagen zu gewährleisten“, betont Krause. Denn die Toiletten befinden sich nach wie vor im Kellergeschoss und sind für Rollstuhlfahrer immer noch nicht zugänglich.

von Manfred Hitzeroth