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Marburg Neuer Fachdienst Corona bleibt erhalten
Marburg Neuer Fachdienst Corona bleibt erhalten
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21:00 17.02.2022
Die Zahlen dürfen nicht direkt mit den Einwohnern des Landkreises Marburg-Biedenkopf gleichgesetzt werden, weil sich auch zahlreiche Menschen aus den Nachbarkreisen hier impfen ließen und umgekehrt.
Die Zahlen dürfen nicht direkt mit den Einwohnern des Landkreises Marburg-Biedenkopf gleichgesetzt werden, weil sich auch zahlreiche Menschen aus den Nachbarkreisen hier impfen ließen und umgekehrt. Quelle: Grafik: Landkreis, Repro: OP
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Marburg

Marian Zachow, Erster Kreisbeigeordneter, und die stellvertretende Leiterin des Gesundheitsamts Dr. Constanze Schul wollen keine Spielverderber sein, aber sie wollen auch nicht leichtfertig in den Chor jener mit einstimmen, die glauben, Corona sei nur noch eine Angelegenheit von Wochen.

Sicher werde es im Frühling und Sommer spürbar besser gehen, aber das Virus werde nicht einfach verschwinden, sondern er werde spätestens im Herbst wieder ein großes Thema werden.

„Wir werden uns darauf vorbereiten und auch in der Zwischenzeit alles tun, um eine mögliche Welle zum Ende des Jahres so gering wie möglich ausfallen zu lassen“, sagt Zachow.

Trotz rückläufiger Impfzahlen werde man nicht nachlassen, Impfangebote zu machen. Gerade mit den niederschwelligen mobilen Angeboten erreiche das Gesundheitsamt in den Randbereichen und kleineren Ortschaften des Landkreises zudem nach wie vor Personen mit erschwertem Zugang zu stationären Impfangeboten.

Ein besonderes Lob sprach Zachow Rebekka Knitschke für ihren Einsatz aus. Knitschke ist die ärztliche Leiterin des mobilen Impfens vom Gesundheitsamt. Ihr Engagement trage maßgeblich zu dem regelmäßigen und unkomplizierten Impfangebot durch das Gesundheitsamt bei. Zudem hob Zachow die gute Zusammenarbeit mit den Partnern Johanniter Unfallhilfe, Regionalverband Mittelhessen, sowie dem DRK Kreisverband Marburg-Gießen hervor.

Appell von Zachow, sich impfen zu lassen

„Die Impfung gegen das Corona-Virus bietet noch immer den besten Schutz für sich und andere Menschen, um schwere Krankheitsverläufe zu vermeiden. Zudem bieten sie einen Ausweg aus dieser nun schon so lange andauernden Pandemie und den damit einhergehenden Einschränkungen“, macht Zachow deutlich. Auch wenn die aktuell vorherrschende Virusvariante „Omikron“ vergleichsweise mildere Verläufe zur Folge habe, gebe es keine Garantie für einen leichten Verlauf bei einer Ansteckung.

„Deshalb appelliere ich an alle Bürgerinnen und Bürger, die sich bisher noch nicht haben impfen lassen, dies nun nachzuholen“, betont Zachow. Auch die Auffrischungsimpfung, die sogenannte Booster-Impfung, bleibe ein wichtiges Werkzeug, um die Schutzwirkung vorangegangener Impfungen aufrechtzuerhalten.

Der Landkreis behält mit seinem Gesundheitsamt den eigens in der Pandemie eingerichteten Fachdienst Corona mindestens bis 2023 bei. „Das zeigt, dass wir vorausschauend planen, um, wenn nötig, vor die Lage kommen zu können“, betont Zachow.

Der Fachbereich Corona wurde aufgebaut, um den Anforderungen besser gerecht werden zu können. Es wurde dafür gezielt Personal eingestellt, damit das Gesundheitsamt sein eigenes Personal auch für alle weiteren Grundaufgaben vorhalten konnte. In Spitzenzeiten wurden die Mitarbeiter des neuen Fachbereichs noch unterstützt von Personal aus den Verwaltungen des Kreises und der Stadt Marburg sowie Studenten und Studentinnen und Bundeswehrsoldatinnen und -soldaten. Dies habe dazu geführt, dass das Gesundheitsamt lückenlos arbeiten und an den Wochenenden Meldungen über die Fälle weitergeben konnte und Menschen auch an Feiertagen Ansprechpartner fanden. Nur in den vergangenen Wochen sei auch das schwierig geworden. Bei 900 neuen Fällen an einem Tag sei dann auch mal die Grenze überschritten, meint Dr. Constanze Schul.

Neuer Impfstoff für Pflege und medizinische Einrichtungen

Das Gesundheitsamt rechnet aktuell damit, dass es den neuen Corona-Impfstoff Nuvaxovid ab Anfang März verimpfen kann. Abhängig ist dies von der Lieferzeit durch den Bund sowie der Verfügbarkeit. Ein definitives Lieferdatum ist dem Gesundheitsamt aktuell noch nicht bekannt. Sobald der Impfstoff dem Gesundheitsamt zur Verfügung steht, wird er eingesetzt. Vorrangig wird das Gesundheitsamt den Impfstoff zunächst Beschäftigten in medizinischen Einrichtungen sowie Einrichtungen der Pflege anbieten. Denn für diese gilt ab 15. März 2022 eine einrichtungsbezogene Impfpflicht. Für diese sind aktuell nicht öffentliche Impfangebote geplant. „Die Risiken in diesen Bereichen wären ohne Impfpflicht erheblich. Gerade weil die Impfquote noch zu niedrig ist. Der neue Impfstoff macht dabei ein zusätzliches Angebot möglich“, sagt Zachow. Anschließend wird es für alle interessierten Bürgerinnen und Bürger ein öffentliches Impfangebot geben.

Eine Übersicht über die bisher geplanten Impfaktionen des Gesundheitsamtes mit mobilen Teams findet sich auf der Homepage des Kreises auf www.marburg-biedenkopf.de/impfangebote

Von Götz Schaub

17.02.2022
17.02.2022
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