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Marburg Neue Wege zur Reparatur
Marburg Neue Wege zur Reparatur
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17:56 13.11.2020
Die Experten vor Ort kümmern sich beim Repair-Café um die defekten Geräte und sorgen so in vielen Fällen dafür, dass diese nicht unnötig entsorgt werden müssen.
Die Experten vor Ort kümmern sich beim Repair-Café um die defekten Geräte und sorgen so in vielen Fällen dafür, dass diese nicht unnötig entsorgt werden müssen. Quelle: Sascha Valentin
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Landkreis

Eine gute Idee lässt sich auch von einem Virus nicht bezwingen und offensichtlich halten die sogenannten Reparateure also Elektriker, Fahrrad- und Nähmaschinenmechaniker oder Elektroniker, überhaupt Handwerker aller Fachrichtungen, die Werkstätten namens Repair-Café für sehr gute Einrichtungen.

Denn warum Geräte entsorgen, wenn sie wieder funktionsfähig gemacht werden können, lautet die in den Niederlanden entstandene Grundidee der nachhaltig wirkenden Repair-Cafés.

In den vergangenen Jahren entstanden im Landkreis mehrere solcher Hilfsstellen. Dort fanden die Besitzer von Alltagsgegenständen, die einen Defekt hatten, Hilfe und konnten sie unentgeltlich reparieren lassen – wenn ein dementsprechender Experte vor Ort war.

Ob in Betziesdorf, Cappel, Cölbe oder Dautphetal warteten die ehrenamtlichen Reparateure und halfen, defekte Nähmaschinen oder Computer und vieles andere mehr wieder zum Laufen zu bringen.

Hilfe gibt’s per E-Mail

Doch seit die Restriktionen im Zuge der Corona-Pandemie gelten, sind die Bürger- und Dorfgemeinschaftshäuser geschlossen und somit auch die Repair-Cafés. „Die vorgeschriebenen Abstände sind schlichtweg nicht einzuhalten“, begründet Udo Kamm die Absagen. Dabei wurde das Repair-Café, das seit Oktober 2014 etwa 25 Mal in der Dautphetalschule stattfand, immer gut genutzt. Meistens waren rund 30 Helfer für vier Stunden vor Ort, um zu reparieren.   

Wenn ein Repair-Café stattfand „war die Hütte immer voll“, erinnert sich Heinz-Dieter Unverzagt, der Computer wieder zum Laufen brachte. Er findet die Idee, Dinge im Sinne des Umweltschutzes wiederherzustellen und weniger Müll zu verursachen, „eine gute Sache“ und würde sofort wieder mitmachen. Derzeit hält der Hommertshäuser den Gedanken der Nachhaltigkeit aufrecht, indem er bei Anfragen seine Hilfe soweit es geht nicht versagt.

Was in der Gemeinde Dautphetal auf Initiative Einzelner am Leben erhalten wird, findet in Kirchhain organisiert statt. Dort hält Johannes Kirschning, bei der Stadt unter anderem für die Sozialwesenarbeit zuständig, die Fäden in der Hand. Nachdem das letzte Repair-Café im September stattfand, entschloss man sich in der Ohmstadt eine Anregung aus dem Frühjahr umzusetzen.

Cölbe bietet ab 14. November Video-Chat

Seitdem laufen unter der E-Mail-Adresse  j.kirschning@kirchhain.de die Anfragen zu Reparaturen ein, die Kirschning an einen der Reparateure, zum Beispiel eine Näherin oder gar einen Zimmermann, weiterleitet. Mit den Angaben was zu reparieren ist entscheidet der Reparateur, ob er den Auftrag übernehmen kann, und kontaktiert den Hilfesuchenden, um zu klären, ob ein Treffen unter Corona-Bedingungen stattfinden kann. Am „Repair-Café unterwegs“ wirken vier der ursprünglich 15 Reparateure mit. „Es geht alles etwas langsamer“, bekennt Kirschning, „aber es ist gut, dass überhaupt etwas stattfindet“.

Einen anderen Weg zu Reparaturen zu kommen bietet das Repair-Café Cölbe erstmals ab Samstag, 14. November, und dann jeden Samstag von 14 bis 15 Uhr an. Per Video-Chat bieten Experten und Tüftler Hilfe für die Reparatur von defekten Gegenständen an. Geboten werden eine gemeinsame Fehlersuche und das Finden von Lösungen. Voraussetzung sind ein Smartphone oder Computer mit Kamera, mit dem man sich mit folgendem Link  https://meet.studiumdigitale.uni-frankfurt.de/RepairCafeCoelbeOnline einwählen kann.

Weitere Infos und eine kurze Anleitung gibt es auch unter  www.repaircafe-coelbe.de , oder per E-Mail an  repaircafe@gabriele-henkel.de oder unter Telefon 0151/5743-7338.

Von Gianfranco Fain