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Marburg Lust auf Bildung
Marburg Lust auf Bildung
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14:00 01.12.2021
Professorin Kati Hannken-Illjes will Universitäts-Vizepräsidentin für das Ressort Bildung werden.
Professorin Kati Hannken-Illjes will Universitäts-Vizepräsidentin für das Ressort Bildung werden. Quelle: Manfred Hitzeroth
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Marburg

Sie soll Vizepräsidentin für das Ressort Bildung an der Marburger Universität werden. „Es reizt mich, den angestoßenen Prozess der Studienstrukturreform weiterzuführen“, sagte Hannken-Illjes im Gespräch mit der OP. Die Umsetzung dieser im Sommersemester endgültigen Reform der Bachelor-Studiengänge würde sie bei ihrer Wahl zur Vizepräsidentin von der bisherigen Amtsinhaberin Professorin Evelyn Korn übernehmen. Im Mittelpunkt steht dabei die Idee, das Bachelor-Studium für die Studierenden attraktiver zu gestalten.

Zum neuen Konzept gehört vor allem, dass jetzt zusätzlich zu jedem Hauptfach auch ein Nebenfach studiert werden kann. Damit wiederum nähert sich die Studienstruktur wieder eher dem Konzept der Magisterstudiengänge an. „Das ist aber keine Rolle rückwärts“, meint Kati Hannken-Illjes. Sie freut sich als Vertreterin eines „kleinen Fachs“ vor allem darüber, dass die kleinen Universitäts-Fächer in der neuen Studienstruktur wieder eine größere Bedeutung erhalten.

Kernbestandteil des neuen Studiums ist außerdem, dass 18 von 180 Leistungspunkten – also 10 Prozent in einem Bachelor-Studium – künftig aus frei wählbaren Bereichen kommen sollen. „Wir trauen den Studierenden zu, über den Tellerrand hinauszuschauen“, meint Hannken-Illjes. Im Lehr- und Lernprojekt „Marburg Skills“ steht im Vordergrund, dass Marburger Studierende Fähigkeiten zur Lösung von Zukunftsproblemen erwerben.

Prozesse weiterführen

An den Vorarbeiten für die Erarbeitung dieses „Marburg Skills“-Moduls arbeitete die designierte Vizepräsidentin bereits selber in den vergangenen Jahren in einer Runde der Studiendekane in der Arbeitsgemeinschaft „Schlüsselkompetenzen“ mit. „Es reizt mich, die angeschobenen Prozesse weiterzuführen“, sagt sie der OP.

Gedanklich ist sie schon jetzt mit Vorbereitungen für die operative Umsetzung der Reform beschäftigt. Im kommenden Wintersemester soll es losgehen. „Wir gehen erst mal nicht mit allen Fächern an den Start. Die Prozesse brauchen Zeit und Geduld“, weiß Hannken-Illjes. Wichtig sei es deswegen, mit einer Kommunikations-Offensive nach innen und nach außen ab dem neuen Jahr für die neu konzipierten Studiengänge zu werben.

Neuer Ressortname

Auch bei der Bezeichnung des Vizepräsidenten-Amtes gab es übrigens eine Mini-Reform: Nach dem Willen von Professor Thomas Nauss, der im Sommer zum neuen Präsidenten gewählt wurde, wurde das Ressort „Studium und Lehre“ in das Ressort „Bildung“ umbenannt. Kati Hannken-Illjes kommt damit gut zurecht. Immer mehr stehe künftig die Frage im Fokus, welche Art von Bildung an der Universität vermittelt werde, meint sie. Studierende sollten auf jeden Fall genügend Freiraum erhalten, um ihre Persönlichkeit zu entwickeln, meint Hannken-Illjes. Das Studium solle nicht nur als Vorbereitung auf den Arbeitsmarkt dienen, sondern auch zur Mitwirkung in einer demokratischen Gesellschaft befähigen.

Als Vizepräsidentin würde die 49-jährige Wissenschaftlerin in den kommenden drei Jahren bis auf die Mitwirkung an einem Forschungsprojekt zum Thema Medizin-Kommunikation ihre Aufgaben in der Sprechwissenschaft ruhen lassen. „Das fällt mir sehr schwer. Gleichzeitig reizt es mich auch, etwas Neues auszuprobieren“, sagt Kati Hannken-Illjes.

Am 8. Dezember steht die Vizepräsidenten-Wahl an. Für die vier Posten stehen neben Hannken-Illjes drei weitere Wissenschaftler der Universität zur Wahl an. Die weiteren Bewerber wird die OP in den nächsten Tagen vorstellen.

Von Manfred Hitzeroth