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Marburg Steinmühle will Sporthalle auch Vereinen öffnen
Marburg Steinmühle will Sporthalle auch Vereinen öffnen
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17:59 19.04.2022
Für die neue Sporthalle an der Steinmühle zahlt die Stadt Marburg dem Trägerverein der Schule einen Zuschuss von 300 000 Euro. Einen symbolischen Scheck überreichte Stadträtin Kirsten Dinnebier (zweite von links) mit Sportamtsleiter Björn Backes (links) an den Vorsitzenden des Vereins Steinmühle, Egon Vaupel, und Geschäftsführer Dirk Konnertz (rechts). 
Für die neue Sporthalle an der Steinmühle zahlt die Stadt Marburg dem Trägerverein der Schule einen Zuschuss von 300 000 Euro. Einen symbolischen Scheck überreichte Stadträtin Kirsten Dinnebier (zweite von links) mit Sportamtsleiter Björn Backes (links) an den Vorsitzenden des Vereins Steinmühle, Egon Vaupel, und Geschäftsführer Dirk Konnertz (rechts).  Quelle: Stefan Dietrich
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Marburg

Nach den Osterferien werden viele Schülerinnen und Schüler der Steinmühle mit besonderer Begeisterung zum Sportunterricht gehen: Die von einem Verein getragene Schule hat eine neue Zwei-Felder-Halle bauen lassen, die nach den Ferien zur Verfügung stehen wird. Doch nicht nur die Schule soll von der neuen Sporthalle profitieren. „Wir können mit Selbstbewusstsein sagen, sie ist ein Gewinn für die Stadt“, sagte der Vorsitzende des Trägervereins Steinmühle e.V., Egon Vaupel, am Dienstag in der fast fertigen Halle.

Weil die Stadt das ebenso sieht, unterstützt sie den Neubau mit einem großzügigen Zuschuss: Stadträtin Kirsten Dinnebier (SPD) überreichte im Beisein von Sportamtsleiter Björn Backes einen symbolischen Scheck von 300 000 Euro an den Verein.

„Das ist viel Geld“, sagte Vaupel, „aber wenn ich zusammenfasse, was zurückfließt an die Stadt und in die Stadtgesellschaft, können wir es mit Selbstbewusstsein entgegennehmen, weil wir mehr als 300 000 Euro zurückgeben.“ Dinnebier stimmte ihm zu: „Wenn wir hier eine neue Zwei-Felder-Halle haben, kommt das in der Tat dem gesamten Schul- und Vereinssport in Marburg zugute.“

Durch den inklusive Ausstattung rund 3,75 Millionen Euro teuren Neubau werden zum einen Kapazitäten in der Cappeler Sporthalle frei. Dahin war die Steinmühle bisher für wöchentlich 16 Stunden Sportunterricht ausgewichen. Zusätzlich stellt das Gymnasium seine neue Halle täglich ab 17 Uhr der Öffentlichkeit zur Verfügung – vor allem für „Menschen, die Barrierefreiheit benötigen“, wie Vaupel sagte, also für den Behindertensport.

Neubau soll innerhalb weniger Monate fertig sein

„Insbesondere für die erfolgreiche Zusammenarbeit mit unseren Kooperationspartnern Sportfreunde Blau-Gelb Marburg und der Blista schaffen wir exzellente Voraussetzungen“, sagte Schul-Geschäftsführer Dirk Konnertz. Die neue Sporthalle ist barrierefrei und mit kontrastreichen Farben gestaltet, so dass sich auch Sehbehinderte gut orientieren können.

Das ist nicht die einzige Besonderheit der neuen Halle. Sie ist außerdem – wie alle Neubauten der Steinmühle – nach Niedrig-Energiestandards und in Holzständer-Bauweise errichtet worden. Lediglich die Bodenplatte ist aus Beton. Der Schwingboden der Halle ist aus Hartholz-Eiche-Sportparkett.

Auch das hat ökologische Vorteile, erläuterte Vaupel: Das Holz sei nicht nur ein Naturprodukt, man könne es auch dreimal abschleifen, wenn es beschädigt ist. Ein Teil der Wände sowie die Dachfläche über den Sanitär- und Geräteräumen soll begrünt werden, auf dem Hallendach wird eine Solaranlage installiert, ergänzte Konnertz. Besondere Auflagen galten für den Neubau außerdem, weil er sich im Hochwassergebiet befindet.

Die nachhaltige Bauweise sei auch wichtig, um den Schülerinnen und Schülern in ihrer Lebenswelt zu zeigen, wie Umwelt- und Klimaschutz aussehen kann, betonte Vaupel. Ein zusätzlicher Vorteil der Holzbauweise: Der Neubau ist innerhalb weniger Monate fertig. „Es ist ein Bauvorhaben, wie ich noch keines erlebt habe“, meinte Vaupel. „Wir hatten die Baugenehmigung im August, und jetzt nach den Osterferien können wir es an die Schüler übergeben.“

Angesichts von mittlerweile 800 Schülerinnen und Schülern habe die alte Sporthalle der Steinmühle nicht mehr ausgereicht, um der Bedeutung von Bewegung für die Bildung gerecht zu werden, sagte Vaupel. Die alte Halle aus den 1950er-Jahren soll saniert und weiter genutzt werden.

Von Stefan Dietrich

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