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Marburg Neue Runde im Michelbacher Windkraft-Poker
Marburg Neue Runde im Michelbacher Windkraft-Poker
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12:00 04.10.2021
Der Bau einer Windkraftanlage bei Michelbach rückt langsam näher.
Der Bau einer Windkraftanlage bei Michelbach rückt langsam näher. Quelle: Archivfoto
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Marburg

Der Bau einer Windkraftanlage bei Michelbach rückt langsam näher. Wie der Sprecher des Regierungspräsidiums, Oliver Kessler, der OP auf Anfrage mitteilte, liegt inzwischen ein Antrag auf Erteilung einer immissionsschutzrechtlichen Genehmigung der UKA für eine Windenergieanlage in Marburg-Michelbach (WEA Görzhausen) vor.

Die Vorprüfung hat aber laut Kessler ergeben, dass der Antrag noch nicht vollständig ist. Danach werden die Fachbehörden im Rahmen der Vollständigkeitsprüfung beteiligt. „Die Untersuchungen im Windenergieprojekt bei Görzhausen haben sehr vielversprechende Resultate ergeben“, sagt Benedikt Laubert, Sprecher des Projektierers UKA in Meißen der OP. Das Projekt könne nach Einschätzung von UKA „wirtschaftlich und im Einklang mit Mensch und Umwelt umgesetzt werden“, sagte Laubert. Wann die Antragsunterlagen vollständig sind, wann also das Genehmigungsverfahren in die heiße Phase geht, teilten weder der RP noch UKA mit.

Deshalb hat UKA bereit am 31. März 2021 einen Antrag auf Genehmigung gestellt.

Zur Vorgeschichte: Die Firma Krug Energie war von ihrem ursprünglichen Plan, vier WKA im Vorranggebiet zu errichten, im November 2017 zurückgetreten. Die damalige Firma Pharmaserv als Verpächter hat zugesichert, mit keinem anderen Projektierer neue Pachtverträge zu schließen, sie besitzt den Großteil zusammenhängender Flächen im Vorranggebiet. Die übrigen Waldflächen befinden sich im Besitz privater Eigner. Mindestens ein Eigentümer hat einen Nutzungsvertrag mit der Firma UKA Meißen geschlossen. Diese plant aktuell eine WKA im Süden des Vorranggebietes. Die exakte Position kennt die BI Windkraft Görzhausen bisher nicht.

Auflösung des Vereins droht

Ausgerechnet in dieser Situation droht die BI Windkraft einen Teil ihrer bisher erheblichen Schlagkraft zu verlieren. Vorsitzender Thomas Riedel und die anderen Vorstandsmitglieder haben angekündigt, auf der Jahreshauptversammlung der BI, die als eingetragener Verein organisiert ist, aus beruflichen und privaten Gründen nicht erneut für den Vorstand zu kandidieren. Sollte sich bis zur Jahreshauptversammlung des 220 Mitglieder starken Vereins (26. Oktober, Sportheim des TSV Michelbach „Auf dem Lorch“) keine ausreichende Anzahl von Interessenten für ein Vorstandsamt finden, droht die Auflösung des Vereins. Riedel machte gegenüber der OP deutlich, dass er bis zuletzt um einen handlungsfähigen Vorstand kämpfen wird, aber keinesfalls über die Hauptversammlung hinaus im Amt bleiben will.

„Der Vorstand wird sich neu aufstellen und spricht daher neben den Michelbacher Bürgern auch speziell die Bürger der Stadteile Marbach, Wehrshausen und Dagobertshausen an, sich aktiv an der Vorstandsarbeit zu beteiligen“, sagt Riedel. Es ist das Bestreben des aktuellen Vorstands, einen neuen geschäftsführenden Vorstand zum Zeitpunkt der Wahl vorzuschlagen, momentan sei das aber noch nicht gesichert.

Die primäre Arbeit der BI liege im Umweltschutz. Hierbei sind insbesondere die Verhinderung von WKA im Wald, massiver Baumfällungen und Versiegelung wertvoller Waldflächen sowie der Artenschutz ein vordringliches Ziel. Die aktuellen Planungen sähen WKA an Positionen vor, die den oben genannten Ortsteilen am nächsten liegen und diese somit auch am ehesten beeinträchtigen, so Riedel.

Von Till Conrad

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