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Marburg Busspur wird durch Campus führen
Marburg Busspur wird durch Campus führen
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10:58 06.01.2020
Auf der gerodeten Waldfläche auf den Marburger Lahnbergen zwischen den Uni-Fachbereichen Biologie und Chemie wird eine ­sogenannte Umwelttrasse angelegt. Quelle: Thorsten Richter
Marburg

Die Arbeiten für die Anlegung einer Busspur, die durch den Campus Lahnberge führt, haben Ende des vergangenen Jahres begonnen. Kurz vor Weihnachten rückten die Bagger und ersten Baufahrzeuge an. Und mittlerweile sind die Arbeiten schon ein Stück vorangekommen.

Die ersten Vorarbeiten lagen da schon eine Weile zurück. Die Rede ist von den umfangreichen Rodungsarbeiten. Die Fällung von einer Vielzahl von Bäumen war notwendig, um Platz zu schaffen für mehrere Schneisen, auf denen nach der Fertigstelllung der Umweltspur die Busse der Stadtwerke und die Radfahrer fahren können.

Bisher hielten die Busse nur entlang der Panoramastraße, sodass die Studierenden der naturwissenschaftlichen Fachbereiche von der großen Straße aus zu Fuß zu ihren Instituten laufen mussten. Besonders abends und nachts können dabei vor allem für Frauen Angsträume entstehen.

Aktuell wird Infrastruktur erneuert

Bis zur Fertigstellung der Umwelttrasse wird es allerdings noch ein wenig dauern. Frühestens im Jahr 2022 werden die Stadtbusse auf den Campus einbiegen, das Gelände in Fahrradgeschwindigkeit queren und am anderen Ende wieder hinausfahren. Zurzeit wird die Infrastruktur mit Wasser-, Strom-, Heiz und Datenleitungen erneuert.

Sie ist Voraussetzung für die neue Umwelttrasse. Ziel der Umwelttrasse ist es, die Nutzung des ÖPNV attraktiver zu machen und die öffentlichen Räume zu beleben, heißt es im Masterplan für den Campus Lahnberge.
Vorgesehen ist demnach, den Linienbusverkehr in beide Richtungen zu ermöglichen, wobei Busbegegnungen an den Haltestellen und an verschiedenen Stellen im Streckenverlauf (auf Sichtweite) möglich sind. Ziel ist eine Art verkehrsberuhigte Zone im Naturwissenschafts-Campus, in der nur Fußgänger, Radfahrer und Busse verkehren. Auf dieser Umwelt-Trasse soll zusätzlich auch noch ein geringer Anteil zufahrtsberechtigter Fahrzeuge mit Ausnahmegenehmigung fahren dürfen.

Drei Haltestellen sind geplant

Geplant sind auf dem Campusgelände drei Bushaltestellen: Je eine wird sich im südlichen beziehungsweise nördlichen Bereich befinden, welcher jeweils den Eingang oder den Ausgang des Geländes markiert.

Eine weitere Haltestelle ist im Inneren des Campus-Areals geplant und soll durch ihre günstige Lage kurze Fußwege zu den umliegenden Gebäuden ermöglichen. Innerhalb des Campus wird die Bus-Trasse im Westen an den Gebäuden entlanggeführt und gestattet infolgedessen eine maximale räumliche Nutzung der Freiflächen im Innenbereich des Campus, so der Masterplan.

Die Planungen für den naturwissenschaftlichen Campus auf den Lahnbergen wurden bereits im ursprünglichen Masterplan aus dem Jahr 2008 festgelegt. Im Zuge der Bauarbeiten soll auch das Gebäude der alten Biochemie abgerissen werden, das der geplanten Busspur im Weg stehen würde.

Mit der Anlage der Umwelttrasse soll eine Konzeption aus den 60er-Jahren ­eine Korrektur erhalten, erläuterte die Marburger Uni-Präsidentin Professorin Katharina Krause. Damals habe man nach dem Motto einer autogerechten Stadt die jeweils zweispurige Trasse auf den Lahnbergen an den Universitäts-Gebäuden vorbeigeführt und auf beiden Seiten jeweils nur Bushaltestellen am Rande der Schnellstraße eingeplant. 

Die neue Konzeption sieht nun vor, dass sich die Stadtbus-Trasse kurvig durch das Gelände schlängelt, sodass direkt an den Haupteingängen der zentralen Gebäude die Bushaltestellen eingerichtet werden.

von Manfred Hitzeroth