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Marburg Neue Baugebiete: Analyse liegt bald vor
Marburg Neue Baugebiete: Analyse liegt bald vor
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11:00 19.03.2018
Am Oberen Rotenberg könnte in absehbarer Zeit ein größeres Baugebiet realisiert werden. Quelle: Thorsten Richter
Marburg

Noch müssen sich die Mitglieder des städtischen Bauausschusses ein wenig gedulden. Doch wohl schon in der kommenden Sitzung werden sie weitere Entscheidungshilfen für eine spannende Frage des städtischen Wohnungsbaus erhalten. Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies (SPD) kündigte jedenfalls am Donnerstag in der aktuellen Sitzung des Bauausschusses an, dass kurz nach Ostern die vom Stadtparlament in Auftrag gegebene ­Magistratsvorlage zu möglichen Wohngebieten am Hasenkopf oder am Oberen Rotenberg vorgestellt werden könne.

Beide Standorte haben eines gemeinsam: Sie liegen nicht ­direkt im Stadtzentrum, gehören aber auch nicht zu einem klassischen Marburger Außenstadtteil. Der Hasenkopf bezeichnet ein Gebiet, das direkt an das Stadtwaldviertel angrenzt, das nach dem Wegfall der Tannenbergkaserne geschaffen worden war. Das Gebiet am Oberen Rotenberg liegt zwischen dem Höhenweg im Marburger Stadtteil Marbach und der Straße „Oberer Rotenberg“.

Spies hält Erschließung beider Gebiete für möglich

Der Auftrag an den Magistrat durch das Parlament hatte­ gelautet, zu prüfen, welches der beiden Gebiete für eine ­Erschließung infrage kommen könne, um dort Wohnungsbau zu ermöglichen.
Spies griff dem Ergebnis der Analyse zwar noch nicht vor. Allerdings machte er eines deutlich: „Meines Erachtens kann die Frage nicht lauten, ob das eine oder das andere Wohngebiet realisiert wird“.

Bezahlbarer Wohnraum gefordert

Stattdessen müsse beantwortet werden, welches der beiden Baugebiete zuerst erschlossen werden sollte. Auf die Tagesordnung des vergangenen Bauausschusses war das Thema aufgrund eines Antrags der Marburger Linken gekommen, den Elisabeth Kula in Vertretung der erkrankten Tanja Bauder-Wöhr vorstellte. In dem Antrag wird einerseits gefordert, dass in diesen Baugebieten von öffentlichen Wohnungsbaugesellschaften wie der Gewobau genügend bezahlbarer Wohnraum geschaffen wird. Zudem solle aber auch darauf geachtet werden, dass in etwaigen neuen Wohnquartieren eine „soziale Durchmischung“ unbedingt gewährleistet werden sollte.

Der Oberbürgermeister machte deutlich, dass in dem Arbeitsauftrag des Parlaments an den Magistrat unter anderem auch auf diese Fragen Wert gelegt worden sei.

Problem: Wenige Zufahrten

Es gehe in dem Antrag aber auch noch einmal um ­eine ­Bekräftigung des politischen Willens, meinte Kula. Die ­Formulierung von Prämissen in ­Sachen sozialer Wohnungsbau könne der Hausaufgabe für den Magistrat Nachdruck verleihen, pflichtete ihr Christian Schmidt (Grüne) bei. Es fehle aber auch noch der verkehrspolitische Aspekt. „Beide Gebiete haben den großen Nachteil, dass sie wenige Zufahrten haben“, merkte auch Ausschussvorsitzender Uwe Meyer (SPD) an.
Bis auf Christoph Ditschler (FDP) stimmten alle Ausschussmitglieder schließlich dem Linken-Antrag zu.

von Manfred Hitzeroth