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Marburg Amphibien sollen gefahrlos wandern können
Marburg Amphibien sollen gefahrlos wandern können
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15:22 09.03.2022
Mit Hilfe des Nabu Cappel, Hessen-Forst und des Gutachterbüros Bioplan wurde der Amphibienzaun am Eselsgrund so aufgebaut, dass möglichst viele Amphibien über die Straße getragen werden können.
Mit Hilfe des Nabu Cappel, Hessen-Forst und des Gutachterbüros Bioplan wurde der Amphibienzaun am Eselsgrund so aufgebaut, dass möglichst viele Amphibien über die Straße getragen werden können. Quelle: Privatfoto
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Marburg

Dank eines gemeinschaftlichen Projektes des Naturschutzbundes (Nabu) Cappel und des Forstamtes Kirchhain sollen Frösche und Kröten am Waldparkplatz Moischter Straße/ Eselsgrund wieder gefahrlos zu ihrem Laichgewässer wandern können.

Die Naturschützer haben dort in Zusammenarbeit mit Hessen-Forst, Hessen-Mobil und der unteren Naturschutzbehörde der Stadt Marburg einen mobilen Amphibienzaun aufgestellt. Bis Mitte April können nun hoffentlich Amphibien vor dem Überfahren gerettet werden.

Sobald im Frühjahr die Temperaturen steigen, ist es Zeit für Amphibien, auf Wanderschaft zu gehen. Sie reisen von ihren Winterquartieren an die Laichgewässer, um die nächste Generation Frösche, Kröten und Lurche auf den Weg zu bringen. Dabei müssen sie viele Hindernisse überwinden und scheitern oft an der Überquerung von vielbefahrenen Straßen. Da sich die Asphaltdecke besonders schnell erwärmt, sobald sie von der Sonne geküsst wird, zieht sie die wärmeliebenden Amphibien förmlich an. Wenn dann der Berufs- oder Freizeitverkehr rollt, haben die Amphibien keine Chance.

In den vergangenen Jahren waren die Mitglieder vom Nabu Cappel entsetzt von dem Anblick eines „Teppichs von Amphibienleichen“ an der Moischter Straße. Sie holten sich fachliche Unterstützung beim Forstamt Kirchhain und der Unteren Naturschutzbehörde Marburg. Um dieses Jahr ein vorprogrammiertes Debakel zu verhindern, hat der Nabu Cappel am Wanderparkplatz Eselsgrund einen mobilen Amphibienzaun aufgebaut. Gemeinsam mit Hessen-Mobil und der Unteren Naturschutzbehörde wurde erarbeitet, wo ein Zaun am sinnvollsten ist und in welchem Zeitraum er betreut werden müsste. An den Enden des Zauns werden die wandernden Amphibien in Eimern gesammelt und von engagierten Freiwilligen jeden Tag über die Straße getragen. Der Parkplatz selbst kann nicht vollständig mit einem Amphibienzaun abgesperrt werden, da sich dort auch ein Rettungspunkt befindet.​

Ein weiteres Projekt ist schon in der Planung zum Schutz der Feuersalamander entlang der Moischter Straße. Alle Beteiligten hoffen nun auf ein niederschlagsreiches Jahr, damit sich der abgelegte Laich erfolgreich zu zahlreichen Amphibien entwickelt und der Bestand sich erholt.

Von red

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