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Marburg Eine Frau will an die Spitze
Marburg Eine Frau will an die Spitze
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18:48 11.10.2020
Marburgs Grüne nominieren Nadine Bernshausen als Kandidatin für die Oberbürgermeisterwahl.  Quelle: Sabine Matzen
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Marburg

„Die Menschen in unserer Stadt fühlen es und wissen: Es muss sich vieles ändern und wir müssen vieles verändern. Ich will die Person sein, die entschlossen vorangeht, der die Menschen ihr Vertrauen schenken, und daher freue ich mich auf große Unterstützung!“, sagt Nadine Bernshausen. Für die am 14. März 2021 anstehende Neuwahl der Marburger Stadtspitze wurde sie vom Parteivorstand und der Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen in Marburg sowie dem Vorstand der Grünen Jugend Marburg am Freitag einstimmig als Kandidatin nominiert. Ende Oktober wird die Mitgliederversammlung darüber entscheiden, ob sie die 41-jährige Richterin und Kreistagsabgeordnete Nadine Bernshausen für das Amt der Oberbürgermeisterin aufstellt. Bernshausen wäre in der 800-jährigen Stadtgeschichte die erste Frau an der Spitze der Universitätsstadt.

Nadine Bernshausen wurde in Marburg geboren und wuchs in Bad Endbach auf. Nach ihrem Abitur an der Europaschule in Gladenbach studierte sie in Marburg Rechtswissenschaften. Seit 13 Jahren ist sie Richterin, zunächst in Gießen, dann in Frankenberg und seit 2008 am Amtsgericht in Marburg. Zuletzt war sie Vorsitzende des Schöffengerichts in Strafsachen und zuständig für die Vernehmung von Kindern und Jugendlichen in Missbrauchsverfahren.

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Vielfältiges Engagement

Seit vielen Jahren engagiert sich Bernshausen kommunalpolitisch in der Stadt Marburg und im Landkreis Marburg-Biedenkopf. Momentan ist sie Kreistagsabgeordnete und stellvertretende Kreistagsvorsitzende. Daneben ist sie vielfältig ehrenamtlich aktiv. In der evangelischen Kirche war sie unter anderem jahrelang im Kirchenvorstand der Elisabethkirche. Derzeit ist sie Präses des Evangelischen Kirchenkreises Marburg und Mitglied der Synode der Evangelischen Kirche Deutschland (EKD) und untermauert damit ihr gesellschafts- und kirchenpolitisches Engagement. Seit vielen Jahren arbeitet sie im Vorstand des Marburger Weltladens und im Verein „Vielfalt Marburg“ mit. Nadine Bernshausen ist verheiratet, hat drei Kinder und wohnt im Marburger Stadtteil Richtsberg.

Für den Sprecher der Marburger Grünen, Christian Schmidt, ist Bernshausen die richtige Wahl: „Nadine Bernshausen ist eine engagierte und glaubwürdige Kandidatin. Sie vereint all das in sich, was für das Amt der Oberbürgermeisterin notwendig ist. Sie steht für ökologische und soziale Politik, weiß, dass die Corona-Krise und die Klima-Krise gemeinsam angegangen werden müssen. Sie will die Zukunft gestalten, statt die Gegenwart nur zu verwalten. Nadine Bernshausen hat in Politik und Verwaltung umfängliche Erfahrung gesammelt, ihre Kompetenz und Entschlossenheit wird allseits geschätzt. Ihr Herz schlägt für Marburg. Diesen Rhythmus wollen wir ins Rathaus bringen.“

Nadine Bernshausen freut sich über die außerordentlich große Zustimmung innerhalb und auch außerhalb der Grünen. „In zahlreichen Gesprächen wurde ich in meiner Entscheidung bestärkt, mich um das Amt der Oberbürgermeisterin zu bewerben. Als Oberbürgermeisterin werde ich eine Initiative ‚Zukunft Marburg‘ ins Leben rufen, in der in einem offenen und transparenten Prozess aus Wissenschaft, Forschung, Kultur, Gesundheit und Sozialpolitik eine neue integrierte Vision für Marburg im 21. Jahrhundert geschaffen wird.“

Es sei an der Zeit, den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts gemeinsam mit allen Bevölkerungsgruppen, Vereinen und Institutionen zu begegnen. In den nächsten Monaten werde sie alles dafür tun, um in ganz Marburg und unabhängig von Parteigrenzen um Zustimmung für eine neue Vision „Zukunft Marburg“ zu werben. „Denn machen wir uns nichts vor: Die durch die Corona-Pandemie ausgelösten ökonomischen und gesellschaftlichen Verwerfungen und die Herausforderungen der Klima-Krise erfordern neues Denken und einen anderen Politikstil“, sagt Bernshausen.

Von Silke Pfeifer-Sternke

11.10.2020