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Marburg Was wird aus dem Gründer-Boom?
Marburg Was wird aus dem Gründer-Boom?
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10:00 23.09.2020
Das Team von „Grow-Grow Nut“ holte vergangenes Jahr den ersten Platz beim Marburger Gründerwettbewerb „Futur@“.  Quelle: Privatfoto
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Marburg

Es ist eine positive Bilanz, die aber wohl leider schon wieder Makulatur ist: In Hessen hat das Gründungsgeschehen deutlich angezogen – im vergangenen Jahr. Das zeigt der Gründungsatlas, den die IHK Kassel-Marburg nun vorgelegt hat. Die Corona-Krise dürfte diesen Aufschwung direkt wieder ausbremsen.

„Nach Jahren mit stetig abnehmendem Gründungsgeschehen zeigte sich 2019 erstmals wieder ein Anstieg. Da es gleichzeitig weniger Gewerbeabmeldungen gab, fiel der Gründungssaldo deutlich positiver aus als in den Vorjahren. Dabei rückt zunehmend das Thema Nachfolge in den Blickpunkt“, heißt es vonseiten der IHK Kassel-Marburg.

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Zahl der Gewerbeanmeldungen steigt deutlich

Die Zahlen zeigen: Im heimischen IHK-Bezirk gab es vergangenes Jahr 9 540 neue Gewerbeanmeldungen – 703 mehr als noch ein Jahr zuvor. Hinzu kamen 1 618 Neuanmeldungen im Handwerkskammerbezirk – ein Plus von 215 Anmeldungen.

Gut die Hälfte der Firmen aus dem Gebiet der IHK wurde demnach wie schon 2018 in den Wirtschaftszweigen „Erbringung von wissenschaftlichen, technischen und sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen“, Handel und Baugewerbe gegründet. Im Handwerk lagen die Schwerpunkte in den Handwerksgruppen Ausbaugewerbe, mit großem Abstand gefolgt von persönlichen Dienstleistungen und Handwerke für den gewerblichen Bedarf. Dreiviertel der Gründungen erfolgten als Einzelunternehmen.

Marburg landet nur auf mittlerem Platz

Entsprechend hoch war der Beratungsbedarf. Demnach gaben die Gründungsberater der IHK Kassel-Marburg vergangenes Jahr insgesamt 1 400 telefonische oder persönliche Auskünfte zum Thema Gründung – 170 mehr als 2018. Die persönlichen Beratungstermine stiegen von 501 auf 523. Marburg kam dabei nur auf einen mittleren Platz: In Stadt und Landkreis Kassel gab es 760 Kontakte von Gründungswilligen (Vorjahr: 674), gefolgt von Waldeck-Frankenberg mit 233 (2018: 145) und Marburg mit 230 Kontakten (2018: 199). Es folgen Hersfeld-Rotenburg (85 / 105), Werra-Meißner (53 / 53) und Schwalm-Eder (39 / 55).

Für die Berater steht fest: „Zur Belebung des Gründungsgeschehens muss jungen Menschen bereits in der Schule der optionale Weg in die Selbstständigkeit, verbunden mit einem positiven Unternehmerbild, vermittelt werden.“ Wichtig sei auch eine leistungsfähige Breitbandinfrastruktur. Außerdem sollten Frauen ermutigt werden, zu gründen oder ein Unternehmen zu übernehmen. „Die Vereinbarkeit von Familie und Selbstständigkeit muss durch Schaffung von Infrastruktur zur Kinderbetreuung und bedarfsgerechten Angeboten verbessert werden“, heißt es.

Krise bietet auch Chancen

Und wie schaut es mit der Gründung dieses Jahr aus? „Durch die Corona-Pandemie wird das Jahr 2020 sicher auch im Gründungsgeschehen deutliche Veränderungen erfahren“, so die IHK. Aber: Aus der schwierigen, von Unsicherheit geprägten Situation heraus könnten sich auch „Chancen für Gründungen mit interessanten Dienstleistungen und Produkten ergeben“, heißt es.

Von Andreas Schmidt

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