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Marburg Fründt reagiert auf Angriff von Dona Carmen
Marburg Fründt reagiert auf Angriff von Dona Carmen
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15:59 19.03.2019
Während der Demo zum internationalen Frauentag hatte eine Sprecherin des Vereins Dona Carmen Landrätin Kirsten Fründt angegriffen. Diese reagierte nun darauf. Quelle: Nadine Weigel
Marburg

Fründt entgegnet auf OP-Nachfrage, die Arbeit der Mitarbeiter im Gesundheitsamt „in die Nähe der Verbrechen in der Nazizeit zu rücken, verbietet sich schon allein auch aus Respekt vor den Opfern des Nazi-Regimes“. Es sei „unanständig“, dem Gesundheitsamt „geschichtsvergessene Gleichgültigkeit“ zu unterstellen. Sie lasse es nicht zu, dass ihre Mitarbeiter „auf üble und undifferenzierte Weise beleidigt“ würden. Das Gesundheitsamt erfülle nur einen gesetzlichen Auftrag.

Junita Henning vom Verein Dona Carmen hatte gesagt, verantwortlich für die „Zwangsberatung beim sozialpsychiatrischen Dienst“ sei die Landrätin. Die Frauen würden dadurch institutionell diskriminiert, wegen der Zuständigkeit des Dienstes. Laut Hessischem Gesetz über den öffentlichen Gesundheitsdienst ist er für „Menschen mit psychischen Krankheiten, Abhängigkeitserkrankungen und seelischen und geistigen Behinderungen sowie hiervon ­bedrohte Menschen“ zuständig. Damit werde das Vorurteil befördert, alle „Sexarbeiterinnen“ seien psychisch krank. Zudem dürfe man nicht vergessen, dass Psychiatrien im Nationalsozialismus Prostituierten „nur allzu bereitwillig ‚moralischen Schwachsinn‘ attestierten“.

Inge Hauschildt-Schön und Dr. Theresia Jacobi von der Marburger Bürgerinitiative gegen Bordell sagten, sie seien erstaunt gewesen, dass das „Autonome FrauenLesbenReferat“ seine Redezeit an den Frankfurter Verein abgetreten habe:­ „Der Versuch einiger Gruppen, die Einrichtung einer gesetzlich vorgeschriebenen Beratungsstelle für Prostituierte in Marburg mit den Praktiken des menschenverachtenden Nationalsozialismus zu vergleichen, entbehrt jeder Grundlage und kann somit nur als Verunglimpfung unserer Landrätin verstanden werden.“

von Freya Altmüller