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Marburg Familie Amsel möchte nicht gestört werden
Marburg Familie Amsel möchte nicht gestört werden
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16:00 15.03.2021
Eine Amsel sitzt in ihrem Nest.
Eine Amsel sitzt in ihrem Nest. Quelle: foto: Carsten Beckmann
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Marburg

Überall in der Natur sind die Vögel derzeit dabei, ihre Reviere abzugrenzen, einen Partner zu finden und Nester zu bauen. Deshalb ist es wichtig, die gesetzliche Schonzeit beim Pflege- und Rückschnitt von Sträuchern und Hecken zu beachten, die vom 1. März bis zum 30. September gilt.

„In dieser Zeit sind nur noch vorsichtige Form- und Pflegeschnitte erlaubt, die den Zuwachs des Jahres entfernen“, erklärt der Nabu-Landesvorsitzende Gerhard Eppler. Bei allen Pflegemaßnahmen müsse besondere Rücksicht auf brütende Vögel genommen werden.

„Ein brütender Vogel darf durch die Heckenpflege nicht gestört werden“, so Eppler. Im Zweifelsfall gelte es, um ein Vogelnest in der Hecke herumzuschneiden.

Da ein vogelfreundlicher Heckenschnitt nur schwer umzusetzen ist, appelliert der Nabu Hessen an Gartenfreunde und Gartenbauunternehmen, Pflegeschnitte generell nicht in der Hauptbrutzeit der Vögel von März bis Juni durchzuführen. „In diesem Zeitraum bieten Gebüsche einen optimalen Unterschlupf für Vögel, Säugetiere und Amphibien. Die Tiere ziehen dort ihren Nachwuchs groß, finden darin eine gute Versteckmöglichkeit und ziehen sich im frischen Grün auch mal zum Schlafen zurück“, erläutert Eppler.

Reisighaufen lieben lassen

Die Naturschützer bitten auch darum, aufgeschichtete Reisighaufen aus abgesägtem Holz und Ästen liegen zu lassen. „In den Asthaufen haben bereits erste Vögel mit dem Nestbau begonnen oder Igel und andere Säugetiere einen Unterschlupf gefunden“, erläutert Eppler. Dies könne auch gleich zum Anlass genommen werden, im Garten kleine wilde Ecken einzurichten, die weitere Tiere anlockten.

„Ungenutzte und unbehandelte Naturecken mit speziellen Lebensraumangeboten wie Reisighaufen, aber auch Laub- und Steinhaufen, Trockenmauern, Schmetterlingswiesen und offenen Lehmstellen bieten vielen Tierarten Nahrung und Unterschlupf“, so Eppler.

Es lohne sich auch, jetzt noch Nistkästen und Nisthilfen für Vögel, Fledermäuse, Hummeln und Ohrwürmer aufzuhängen. Viele Vogelarten beginnen nun mit dem Bau ihrer Nester. Ein naturnah gestalteter Garten sei ein wichtiger Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt.

BUND fordert: Hunde an die Leine

Die Umweltschutzorganisation BUND weist darauf hin, dass sich mit dem Beginn des Frühlings kündigt der Nachwuchs heimischet Wildtiere ankündigt. Während der sogenannten Brut- und Setzzeit zwischen März und September reagierten sie besonders empfindlich auf Störungen. „Wer beim Spaziergang auf den befestigten Wegen bleibt und seinen Hund an die Leine nimmt, vermeidet es, junge Feldhasen, Rehkitze sowie bodenbrütende Vögel aufzuschrecken, und erspart ihnen eine Menge Stress“, heißt es in der Pressemitteilung. Die Tiere befänden sich insbesondere auf Feldern, Wiesen und Grünflächen, aber auch im Unterholz im Wald. Eine Leinenpflicht liege im Ermessen der Kommunen, teilt der BUND mit.