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Marburg Über Stock und Stein
Marburg Über Stock und Stein
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19:58 25.08.2021
Historische Schuhleisten, die im Roßdorfer Trachtenmuseum ausgestellt werden.
Historische Schuhleisten, die im Roßdorfer Trachtenmuseum ausgestellt werden. Quelle: Andrea Rhiel-Luzius
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Landkreis

Von der Wanderung bis zur historischen Schuhleiste – der Sonntag steht vielerorts unter dem Motto „über Stock und Stein“. Zumindest in 16 Museen aus dem gesamten Landkreis, die am diesjährigen Museumssonntag teilnehmen und Besucher mit ganz besonderen Exponaten und Aktionen zum Jahresthema locken. Alle beteiligten Museen haben zwischen 13 und 17 Uhr geöffnet, teils auch darüber hinaus.

Das Motto zeugt gewissermaßen von Aufbruchsstimmung, passend zur momentanen Zeit, in der zahlreiche Einrichtungen nach der langen Pandemie-Pause langsam wieder Fuß fassen, öffnen und mit den Erlösen die leeren Vereinskassen wieder etwas füllen können. Aufbruch, aber auch Rückschau auf vergangene Zeiten, beides verbindet sich gewissermaßen an dem Tag, dazu gedacht, die Bedeutung von Museen als Bewahrer der Regionalgeschichte ins rechte Licht zu rücken.

Und davon gibt es so einige im Landkreis, in denen in der Regel Ehrenamtliche dafür sorgen, dass die Schätze der Dorf- und Stadtgeschichte, der Region, der kulturellen Bräuche nicht verloren gehen. Und alle mitwirkenden Museen zeigen an diesem Sonntag ganz spezielle Stücke zum Jahresmotto, veranstalten Führungen, Exkursionen, Ausstellungen oder Vorträge.

So bietet etwa das Museum Amöneburg einen Ausflug zur beeindruckenden Amöneburger Basaltwand an. Um den Stein, die Basaltgewinnung und die Herstellung von Pflastersteinen, bis heute bedeutsam für den Ort, geht es auch im Dorfmuseum „Wenze Ställche“ in Dreihausen. Ebenso zeigt das Heimatmuseum Obereisenhausen eine Sonderausstellung über alte Bearbeitungswerkzeuge für Naturstein und das heimische Gestein Diabas.

Das Trachtenmuseum in Roßdorf wirft wiederum einen Blick auf das Reisen in früheren Zeiten, von gutem Schuhwerk und Reisegepäck, der „Ziche“, bis hin zur Kutsche. Auch der Anlass für eine Reise steht im Fokus, der sich früher vor allem auf kirchliche Prozessionen und Pilgern beschränkte, in Zeiten, als an die breite Mobilität von heute noch gar nicht zu denken war.

Das Hinterlandmuseum Schloss Biedenkopf thematisiert das Wandern von Handwerksgesellen, eine Voraussetzung zum eigenen Meistertitel und einst über die Zünfte breit organisierte Tradition. Gewandert wird auch von Münchhausen hinauf zum Christenberg und dem „Alten Küsterhaus“, heute ein Museum. Auch das Dorfmuseum Oberrosphe nimmt Besucher mit auf eine Wanderung zur Stirnhelle und zeigt vor Ort eine Bilderausstellung über Steinmale aus der Umgebung.

Um besondere Steine, in diesem Fall Grenzsteine, geht es im Regionalmuseum „Hinz Hoob“ in Gladenbach-Weidenhausen, das deren historische Rolle zur Markierung der Dorfgemarkung ins Auge fasst. Was sich so alles zwischen Stock und Stein zur Kirchhainer Stadtgeschichte finden lässt, das zeigt das kleine Dachmuseum Kirchhain, das besondere Objekte präsentiert, die tatsächlich irgendwo gefunden wurden, ob von Spaziergängern auf dem Feld oder vom Kampfmittelräumdienst in der Wohra.

Das Daniel-Martin-Haus in Rauschenberg-Schwabendorf thematisiert Wanderwege, die nicht freiwillig gegangen wurden, und informiert über die Fluchtwege der Hugenotten und Waldenser im 17. Jahrhundert und ihr Asyl in Hessen und an anderen Orten.

Wege und Straßen stehen wiederum im Mittelpunkt des Dokumentations- und Informationszentrums Stadtallendorf, das den Straßenbau und Strukturwandel im Rüstungsaltstandort beleuchtet, von der Niederkleiner Straße bis zur A 49.

Das Otto-Ubbelohde-Haus präsentiert eine Auswahl von themengerechten Illustrationen des Künstlers zu den Kinder- und Hausmärchen und Sagen der Brüder Grimm. Die Marburger Universität bietet im Rahmen ihrer religionskundlichen Sammlung mehrere Führungen zu Objekten und Erzählungen aus verschiedenen religiösen Traditionen an. Im Heimatmuseum „Backes Stebbcher“ in Dautphe verknüpft Brigitte Wege das Jahresmotto mit der Vergangenheit und der Gegenwart.

Verlosungsaktion zum Museumstag

Auch in diesem Jahr gibt es zudem eine Verlosungsaktion, erhältlich sind die Lose zum Preis von einem Euro nur am Sonntag und nur in den mitwirkenden Museen. Zahlreiche Preise locken zum Mitmachen, darunter zwei vom Landkreis gestiftete Hauptpreise: Ein Genießer-Wochenende für zwei Personen im Amanahof in Amöneburg mit einer Übernachtung, einem Gourmetessen und Wanderbegleitung im Wert von 190 Euro. Außerdem eine Auszeit für zwei Personen im Biohotel Forellenhof in Bad Endbach im Wert von 200 Euro.

Darüber hinaus werden zahlreiche Gutscheine verlost, ob Kletterwald, Altstadtführung, für Tickets, Marburg-Gutscheine, Theaterkarten, Führungen oder Bücher. Die Auslosung der Gewinne erfolgt öffentlich am 2. September in der Kreisverwaltung. Die Einnahmen durch den Losverkauf gehen komplett an die mitwirkenden Museen. Die Preise werden entweder von Partnern und Sponsoren oder vom Landkreis Marburg-Biedenkopf gestiftet.

Weitere Informationen zur Verlosung unter www.kultur-info-netz.de

Teilnehmende Museen

Am diesjährigen Museumssonntag am 29. August nehmen folgende Museen teil, die zwischen 13 und 17 Uhr geöffnet haben, teils auch darüber hinaus. Es gelten die aktuellen Corona-Regeln.

Amöneburg
Museum Amöneburg mit Naturschutz-Informationszentrum (Schulgasse 2): Führung mit Natur- und Geoparkführerin Andrea Albert um 14 und 16 Uhr.
Dorf- und Trachtenmuseum Roßdorf (Zur Bornwiese 1, ehemalige Schule, Haus der Vereine)

Biedenkopf
Hinterlandmuseum Schloss Biedenkopf (Zum Landgrafenschloß)

Dautphetal
Mini-Museum „Backes Stebbcher“ in Dautphe (Altes Backhaus)

Ebsdorfergrund
Dorfmuseum Wenze Ställchen in Dreihausen (Dreihäuser Straße 39)

Gladenbach
Regionalmuseum „Hinz Hoob“ in Weidenhausen (Weidenhäuser Straße 32)

Kirchhain
Kleines Dachmuseum Kirchhain (Bahnhofstraße 14)

Lahntal
Otto-Ubbelohde-Haus in Goßfelden (Otto-Ubbelohde-Weg 30), zwischen 13 und 17 Uhr geöffnet, Märchenzeichnungen

Marburg
Polizeioldtimer Museum, an der Kreisstraße 69 in Richtung Cyriaxweimar, (Herrmannstraße 200), geöffnet zwischen 11 und 17 Uhr
Religionskundliche Sammlung der Philipps-Universität Marburg (Landgraf-Philipp-Straße 4)

Münchhausen
Museum „Altes Küsterhaus“ auf dem Christenberg: Wanderung ab 13 Uhr vom Sportplatz Münchhausen aus durch den Burgwald hinauf zum Christenberg.

Rauschenberg
Dorfmuseum „Daniel-Martin-Haus“ in Schwabendorf (Winterseite): Vortrag um 15 Uhr über Fluchtwege der Hugenotten und Waldenser

Stadtallendorf
Dokumentations- und Informationszentrum/Stadtarchiv (Aufbauplatz 4): Geöffnet zwischen 10 und 20 Uhr, Stadtführungen um 12 und 15 Uhr

Steffenberg
Heimatmuseum Obereisenhausen (Am Tor 1): Vortrag von Thomas Kreuzer über das heimische Gestein Diabas um 15 Uhr

Weimar
Archäologisches Freilichtmuseum Marburger Land – Zeiteninsel in Argenstein (Wenkbacher Straße 16)

Wetter
Dorfmuseum „Alter Forsthof“ in Oberrosphe (Im Rosphetal 8): Wanderung um 11 Uhr zur Stirnhelle, nicht für Kinderwägen geeignet.

Die Liste ist auch online zu finden unter https://www.marburg-biedenkopf.de/bildung_und_freizeit/kultur/museen-veras/museumssonntag.php

Von Ina Tannert