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Marburg Mosaikschule erhält Stiftungspreis
Marburg Mosaikschule erhält Stiftungspreis
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20:04 10.05.2021
Auch für den Unterricht während der Corona-Pandemie erhielt die Mosaikschule in Marburg den Deutschen Schulpreis.
Auch für den Unterricht während der Corona-Pandemie erhielt die Mosaikschule in Marburg den Deutschen Schulpreis. Quelle: Foto: Tobias Hirsch
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Marburg

Der zweite Anlauf endete für die Marburger Mosaikschule erfolgreich. Gestern erhielt die Förderschule als eine von sieben Lehrstätten den mit jeweils 10 000 Euro dotierten Deutschen Schulpreis 20|21 Spezial. Mit dieser Sonderausgabe zeichnen die Robert Bosch sowie die Heidehof Stiftung die besten während der Corona-Pandemie entstandenen Schulkonzepte aus.

Bundespräsident und Schirmherr Frank-Walter Steinmeier sagte bei der Liveübertragung der Preisverleihung: „Deutschland ist nicht da, wo es sein sollte. Die Pandemie entblößt unsere Schwächen im Bildungssystem. Das muss anders werden!“ Er wisse aber auch, dass die Pandemie kreative Stärken hervorbringe und an vielen Schulen nicht geklagt, sondern in kürzester Zeit umgedacht und beherzt gehandelt werde.

Mosaikschule ist schon lange voll digitalisiert

Für ihre 79 Schüler da zu sein, und das anders als an anderen Schulen, sind die 31 Förderlehrer, Erzieher und Teilhabeassistenten gewöhnt. So ist die Mosaikschule schon seit längerer Zeit voll digitalisiert, berichtet deren Leiterin Susanne Geller.

Auch deshalb machte sie sich beim ersten Anlauf, zu dem die Schule eingeladen war, keine großen Hoffnungen auf einen Sieg.

Doch die Corona-Pandemie änderte wie so vieles auch den Ablauf an der Förderschule mit dem Schwerpunkt geistige Entwicklung. Es entstand ein eigenes Hygiene-Konzept und um die Kinder und Jugendlichen weiterhin möglichst selbstständig und eigenverantwortlich Lernen zu lassen, sie jederzeit fördern zu können, erarbeiteten die Leiter und Lehrkräfte individuelle Unterrichtsformen für den Präsenz- und den Distanzunterricht.

Für viele Projekte wird Geld benötigt

Es entstand zum Beispiel eine Gruppe für Risikogefährdete mit einer geschlossenen Personaldecke, der Videounterricht wurde erweitert, Telefonschaltungen ermöglicht, das Arbeitsmaterial ging per E-Mail oder Post an die Wohnstätten der Schüler, individuelle Lernpakete, zum Beispiel mit taktilen oder sensorischen Aufgaben, wurden Eltern übergeben.

Bei diesen ganzen Transformationen half auch die Stadtverwaltung, „jederzeit“, wie Schulleiterin Susanne Geller betont, beispielsweise wenn der Bustransport zu ändern war.

Diese Veränderungen beschloss und trug das Kollegium ebenso mit, wie auch die Teilnahme an der Sonderausgabe des Deutschen Schulpreises. Für die gewonnenen 10 000 Euro findet sich schon eine Verwendung, äußert sich Susanne Geller zuversichtlich: „Geld ausgeben ist nie ein Problem.“ Es gebe an der Mosaikschule sehr viele laufende Projekte, benötigt werde Geld für Besuche der Kletterhalle, zum Vorbereiten für das Alpenwandern oder den Kauf der notwendigen Ausrüstung, nennt sie nur einige Beispiele für Aktivitäten mit den Schülern. Und um die Technik auf einem aktuellen Stand zu erhalten, müsse auch darin ständig investiert werden.  

Von Gianfranco Fain

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