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Marburg Geplante Parkplätze irritieren Anwohner
Marburg Geplante Parkplätze irritieren Anwohner
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00:17 02.05.2019
Ein Tegut-Markt und ein Wohngebiet sollen am Oberen Rotenberg gebaut werden.  Quelle: Ina Tannert
Marburg

In einem Tegut-Schreiben, das der OP vorliegt, heißt es, dass neben einem Busstopp am Oberen Rotenberg womöglich auch ein Park-and-Ride-System „angelegt werden soll“. Das sei „sehr begrüßenswert“. Die Bürgerinitiative Marbacher Nachbarn warnt, dass in so einem Fall „eine ganz erhebliche Flächenversiegelung in diesem sensiblen Bereich“ bevorstehe.

Der Magistrat entgegnet auf OP-Anfrage: „Aktuell bestehen keine Überlegungen am Standort des künftigen Nahversorgers am oberen Rotenberg einen Park-and-Ride-Platz einzurichten.“ Die vorgesehenen Stellplätze seien für den Betrieb des Nahversorgers auf dem privaten Grundstück ermittelt worden und sollten künftig diesem Zweck dienen.

„Ob und in welcher Größe ein Park-and-Ride-Platz an diesem Standort beziehungsweise im direkten Umfeld errichtet werden sollte“, werde sich aus den Ergebnissen der noch zu beauftragenden Verkehrsuntersuchung für die Stadt ableiten lassen.

Kunden "Wege ins Stadtzentrum ersparen"

Aus dem Tegut-Schreiben geht indes auch hervor, welcher Einzugsbereich letztlich für den Markt geplant ist: Marbach, Wehrshausen, Elnhausen, Dagobertshausen und Teile Ockershausens – es brauche jedenfalls ein „umfangreiches Sortiment“ samt „entsprechender Verkaufsfläche“, um Kunden „Wege ins Stadtzentrum zu ersparen“ – denn genau mit diesem Argument, der Verkehrsvermeidung zwischen Westen und Innenstadt, argumentierte zuletzt auch der Magistrat bei den Umsetzungsplänen des Wohn- und Geschäftsgebiets Oberer Rotenberg.

In Elnhausen wurde hingegen zuletzt massive Kritik an den Rotenberg-Vorhaben des Unternehmens laut. Nicht zuletzt wegen der im Stadtteil gehegten Hoffnungen auf eine Erweiterung des seit Jahren ansässigen Piskin-Lebensmittelmarkts samt Edeka-Kooperation im Falle einer Baugebiets-Ausweisung im Außenstadtteil.

Für die beschlossene Errichtung eines an den Lebensmittelmarkt angrenzenden Wohnviertels am Oberen Rotenberg ist indes laut Stadt noch kein Baubeginn absehbar. Auf OP-Anfrage heißt es, dass mit dem Privateigentümer der Flächen „derzeit Gespräche stattfinden“, um die „eigentumsrechtlichen Voraussetzungen für die Bebauung zu schaffen“.

von Björn Wisker