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Marburg Moderne Büros, eine attraktive Kantine und viel Nachhaltigkeit
Marburg Moderne Büros, eine attraktive Kantine und viel Nachhaltigkeit
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09:00 16.11.2021
Vertreter des Kreises, der Planer und Firmen sowie Kreistagsabgeordnete vollzogen zusammen mit dem Ersten Kreisbeigeordneten Marian Zachow (Vierter von links) den ersten Spatenstich zum Erweiterungsbau am Marburger Landratsamt.
Vertreter des Kreises, der Planer und Firmen sowie Kreistagsabgeordnete vollzogen zusammen mit dem Ersten Kreisbeigeordneten Marian Zachow (Vierter von links) den ersten Spatenstich zum Erweiterungsbau am Marburger Landratsamt. Quelle: Foto: Götz Schaub
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Marburg

Bis Ende 2023 soll der Anbau am Kreishaus fertig sein. Nach diversen Abriss- und Vorbereitungsarbeiten fand am Montag (15. November) gestern der offizielle Spatenstich zum 12,5-Millionen-Projekt statt.

„Wir sind sehr froh, dass wir direkt am Kreishaus erweitern können“, sagte der Erste Kreisbeigeordnete Marian Zachow. Die gewählte Bauausführung verdichte zwar die bisherige Fläche, doch füge sich das Gebäude perfekt in die vorhandene Struktur ein und sorge zudem für einen barrierefreien Zugang.

Was wird auf dem Platz vor dem Kreistagssaal entstehen? „Unten“, also ebenerdig, entsteht eine neue Kantine, die weiterhin von Integral betrieben wird. Helge Micklitz von der Geschäftsführung von Integral freut sich auf die vielen neuen Möglichkeiten, die sich dadurch ergeben werden. 140 Plätze wird es im Innenbereich geben, dazu in der wärmeren Jahreszeit noch zahlreiche Sitzgelegenheiten draußen.

32 Büros mit 60 Arbeitsplätzen

Nun, wer gut isst, darf natürlich auch gut arbeiten, aber dann bitte auch an zeitgemäßen Arbeitsplätzen, die in den beiden Stockwerken über der Kantine entstehen werden. Diplom-Ingenieur und Architekt Gerd Kaut vom Marburger Architektenbüro Artec, das den vorgelagerten Architekten-Wettbewerb gewonnen hatte, erläuterte, dass insgesamt 32 Büros mit 60 Arbeitsplätzen vorgesehen sind. Die Nutzung der Räume soll sich dabei an den Bedürfnissen der Mitarbeiter beziehungsweise an den Aufgaben orientieren, die flexibel in größeren oder kleineren Organisationseinheiten erledigt werden sollen. Auf einem vergrößerten Flur können Mitarbeiter für Meetings schnell zusammenkommen.

Zachow unterstrich die Notwendigkeit, attraktive Arbeitsplätze zur Verfügung stellen zu wollen. Er ist sich sicher, dass im Kampf um Fachkräfte nicht ausschließlich das Gehalt den Ausschlag gebe, sondern auch die Ausstattung und das Umfeld des Arbeitsplatzes.

Da wolle man ganz moderne und zeitgemäße Angebote machen können. Erst im Neubau, später dann auch im Hauptgebäude, wenn dieses umfassend umgebaut und energetisch saniert werde. Reiner Röder, vom Fachbereich Schule und Gebäudemanagement, führte aus, dass man in Sachen Heizung gerne auf regenerative Energie zurückgreifen möchte, entweder über ein Nahwärmenetz oder, wenn dies nicht möglich sei, über eine Holzpellet-Heizung.

Kantine steht Menschen im Quartier offen

Das neue Gebäude selbst werde eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach erhalten, soll Ressourcen schonend und nachhaltig gebaut werden, eine hohe Attraktivität besitzen und auf Menschen einladend wirken.

„Wir wollen uns damit ganz bewusst nach außen öffnen, Teil des Quartiers sein“, sagt Zachow. Das bedeutet auch, dass Menschen, die in der Umgebung leben, auch die Kantine besuchen können. Ein flexibel nutzbarer Nebenraum könne für Besprechungen, Tagungen oder Empfänge genutzt werden und soll auch externen Interessierten zur Verfügung stehen.

„Mit dieser Öffnung verfestigen wir das Fundament und legen einen weiteren Baustein für das Prinzip des ,Open Government‘, das wir als Verwaltung leben und weiter entwickeln möchten“, führte Zachow aus und wies dabei darauf hin, dass dies der Kerngedanke sei, den auch Landrätin Kirsten Fründt seit den ersten Diskussionen um den Neubau im Jahr 2016 immer mit verfolgt habe. Neben Kantine und Büros wird in dem Gebäude auch noch das Rechenzentrum eine neue Heimat finden. Darauf freut sich Thomas Knies vom Fachbereich IT schon sehr, denn die Aufgaben im Zuge der Digitalisierung seien sehr umfangreich.

Es gehe dabei auch darum, maximalen Schutz für sämtliche Daten bieten zu können. Ob die 12,5 Millionen Euro Baukosten eingehalten werden können, vermag derzeit nicht zuletzt aufgrund der massiv gestiegenen Preise im Bausektor niemand zu sagen, doch überwiege jetzt die Freude, das Projekt in der Umsetzung zu wissen, so Zachow. Immerhin, gut die Hälfte der veranschlagten Kosten wird durch einen Zuschuss des Landes im Rahmen der Hessenkasse finanziert.

Von Götz Schaub