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Marburg Bezahlen mit dem Handy liegt im Trend
Marburg Bezahlen mit dem Handy liegt im Trend
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13:00 11.08.2019
Mobiles Bezahlen wird in Deutschland zunehmend beliebter.  Quelle: Franziska Gabbert
Marburg

„Der Knoten ist geplatzt“, sagt Marion Closmann. Seit mehreren Monaten bietet die Inhaberin des Cineplex ihren Kunden an, Filme und Popcorn kontaktlos mit dem Smart­phone zu bezahlen. Die Nachfrage danach ist groß. „Es trifft den Nerv junger Gäste.“ Anders als etwa bei der Einführung des Online-Ticketkaufs müssen ihre­ Kunden nicht dazu ermuntert werden, diese Neuerung zu nutzen, sagt Closmann.

Doch nicht nur im Marburger Kino, sondern auch deutschlandweit wird das mobile Bezahlen mit dem Smartphone oder der Kreditkarte zunehmend ­beliebter. Laut einer im Juli dieses Jahres veröffentlichten Postbank-Studie nutzen mittlerweile 33 Prozent der Verbraucher die Möglichkeit zum kontaktlosen Begleichen der Rechnung. Vor einem Jahr waren es erst 20 Prozent. Auf Bargeld wollen die meisten Bundesbürger aber dennoch nicht verzichten.

Nach wie vor scheiden sich beim Thema mobiles Bezahlen die Geister. Immerhin 47 Prozent der Bundesbürger (Vorjahr: 61 Prozent) lehnen es weiterhin ab. Hauptgrund dafür ist der Umfrage zufolge die Sorge, dass die zum Bezahlen genutzte Karte oder das Smartphone gestohlen werden könnten. Ohnehin ist den Verbrauchern das Bargeld immer noch lieb und teuer.

Deutsche hängen mehr am Bargeld als andere Europäer

Nur 26 Prozent der Befragten würden es begrüßen, wenn es gar keine Münzen und Scheine mehr gäbe. Jeder Zweite hingegen fände das „gar nicht gut“. Peter Ahrens bestätigt die Studie. Etliche Kunden können sich nach wie vor nicht vom Bargeld trennen, sagt der Inhaber des Kaufhauses Ahrens. Aber: „Der Zug ist abgefahren. Das mobile­ Bezahlen wird auch bei uns kommen“, sagt er. Helga Asmus vom Ahrens-Marketing sagt, dass das neue Bezahlsystem in einem Jahr, Ende 2020, eingeführt werden solle.

Während das bargeldlose Bezahlen in anderen Ländern zur Gewohnheit geworden ist, wird es in der Bundesrepublik dafür noch etwas dauern, glaubt Marburg-Biedenkopfs Sparkassen-Chef Andreas Bartsch: „Die Deutschen hängen mehr am Bargeld als alle anderen Europäer.“ Schon jetzt aber nutzen Kunden zunehmend bargeldlose Möglichkeiten, sagt Bartsch.

Der Grund: Für viele ist es einfacher. Man müsse sich nicht mehr Gedanken machen, wo der nächste Bankautomat ist. Gleichzeitig haben auch die Banken dadurch Vorteile, da die Bargeld-Logistik teuer sei. Insbesondere die Sparkassen-App erfreue sich steigender Beliebtheit, sagt Bartsch. Kunden können so mit ihrem Smartphone kontaktlos Bezahlen, in dem sie ihr Handy – analog zur Geldkarte – an das Kassenterminal halten.

Sparkassen-Azubis nehmen an Bundes-Wettbewerb teil

Genau darum geht es auch in einem neuen Werbespot, den Auszubildende der Sparkasse gedreht haben. Die Azubis nehmen an einem bundesweiten Wettbewerb aller Sparkassen teil, bei dem sie eine eigene ­Vertriebskampagne entwickeln müssen. Das Team kann dabei entscheiden, welche Produkte­ oder Leistungen es bewerben will.

Julian Wagner, Felix Müller, Julian Michel, Timo Brusius, Denise Ritter und Julian Blöcher entschieden sich für das mobile Bezahlen. Die Auszubildenden hoffen mit ihrem Werbespot und weiteren Aktionen während der am Montag startenden vierwöchigen Kampagne, Kunden vom mobilen Bezahlen begeistern zu können.

Am Ende entscheidet ein Bewertungskomitee. Neben der Kampagne zählt für die Jury auch der Erfolg in der Praxis: Jede Neuregistrierung hilft den Azubis. Sparkassen-Chef Bartsch lobte die Eigenständigkeit der jungen Kollegen, die die Kampagne alleine planten und bei der Umsetzung Hilfe von Cineplex, Ahrens und GP Photography erhielten.

von Tobias Kunz und unserer Agentur