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Marburg Mittlerer Pfeiler der Brücke trockengelegt
Marburg Mittlerer Pfeiler der Brücke trockengelegt
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17:47 08.05.2018
Arbeiten an der Weidenhäuser Brücke: Ein Kran senkt Sandsäcke in die Lahn ab. Quelle: Thorsten Richter
Marburg

„Wir sind gerade dabei, die schwierigsten Pfeiler trockenzulegen“, erklärt Bernhard Ivo vom DBM. Sein Team ist in der Zwischenzeit gut vorangekommen, hat oberhalb der Brücke schon tonnenweise Material vor dem mittleren Segmentbogen in die Lahn abgesenkt. Aktuell bauen sie die gleiche Barriere unter dem Bogen, um den gesamten mittleren Bereich unterhalb der Brücke trockenlegen zu können. „Das müssen wir machen, damit in der nächsten Woche wieder die Gerüstbauer anrücken können, um das Traggerüst fertigzustellen“, erklärt er. „Wir müssen also gut und schnell arbeiten, damit die nachfolgenden Firmen pünktlich mit ihrer Arbeit beginnen können.“

Denn die Pfeiler müssen trockengelegt sein, damit auf den Betonfundamenten der Brücke das Traggerüst aufgestützt werden kann, heißt es in der Pressemeldung der Stadt weitet. Das Traggerüst wiederum ist unbedingt notwendig, damit die Weidenhäuser Brücke bei den Arbeiten an der Fahrbahn keinen Schaden nimmt.

Unter dem rechten und linken Bogen stehen die Traggerüste bereits. Das Flussbett hatten die Mitarbeiter des DBM dort schon trockengelegt, damit die Gerüstbauer arbeiten konnten. Anschließend haben sie die sogenannte „Wasserhaltung“ wieder abgebaut. Unter den äußeren Bögen kann die Lahn wieder ungehindert fließen. Besondere Herausforderungen bietet nun allerdings der mittlere Teil.

„Wir müssen ein 22 Meter breites Stück Lahn trockenlegen“, so Joachim Brunnet, Betriebsleiter des DBM. Dabei ist die Lahn hier mit aktuell 2,80 Meter sogar bei Niedrigwasser am tiefsten – außerdem ist dort die Hauptströmung. „Die Wasserhaltung muss hier einen Druck von 50 bis 70 Tonnen aushalten“, erklärt Ivo. Diesem Druck stellt das Team vom DBM mit 20 Kubikmetern Holz und 300 Tonnen Stampflehm entgegen: Sie fertigen sogenannte Verbaukästen aus dem Bauholz. Diese werden dann in die Lahn gesetzt und jeweils mit rund 17 Tonnen Lehm gefüllt. Nebeneinander gesetzt verdrängen sie das Lahnwasser in die seitlichen Durchlässe. „Weil der Druck so groß ist, setzen wir V-förmig noch große Sandsäcke vor die Kästen. So wird der Druck verteilt“, erklärt Ivo.

Baudezernent Stötzel erklärt, dass die Arbeiten im Zeitplan liegen, die weiteren an der Brücke beschäftigten Baufirmen gemäß ihren Einsatzplänen weitermachen können. Parallel zum DBM sind das aktuell etwa die Steinmetze. Aber auch die Gerüstbauer starten in den nächsten Tagen ebenfalls wieder mit dem Montieren der Traggerüste.