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Marburg Lebenshilfen fordern Corona-Prämie
Marburg Lebenshilfen fordern Corona-Prämie
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14:00 09.06.2022
Eine Mitarbeiterin eines Corona Testzentrums hält ein Teststäbchen für einen Nasen-Rachenabstrich.
Eine Mitarbeiterin eines Corona Testzentrums hält ein Teststäbchen für einen Nasen-Rachenabstrich. Quelle: Christian Charisius
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Marburg

Die Sprecher der sechs Lebenshilfen in Mittelhessen beklagen eine große Ungerechtigkeit: Sie vertreten gut 4. 000 Mitarbeiter, die mehr als 7. 000 Menschen mit Behinderung betreuen. Doch sollen die Beschäftigten bei der Corona-Prämie wohl erneut leer ausgehen, so die Befürchtung.

„Es gibt keinen Grund, warum Beschäftigte der Behindertenhilfe erneut keine Corona-Prämie erhalten sollen. Sie wurden von der Politik schon 2020 schlicht vergessen, nun soll sich das wiederholen. Das ist ein Skandal“, heißt es von den Geschäftsführern und Vorständen der Lebenshilfen – auf den wollen die Institutionen in Marburg, Gießen, Dillenburg, Limburg, Wetzlar-Weilburg und Wetterau jetzt erneut gemeinsam aufmerksam machen. Sie fordern nicht nur den Bund, sondern auch das Land Hessen zum Einlenken auf.

Appell an die Politik

Ihren Appell richteten Dirk Oßwald (Gießen), Roland Wagner, Horst Viehl (beide Marburg), Dr. Oliver Schmitzer, Dirk Botzon (beide Dillenburg), Elisabeth Gerheim, Frank Strotmann (beide Limburg), Thomas Bauer (Wetzlar-Weilburg) und Thomas Mächtle (Wetterau) bereits im Januar an die Bundespolitik, die kürzlich erneut eine Corona-Prämie als Pflege-Bonus in Höhe von bis zu 3.000 Euro nur für Mitarbeitende in Krankenhäusern und Altenpflegeheimen beschlossen hat. „Tatsächlich hatte unser Appell und der anderer Verbände gefruchtet, Kabinett und Koalition in Berlin haben sich mit dem Thema beschäftigt und politischen Willen gezeigt. Es stellte sich aber heraus, dass für die Finanzierung der Behindertenhilfe die Bundesländer zuständig sind“, heißt es vonseiten der Sozialverbände. Daher bitte man nun sowohl den Ministerpräsidenten als auch „Sozialminister Kai Klose (Bündnis 90/Die Grünen) und die Fraktionen im hessischen Landtag eindringlich darum, die vielen tausend Beschäftigten der Behindertenhilfe in Hessen nicht erneut zu vergessen und ihnen ebenfalls analog der Bundesregelungen einen Corona-Bonus zukommen zu lassen“, machten die Geschäftsführer der Lebenshilfen deutlich. Die Corona-Pandemie habe die Beschäftigten in der Behindertenhilfe mindestens so stark belastet wie deren Kollegen in der Alten- und Krankenpflege, weil ihre Klienten vielfach die Maßnahmen und Einschränkungen oft nicht verstünden und entsprechend reagierten. „Für Wohnstätten, Werkstätten, Tagesförderstätten und Frühförderstellen gelten bis heute zudem extreme Einschränkungen, die die Arbeit zusätzlich körperlich und psychisch belasten“, heißt es.

„Viele Stellen unbesetzt“

„Unser Personal war und ist auch in der vierten Welle maximal gefordert. Zusätzlich zur Pandemie ist dieser Bereich extrem durch den Fachkräftemangel betroffen. Viele Stellen sind unbesetzt. Viele Kollegen sind körperlich und psychisch am oder über dem Limit“, mahnen die Geschäftsführer. Für die Vorstände der mittelhessischen Lebenshilfen besteht kein Zweifel: „Wir wissen, was unser Personal tagtäglich leistet! Unsere Einrichtungen und Dienste sind in jeder Hinsicht mit Altenpflegeheimen vergleichbar, deshalb fordern wir die gleiche Anerkennung durch die Politik“, verdeutlichten Oßwald, Wagner, Viehl, Dr. Schmitzer, Botzon, Bauer, Gerheim, Schlenz und Mächtle abschließend in Richtung Wiesbaden.

Von unseren Redakteuren