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Marburg UKGM bestreitet Pflegenotstand
Marburg UKGM bestreitet Pflegenotstand
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18:00 21.11.2019
Rund um die angespannte Pflegesituation am UKGM gibt es weiter heftige Diskussionen. Quelle: Thorsten Richter
Marburg

Personalmindeststandards, die nicht eingehalten werden, permanente Überlastung und eine „Pflege am Limit“ – das ist die Situation, wie sie Pflegekräfte am UKGM Marburg gegenüber der OP schildern. Eine Pflegekraft beschreibt die Situation auf den Intensivstationen damit, „dass in Marburg katastrophale und fast regelmäßig patientengefährdende Zustände im Uniklinikum herrschen“.

Das bestreitet die Geschäftsführung des Klinikums indes. Man habe „gegen den bundesweiten Trend ausreichend Mitarbeiter auch für unsere Intensivstationen gewinnen ­können“, teilte Dr. Gunther K. Weiß, Vorsitzender der Geschäftsführung, auf Anfrage der OP mit.

„Auf unseren Intensivstationen wurden die Personaluntergrenzen nicht nur eingehalten, sie wurden auch übererfüllt.“ Gleichwohl gebe es auf dem Markt eine extreme Nachfrage nach Pflegekräften – was dazu führe, dass unter anderem Abwerbe­prämien gezahlt würden. Vor diesem Hintergrund empfehle Weiß „allen Beteiligten ein besonnenes Vorgehen“.

Fabian Dzewas-Rehm von der Gewerkschaft Verdi bezeichnet die Situation als einen „politisch gewollten Pflegenotstand“, das Land müsse seiner Verantwortung gerecht werden und an das UKGM zumindest öffentliche Investitionsmittel zahlen, wenn es die Klinik nicht wieder in die öffentliche Trägerschaft zurückholen wolle.     

von Andreas Schmidt

Weitere Informationen zum Thema finden Sie hier. (Der Artikel ist nach Anmeldung für OP-Leser zugänglich)