Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Marburg Mit neuer Doppelspitze in den Wahlkampf
Marburg Mit neuer Doppelspitze in den Wahlkampf
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:09 28.09.2020
Sören Bartol und Kirsten Fründt bilden die neue Doppelspitze der Kreis-SPD. Quelle: Foto: Manfred Hitzeroth
Anzeige
Marburg

Zwei Parteitage in einem wegen Corona: die Kreis-SPD musste sich am Samstag in der Sporthalle am Gaßmann-Stadion ein Mammutprogramm zumuten: Erst holten die Genossen den regulären Unterbezirksparteitag nach, bei dem turnusmäßig ein neuer Vorstand gewählt wurde. Danach folgte die Aufstellung der Liste für die Kreistagswahlen im März 2021. Aus gegebenem Anlass kam am Anfang ein Überraschungsgast: Landrätin Kirsten Fründt, die eigentlich noch in der Rekonvaleszenz-Phase ist, hatte ihren ersten öffentlichen Auftritt nach ihrer überstandenen Krebserkrankung. Nach dem Willen der Kreis-SPD bildet sie künftig mit dem bisher alleine amtierenden Vorsitzenden Sören Bartol gemeinsam eine Doppelspitze.

„Vielen Dank für die Genesungswünsche und dafür, dass ihr an mich gedacht habt. Das hat mich gefreut und bestärkt“, sagte die sichtlich gerührte Kirsten Fründt zu den rund 100 Delegierten. In den kommenden Wochen will Fründt sich vor allem darauf konzentrieren, „wieder richtig fit zu werden, um ihr Amt als Landrätin, für das sie im vergangenen Jahr in der Direktwahl wiedergewählt wurde, „bald wieder uneingeschränkt auszuüben“, wie sie sagte. Für Fründt gab es großen Rückhalt von ihrer Partei. Sowohl für den Vorstandsposten in der neuen Doppelspitze als auch für ihre Kandidatur als Nummer 1 auf der Kreistagswahlliste gab es jeweils 99 Prozent der Stimmen.

Anzeige

Etwas weniger Zustimmung erhielt bei der Kandidatur für die Doppelspitze der bisherige Unterbezirks-Vorsitzende Sören Bartol mit 87,3 Prozent der Stimmen. Bei seinem Rückblick auf die vergangenen zweieinhalb Jahre erwähnte er, dass nach der vom Ergebnis her enttäuschenden Landtagswahl und der Europawahl die SPD aus einer schweren Situation eine neue Einigkeit gewonnen habe. Für das anstehende Jahr hat Bartol als Wahlkämpfer gleich zwei Aufgaben: bei der Bundestagswahl im Herbst die Verteidigung seines Bundestagsmandats und zuvor schon im Frühjahr die Kommunalwahlen.

16 Anträge wurden am Samstag jeweils einstimmig angenommen. Darin machen sich die Kreis-Sozialdemokraten unter anderem stark gegen den Missbrauch von Leiharbeit, wollen Plastik als Wertstoff besser nutzen oder fordern einen zeitpolitischen Wandel sowie mehr Familienfreundlichkeit in der Kommunal- und Parteipolitik. Nach parteiöffentlichen Videokonferenzen und Präsenztreffen in den kommenden Wochen soll am 21. November bei einem Programm-Parteitag das Programm der SPD für die Kreistagswahl festgeklopft werden.

Nach der Abarbeitung von Teil 1 folgte mit nahezu derselben Besetzung der zweite Parteitags-Teil: die Zustimmung zu der 100 Personen umfassenden Liste für den Kreistag, der 81 Sitze hat.

Unterbezirks-Vorsitzender Bartol hofft, dass die SPD noch deutlich mehr Stimmen holt als beim letzten Mal. „Wir wollen die stärkste Kraft im Kreistag bleiben“, sagte er. Aus seiner Sicht sollten die ersten 40 Listenplätze als sicher gelten.

Bei der Aufstellung der Liste im Vorfeld habe der Vorstand vor allem drei Kriterien beachtet, wie Sören Bartol betonte: Es sollen mehr junge Leute auf den vorderen Listenplätzen zu finden sein, bis Platz 62 sind die Plätze geschlechterparitätisch besetzt, zudem sollten alle einzelnen Landkreis-Gemeinden vertreten sein.

Zwar bemängelte Joachim Ciliox (Dautphetal), dass aus seiner Sicht das Hinterland in dieser Liste zu schlecht vertreten sei. Doch der Rest des Nominierungs-Parteitags teilte diese Meinung nicht. So wurde die 100er-Liste schließlich auch ohne Kampfkandidaturen gebilligt.

Von Manfred Hitzeroth