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Marburg Studierende lernen mit medizinischen Masken
Marburg Studierende lernen mit medizinischen Masken
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16:25 04.02.2021
Student Daniel Richarz kommt mit FFP2-Maske aus der Universitätsbibliothek in Marburg. Er schreibt gerade an seiner Masterarbeit im Studiengang „Geschichte der Internationalen Politik“.
Student Daniel Richarz kommt mit FFP2-Maske aus der Universitätsbibliothek in Marburg. Er schreibt gerade an seiner Masterarbeit im Studiengang „Geschichte der Internationalen Politik“. Quelle: Foto: Thorsten Richter
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Marburg

Die Arbeitsplätze in der Marburger Uni-Bibliothek (UB) dürfen nur Studierende benutzen, die medizinische OP-Masken tragen, mit denen sie Mund und Nase bedecken. Wer solch eine Regelung früher eher als eine Art Science-Fiction-Stoff angesehen hätte, wird in Pandemie-Zeiten eines anderen belehrt.

Seit Ende vergangener Woche sind im verschärften Lockdown die Bedingungen auch für die Bibliotheksnutzung noch einmal strenger geworden. „Wir haben für die Universität insgesamt 200 000 OP-Masken gekauft“, erläutert Uni-Vizepräsident Professor Thomas Nauss im Gespräch mit der Oberhessischen Presse. Diese Masken werden für den Rest-Unialltag benötigt. So werden sie an die Teilnehmer der Prüfungen zum Semesterende ausgegeben, aber auch an die Bibliotheksnutzer.

Auch in den Leseplätzen in der UB hat die Corona-Pandemie zu strikten Abstandsbegrenzungen geführt. Pro Tag sind in der Uni-Bibliothek 420 dieser Arbeitsplätze gleichzeitig benutzbar, erläutert die Bibliotheksdirektorin Dr. Andrea Wolff-Wölk auf OP-Anfrage. Das sind rund ein Drittel der sonst benutzbaren Plätze. Aufgrund der angespannten Corona-Lage gibt es zudem derzeit nicht die Möglichkeit für die Presse zu einem Rundgang durch die UB. Deswegen darf auch die OP zurzeit keine Fotos im Inneren der Bibliothek machen.

Nicht nur die Studierenden und Uni-Mitglieder, sondern darüber hinaus auch alle anderen Inhaber einer U-Card können nach wie vor die Ausleihe nutzen. Für die Arbeitsplätze in den Lesesälen gilt aber ein spezielles Reservierungssystem, das nach Angaben von Uni-Vizepräsident Nauss ein wenig vergleichbar ist mit den Sitzplatz-Reservierungen in den ICE-Zügen der Deutschen Bahn. Die Plätze, für deren Belegung eine Zeitbegrenzung von maximal sechs Stunden gilt, sind nummeriert.

„Die Nutzer sind flexibel. Ich finde, dass es ganz gut läuft“, erklärt Wolff-Wölk. Seit kurzem seien die Regeln allerdings verschärft worden, auch um die Uni-Bibliothek trotz der gestiegenen Infektionszahlen weiter geöffnet zu halten. „Und das geht nur, wenn sich alle an die Regeln halten“. Deswegen wurden in den vergangenen Wochen auch einige Hausverweise ausgesprochen, die jeweils für einen Tag gültig gewesen seien.

Zu den Verstößen zählte neben dem zeitweisen Absetzen der Masken auch die Nicht-Einhaltung oder die zeitweise Benutzung von Einzelarbeitskabinen durch mehr als eine Person. „Im November und Dezember konnten wir es noch bei individuellen Ansprachen belassen“, erläuterte Vize-Präsident Nauss im Uni-Senat. Jetzt gebe es aber eine strengere Auslegung der Regeln vonseiten der Uni- und Bibliotheksleitung und auch der Aufenthalt im Atrium ist nicht mehr möglich, es soll nur noch als Durchgangs-Passage genutzt werden.

Dies führt bei den Studierenden nicht nur zu Begeisterung. So berichtete eine Studierenden-Vertreterin im Uni-Senat von einer angespannten Atmosphäre in der Bibliothek.

Nauss wirbt um Verständnis für die momentanen Einschränkungen und Überwachungen der studentischen Arbeitsplätze bei allen Bibliotheksnutzern. „Sonst ist die Uni-Bibliothek auch ein zentraler Treffpunkt für die Studierenden in Marburg“, weiß auch Nauss. Doch derzeit und zunächst bis auf Weiteres könne die UB kein Ort für ein ausgelassenes Studentenleben sein. Dem stimmt auch Bibliotheksdirektorin Wolff-Wölk zu. Es gehe in der momentanen Pandemie-Lage vor allem darum, weiter das wissenschaftliche Arbeiten in der Bibliothek zu ermöglichen.

Von Manfred Hitzeroth

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