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Marburg „Rotschwänzchen“ blicken in die Zukunft
Marburg „Rotschwänzchen“ blicken in die Zukunft
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14:00 26.10.2020
Blick auf den Marburger Stadtteil Michelbach. Quelle: Thorsten Richter
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Michelbach

Die Martinskirche ist die älteste Kirche Marburgs, in der noch Gottesdienste stattfinden. Die Hessenwiese ist wie ein Kunstwerk, auf der Apfelbäume das Bundesland skizzieren und das Ewige Tal ist eine Frischluftschneise, die von vielen Michelbachern zum Spazierengehen genutzt wird. Dann sind da noch die alten Höfe, die Kulturscheune und der Kunstweg. Das alles soll die Jury von „Unser Dorf hat Zukunft“ davon überzeugen, dass Michelbach wirklich Zukunft hat.

Eine Projektgruppe hat sich zusammengeschlossen. Dr. Martin Kaminski hat die Leitung übernommen. Zusammen mit Bernd Geiler, Dr. Harald Zeiher, Peter Aab, Peter Wagner, Peter Pittner, Heiner Heinzmann und Agnes Kaminski trifft er sich regelmäßig. Der Projektantrag ist schon gestellt, am Montag (26. Oktober) ist der erste Rundgang mit Margot Schneider. Sie betreut die Bewerber, arbeitet im Fachdienst Erzeuger und Verbraucherdialog des Landkreises. Los geht es um 15.30 Uhr an der Kulturscheune.

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Acht Stationen sollen die Jura überzeugen

Mit acht Stationen soll die Jury von der Zukunftsfähigkeit des Ortes in genau einem Jahr überzeugt werden. Denn die diesjährige Preisvergabe wurde abgesagt, aber alle Bewerber aus 2020 können auch 2021 wieder mit dabei sein, wenn sie denn möchten. Und Michelbach will.

Während des Treffens am vergangenen Dienstag wurde noch einmal eindeutig festgelegt, dass es wichtig ist zu zeigen, „wie wir leben und wie wir versuchen, gemeinschaftliches Leben zu gestalten“, sagte Martin Kaminski. Schon im Bewerbungsschreiben sei vor allem die gute Infrastruktur mit den zwei Kindergärten, der Schule und die hohe Vereinsdichte hervorgehoben worden.

Mit einem Mailverteiler sollen nun die Bürger immer mal wieder über den Fortgang des Projektes informiert werden. Natürlich wird auch regelmäßig in der Michelbacher Zeitung darüber berichtet. „Wir sind doch auf die Mitarbeit der Bürger angewiesen. Sie sind Michelbach und können sich jederzeit beteiligen“, betonte Bernd Geiler und hofft auf eine große Bürgerbeteiligung. Informationen sollen auch auf der Michelbacher Internetseite ausgespielt werden. Diskutiert wurde, ob es eine eigene geben sollte oder die Bürger mit einem Klick von der Ortsseite navigiert werden. Für Letzteres wurde sich dann schließlich entschieden.

Das Projekt-Logo steht noch nicht fest

Beim Projekt-Logo allerdings gab es noch keine Entscheidung. Heiner Heinzmann hatte mehrere Vorschläge oder besser Ideen gezeigt, in denen die Kirche und auch das Rotschwänzchen immer wieder vorkamen. Denn als Letzteres werden die Michelbacher wohl schon seit Jahrzehnten, vielleicht Jahrhunderten, bezeichnet. So jedenfalls berichtete Heiner Heinzmann.

Er soll nun für die nächste Sitzung noch einmal an den Entwürfen feilen, damit eine endgültige Entscheidung getroffen werden und das Logo bei sämtlicher Korrespondenz, Plakaten und vielleicht sogar im eigens gedrehten Film auftauchen kann.

Unser Dorf hat Zukunft

Mit dem hessischen Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ werden das Engagement der Bürger und herausragende Ideen und Projekte zur zukunftsfähigen Entwicklung der hessischen Dörfer herausgestellt. Der Dorfwettbewerb lebt vom gemeinsamen Handeln der Menschen im Zusammenwirken mit der für die Gesamtentwicklung verantwortlichen Kommune. In einem gemeinsamen Entwicklungsprozess können so die Zusammenarbeit im Dorf vertieft und neue Ge­meinsamkeiten entdeckt werden. Positive Beispiele sollen zur Nachahmung anregen und erfolgrei­che nachhaltige Entwicklungen initiieren.

Ziel ist es, die Dorfgemeinschaft dazu zu bewegen, ihre Chancen zu erkennen und die Zukunft ihres Dorfes aktiv in die eigenen Hände zu nehmen. Der Wettbewerb soll für alle Beteiligten ein Anreiz sein, die Lebensqualität im Dorf zu verbessern und zu einer lebenswerten Zukunft für die nachfolgende Generation beizutragen. Dabei sind Arbeiten und Wohnen wichtige Faktoren. Darüber hinaus spielt das Dorf im ländlichen Raum eine wichtige Rolle für Erholung und Freizeit sowie für soziale und generationsübergreifende Verantwortungsübernahme.

Grundlage der Bewertung der Wettbewerbsbeiträge ist eine ganzheitliche Betrachtung des Lebensraumes Dorf vor dem Hintergrund der jeweiligen Ausgangslage. Der Blick richtet sich dabei sowohl auf die vielfältigen Funktionen, das Erscheinungsbild von Dorf und Landschaft, als auch auf die örtliche Wirtschaftskraft, die soziale und kulturelle Integration der verschiedenen Bevölkerungsgruppen und die Angebote und Selbsthilfemaßnahmen. Teilnahmeberechtigt sind alle räumlich geschlossenen Orte mit überwiegend dörflichem Charakter bis zu 3 000 Einwohner. Weiterhin sind Zusammenschlüsse von benachbarten Dörfern teilnahmeberechtigt, die sich einer zukunftsfähigen Entwicklung im Sinne des Dorfwettbewerbs verpflichtet haben und von ihrer Struktur her ländlich geprägt sind.

Anmeldeschluss für den 37. Wettbewerb in Hessen ist der 31. Mai 2021. Die Anmeldungen der Orte sind durch die Kommunen bei den beauftragten Landrätinnen und Landräten abzugeben.

von Katja Peters

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