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Marburg Mehr Studenten ziehen in eine WG
Marburg Mehr Studenten ziehen in eine WG
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00:16 26.01.2019
Marburg ist die Stadt der Wohngemeinschaften: Mehr als die Hälfte aller Studenten der Philipps-Universität leben in einer WG oder – wie Philipp Messner – in einem Wohnheim (Archivfoto). Quelle: Thorsten Richter
Marburg

Die erste eigene Bude? Das war einmal. Aus Daten des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE) geht hervor, dass 49,1 Prozent aller Marburger Studenten in WGs wohnen. Das CHE hat in den vergangenen Monaten Studenten danach gefragt, wie sie wohnen, und die Angaben mit einer Befragung aus dem Jahr 2003 verglichen.

Marburg liegt mit diesem Wert in der aktuellen Liste auf Rang eins der großen Uni-Städte, knapp vor Flensburg und Karlsruhe mit je rund 48 Prozent. Hessenweit liegt Marburg um Längen vorne, in Gießen, Kassel, Frankfurt, nur in Wiesbaden lebt laut CHE-Erhebung etwa jeder Vierte in einer WG.
Die Veränderungen zwischen den Jahren 2003 und 2018 sind deutlich, sowohl bundesweit als auch in Marburg.

In Gießen mehr Studenten im Elternhaus

Während es vor 16 Jahren in der Universitätsstadt noch 37 Prozent der Studenten waren, die in WGs wohnten – schon damals deutscher Top-Wert – ist deren Quote immer weiter, auf nun rund die Hälfte gestiegen.

Bezogen auf alle deutschen Uni-Städte – inklusive kleiner Standorte wie das niedersächsische Elsfleth mit etwa 1000 Studenten – ist die WG-Quote in diesem Zeitraum von 22 auf 31 Prozent gestiegen. Doch im Gegensatz zum Bundestrend stagniert diese Quote etwa in Gießen, dafür schoss dort die Zahl derer, die während des Studiums bei ihren Eltern wohnen in die Höhe (rund 40 Prozent).

In Marburg verdoppelte sich die Quote derer, die bei Mama und Papa leben zwar sogar – allerdings auf geringem Niveau von 7,7 auf 13,8 Prozent. Einen Rückgang gibt es beim Anteil derer, die ein eigenes Apartment mieten: Von einst mehr als einem Drittel (35 Prozent) ist der Wert auf nun 28,4 Prozent gesunken.

Ersparnis in Marburg am höchsten

Ein Platz in einer Marburger WG kostete laut jüngster Mietpreis-Analyse des Dienstleisters Immoscout zuletzt im Durchschnitt 335 Euro. Trotz seit Jahren steigender Zimmerpreise auch im WG-Sektor, ist die Kostenersparnis in der Stadt im Vergleich zum Wohnen in einer Singlewohnungen deutschlandweit mit am höchsten, sie liegt bei 16 Prozent.

Ein Abschmelzen ist laut CHE-Befragung auch bei der Belegung der Wohnheim-Plätze zu verzeichnen – allerdings hat das Marburger Studentenwerk angesichts steigender Studentenzahlen in den vergangenen Jahren auch immer neue Kapazitäten geschaffen, etwa in der ­Gutenbergstraße oder im Waldtal.

Grundsätzlich ist im CHE-Untersuchungszeitraum die Zahl der eingeschriebenen Studenten in Marburg von unter 20 000 auf bis zu 27 500 gestiegen.

von Björn Wisker