Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Marburg Mehr Platz für Radfahrer
Marburg Mehr Platz für Radfahrer
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:26 14.12.2020
Am Samstag protestierten rund 200 Fahrradfahrer für eine andere Verkehrspolitik in Marburg. Quelle: Foto: Björn Wisker
Anzeige
Marburg

Fähnchen, Klingeln und jede Menge Lichter begleiten sie auf ihrem Weg durch die Stadt: Rund 200 Demonstrationsteilnehmer haben am Samstag für eine andere Verkehrspolitik in Marburg protestiert.

Tempo 60 auf der Stadtautobahn, Tempo 30 in der ganzen Stadt, „Am Grün“ ebenso zur Fahrradstraße umwidmen wie die Wilhelmstraße, Stoßzeiten-Sperrung der „Leopold-Lucas-Straße“ im Schulviertel für Autos: Das sind – neben dem Ruf nach einem Stopp des A 49-Weiterbaus – die wesentlichen Forderungen der Gruppen rund um die „Bürgerinitiative Verkehrswende“.

Anzeige

Busse im Viertelstundentakt

Wie schon in den vergangenen Monaten fordern die Organisationen zahlreiche strukturelle Veränderungen und Verbesserungen speziell in Marburgs Nahverkehr. Konkret: einen Viertelstunden-Takt der Busse in alle kernstadtnahen Ortsteile sowie eine 30-minütige Anbindung der Außenstadtteile. Eine schrittweise Senkung der Ticketpreise solle – so hieß es bei einer Demo im Sommer – bis zum Jahr 2025 für einen Kostenlos-Nahverkehr in Marburg sorgen.

Verdi tritt Protest-Bündnis bei

Beim jüngsten Protest stand der Nahverkehr nicht zuletzt deshalb im Fokus, weil die Gewerkschaft Verdi dem Protest-Bündnis beigetreten ist und Teile der Stadtwerke-Belegschaft vertritt. „Nahverkehrsverbesserungen sind entscheidend für Klima-Verbesserungen. Das Rückgrat der Verkehrswende sind Bus und Bahn“, sagt Gerhard Zissel aus dem Vorstand von Verdi-Mittelhessen bei einer der Kundgebungen. Allerdings brauche es für die Transportmittel auch Fahrer – die man aber nur mit besserem Lohn, besseren Arbeitsbedingungen bekomme. In Marburg gebe es beim Fahrplan „viel Optimierungs-Potenzial“ speziell in Randzeiten und außerhalb der Innenstadtachse.

Ende der autozentrierten Verkehrslenkung

Sara Müller, eine der prägenden Personen der BI, wird im Hinblick auf jahrzehntealte städtische Beschlüsse grundsätzlich: „Was entschieden wird, wird nicht unbedingt und schon gar nicht zeitnah umgesetzt“, sagt sie und meint exemplarisch eine andere Verkehrsregelung zwischen Rudolphsplatz und „Am Grün“. Die Ideen für mehr Klimafreundlichkeit und Aufenthaltsqualität seien nicht neu, es fehle aber die Konsequenz der Umsetzung. „Die autozentrierte Verkehrslenkung muss ein Ende haben“, sagt sie.

Von Björn Wisker