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Marburg Mehr Angebote für Jugendliche – aber wie?
Marburg Mehr Angebote für Jugendliche – aber wie?
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19:58 28.02.2021
Im OP-Talk standen die Oberbürgermeisterkandidaten Rede und Antwort.
Im OP-Talk standen die Oberbürgermeisterkandidaten Rede und Antwort. Quelle: Thorsten Richter
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Marburg

Beim Wahltalk der Oberhessischen Presse zur OB-Wahl offenbarten die acht anwesenden Kandidatinnen und Kandidaten auch im Themenbereich Jugendarbeit, Sicherheit und Ordnung unterschiedliche Auffassungen.

Bei der live gestreamten Debatte, der größten Veranstaltung vor der Wahl am 14. März, sagte CDU-Kandidat Dirk Bamberger, er sehe die Notwendigkeit zu mehr Aufenthaltsflächen für junge Leute, in der Jugendliche, ältere Menschen und Menschen mittleren Alters zusammenkommen. Die Frage ist für ihn: „Welche Spielregeln gelten dort und wie gehen wir mit den Folgeerscheinungen um?“ Bamberger beklagte den „massiven Vandalismus“ im Northamptonpark und forderte, jungen Leuten eine „Leitplanke“ zur Verfügung zu stellen, innerhalb derer sie sich bewegen dürfen.

Bernshausen fordert Unterstützung

Nadine Bernshausen (Grüne) sagte, dass Jugendliche selten mit Zäunen und Repressionen zu erreichen sind. Sie forderte eine größere Unterstützung der vielen Vereine und Initiativen, die Jugendarbeit betrieben.

Michael Selinka (FDP), von Beruf Lehrer, kritisiert eine „Überpädagogisierung“ der Angebote für Jugendliche. Er schlägt mehr Sport- und Bewegungsflächen auch in den Stadtteilen vor. Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies (SPD) sagte, die Stadt entwickle gerade gemeinsam mit Jugendlichen neue Angebotsformate.

Da, wo es Probleme gibt, etwa am Lahnufer, helfe das Verbot, Alkohol zu verkaufen. „Da wäre ich sehr froh, wenn das Land uns die Möglichkeit dazu gibt.“ Spies plädiert zudem für „freundliche Aufpasser“, also Personen mit direktem Draht zu Jugendlichen, die dank ihrer natürlichen Autorität Einfluss nehmen können.

Bastian: „Keine Räume für Jugendliche“

Renate Bastian (Marburger Linke) sagte, die Tatsache, dass Jugendliche zwischen 14 und 20 Jahren keine Räume für sich finden, sei ein soziales Problem und nicht ein Problem der Polizei. „Wenn man auf soziale Probleme mit polizeilichen Maßnahmen reagiert, verschiebt man sie nur.“ Dr. Frank Michler (Weiterdenken Marburg) sprach in diesem Zusammenhang insbesondere eine drohende Videoüberwachung mit Gesichtserkennung an.

Andrea Suntheim-Pichler (Bürger für Marburg) sagte, in ihrer Generation – ohne Internet, ohne Handys – seien junge Leute viel öfter draußen gewesen und hätten deutlich größere Aufenthaltsräume. Heute fehle Fläche, in der Jugendliche sich aufhalten können, und zwar ohne pädagogische Angebote.

Diehl will ein Haus für Jugendliche

Mariele Diehl (Klimaliste Marburg) schließlich wünscht sich ein Haus, in das Jugendliche gehen können, unkompliziert musizieren oder anderen Hobbys nachgehen können.

Von Till Conrad

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