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Marburg Max Giesinger ist verliebt in Marburg
Marburg Max Giesinger ist verliebt in Marburg
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12:00 13.07.2022
Der Sänger Max Giesinger kommt in den neuen Lokschuppen.
Der Sänger Max Giesinger kommt in den neuen Lokschuppen. Quelle: Christoph Köstlin
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Marburg

Am Sonntag (17. Juli) kommt der deutsche Pop-Senkrechtstarter Max Giesinger („80 Millionen“, „Wenn sie tanzt“) in den Marburger Lokschuppen. Es ist das erste große Konzert in dem nagelneuen Event-Zentrum. Erwartet werden 1.200 Fans. Die Show ist bis auf Restkarten ausverkauft. Im Vorprogramm tritt um 19 Uhr Jesse Tellem auf.

Vor dem Konzert sprach die OP mit dem Popstar, dem die Herzen der Frauen nur so zufliegen.

OP: Hallo Max. Sie sind endlich wieder auf großer Tournee und treten am 17. Juli im Marburger Lokschuppen auf. Ihre Fans sind aus dem Häuschen. Worauf dürfen sich Ihre Fans freuen?

Max Giesinger: Nach den letzten zwei Jahren haben meine Band und ich unglaublich Bock, wieder normale Konzerte zu spielen. Wir haben das alles so heftig vermisst.

Die Fans können sich also auf eine extrem motivierte Giesinger-Crew freuen, auf viele neue Songs von „Vier“ und „Vier einhalb“, die wir noch kaum live gespielt haben, und natürlich auf viele der alten Hits.

Sie haben jetzt – wie alle anderen auch – zwei Jahre Corona-Pandemie hinter sich. Die Lockdowns hatten erhebliche Auswirkungen, insbesondere auf die Musik-Szene. Wie ist es Ihnen ergangen?

Die Jahre vor der Pandemie waren wir super viel unterwegs, haben einige Hundert Konzerte gespielt. Die Pandemie war da wie eine Handbremse und ich glaube, alle in der Branche mussten sich da erstmal sammeln. Ich persönlich konnte das am Anfang total gut dafür nutzen, Dinge auszuprobieren, die ich eigentlich schon ewig angehen wollte. Kochen, Bücher lesen, Yoga machen zum Beispiel. Oder mich mit Fragen beschäftigen, die ich mir im Grunde total lange gestellt habe, die ich aber im ganzen Trubel immer ein bisschen von mir weggeschoben habe. Daraus ist vor allem songwritingtechnisch einiges entstanden. Die Auswirkungen waren bei mir also vergleichsweise noch in Ordnung. Das sieht bei vielen Menschen in meiner Umgebung, vor allem bei der Crew und bei den vielen Leuten, die für den Konzertbetrieb arbeiten, ganz anders aus …

Sie spielen ja sicher auch Ihren Song „Taxi“. Der hat eine ganz besondere Bedeutung. Worum geht es darin?

„Taxi“ ist aus einer Erinnerung an einen Bar-Abend entstanden. Ich war vor zehn Jahren mal in einer Bar in Karlsruhe und habe mich mit einer Dame – die, um die es in dem Song geht – total gut verstanden. Aber dann war sie plötzlich einfach weg, ist aus dem Taxi gesprungen und ich hab sie nie wiedergesehen. An diesen Moment habe ich noch total oft gedacht und dadurch kam mir die Idee für „Taxi“.

Die deutsche Künstler Max Giesinger bei einem Auftritt in der Kulturscheune Dagobertshausen im Oktober 2018. Quelle: Jan Bosch

In Marburg erzählt man sich, dass Sie eine sehr spezielle Verbindung zur Stadt haben. Welche ist das?

Ich hatte mal eine Freundin in Marburg und war dort eine Zeit lang jedes zweite Wochenende. Ich hab mich damals total in die Stadt verliebt mit ihren süßen Studentenkneipen und Fachwerkhäusern. Überall gibt‘s Aufläufe aller Art und jede Menge entspannte Leute. Marburg hat für mich die perfekte Größe. Wenn ich irgendwann noch mal studieren sollte, dann dort (Smiley).

Wir leben im Moment in sehr schwierigen Zeiten. Wenn Sie jetzt nach vorne blicken: Worauf freuen Sie sich ganz besonders? Was erhoffen Sie sich von der Zukunft?

Gerade ist es wirklich überhaupt nicht leicht, hoffnungsvoll zu sein, was die Zukunft angeht. Wir kommen aus einer Pandemie, plötzlich gibt es Krieg in Europa und dann wäre da ja noch die drohende Klimakatastrophe. Das sind alles Dinge, gegen die man als Individuum ja kaum ankommt. Da sind die Gesellschaften insgesamt gefragt, allen voran die Politik.

Auch wenn das natürlich nichts am Zustand der Welt ändert, merke ich für mich einfach immer wieder, wie gut es tut, an einem Konzertabend loszulassen und dadurch Kraft zu tanken. Und wenn man die leuchtenden Augen in den Reihen vor sich sieht, ist das einfach ein großartiges Gefühl.

Ansonsten freu ich mich irgendwann, etwas mehr anzukommen und ein kleines Häuschen in der Natur mit Kids und Hund zu haben, da geb ich mir aber noch ein paar Jahre.

Von Uwe Badouin