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Marburg Maske? Sie entscheiden!
Marburg Maske? Sie entscheiden!
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20:52 04.04.2022
Eine medizinische Maske wurde achtlos in die Natur geworfen.
Eine medizinische Maske wurde achtlos in die Natur geworfen. Quelle: isaacz
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Marburg

Nun ist es offiziell: Die Maskenpflicht ist weg. Gäste und Kunden entscheiden jetzt selbst, ob sie Mund und Nase bedecken. Maske oder nicht ist zum Streitthema geworden.

„Ich trage die Maske weiterhin. Corona hört auch nicht auf, nur weil die Politik jetzt so etwas sagt“, meint Robin Klippert (23) aus Marburg. So wie er, sehen das offenbar viele Menschen aus dem Landkreis. Auch Gisela Grabowski (78) aus Wetter. Sie sagt: „Selbstverständlich trage ich die Maske. Ich finde es besser, mich und andere zu schützen.“

Noch unentschlossen war Karina Liebisch (46) aus Holzhausen. Jetzt trägt auch sie Maske beim Einkauf. „Ich selbst habe Corona hinter mir und bin geboostert. Mir kann hoffentlich nicht mehr so viel passieren, aber ich möchte gerne andere Menschen schützen“, sagt sie.

Auch Gladenbacherin Monika Kaufmann (64) vertraut der Sicherheit der Maske und erklärt: „Gerade im Geschäftsleben haben wir viel Kundenkontakt. Einige sehen das zwar etwas lockerer, ich sehe die ganze Situation aber nicht ganz so locker.“

Peter Solms (42) aus Biedenkopf hingegen verzichtet auf die Mund-Nasen-Bedeckung. „Ich bin froh, dass ich die Maske los bin. Die meisten aus meinem Umfeld sind geimpft und ich habe auch schon die dritte Impfung erhalten.“

Die Marburger Allgemeinmedizinerin Dr. Ulrike Kretschmann rät dazu, auch weiter freiwillig den Mund-Nasenschutz zu benutzen. „Gesundheitsminister Lauterbach hat ja auch gesagt, dass bei steigenden Infektionszahlen die Masken weiter sinnvoll sind – eine Maskenpflicht war nur eben juristisch nicht mehr durchsetzbar.“ Ulrike Kretschmann berichtet aus ihrer Praxis von vielen positiven Befunden: „Corona ist nicht weg, wir haben jeden Tag zehn positive Abstriche.“ Die Ärztin glaubt auch, dass mit dem Wegfall der Maskenpflicht auch die Zahl grippaler Infekte wieder stark zunehmen wird: „Wenn Menschen sich wieder näherkommen, ist das gar nicht zu vermeiden.“ Für Allergiker sei eine FFP2-Maske zudem ein probates Mittel, die Pollenlast zu reduzieren, sagt die Medizinerin.

Aerosolforscher Dr. Gerhard Scheuch ist der Meinung, dass man lernen solle, mit Corona zu leben. „Als Wissenschaftler ist man dazu geneigt, das Tragen der Maske weiterhin zu empfehlen“, sagt er. „Dabei ist es sehr viel wichtiger, auf die Lufthygiene zu achten.“ So könne das Infektionsrisiko laut einer italienischen Studie mit einem Luftreiniger um 82 Prozent gesenkt werden. Das schaffe eine Maske nicht. „Wir wollen keine verschmutzte Luft einatmen, genauso wie wir kein schmutziges Wasser trinken wollen, also filtern wir.“ Ob wir, wie bei der Maske, direkt vor dem Mund filtern oder einen Luftreiniger in einen Raum stellen, sei dabei egal.

Von Lucas Heinisch, Carsten Beckmann und Larissa Pitzen

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