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Marburg Aus Defizit wird hoher Überschuss
Marburg Aus Defizit wird hoher Überschuss
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10:00 14.12.2021
Die Stadt geht von einem Überschuss im Verwaltungshaushalt von knapp 36 Millionen Euro aus.
Die Stadt geht von einem Überschuss im Verwaltungshaushalt von knapp 36 Millionen Euro aus. Quelle: Archivfoto
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Marburg

Der Magistrat rechnet im kommenden Jahr mit Einnahmen aus der Gewerbesteuer von 286,5 Millionen Euro. Das geht aus der zweiten Fassung des Verwaltungsentwurfs hervor, über den am heutigen Dienstag zunächst im Wirtschaftsausschuss und am Freitag in der Stadtverordnetenversammlung abgestimmt wird. In der alten Fassung war noch mit 121 Millionen Euro kalkuliert worden, in die neue Zahl sind zusätzliche Steuereinnahmen von den großen Pharmaunternehmen und die Senkung des Gewerbesteuer-Hebesatzes von 400 auf 357 Punkte eingepreist. Etwa 70 Prozent der Einnahmen muss die Stadt aber weiterreichen an den Landkreis und das Land.

Statt der geplanten 51 Millionen Euro Umlagen führt Marburg nun 81 Million Euro für 2022 ab. Weitere 77 Millionen Euro werden für die Umlagen-Zahlung im Jahr 2023 zurückgelegt.

Zudem kalkuliert die Verwaltung mit 11,9 Millionen statt mit 5,4 Millionen Euro durch höhere Schlüsselzuweisungen des Landes aus dem Programm „Hessens gute Zukunft sichern“.

36 Millionen Euro Überschuss

Hatte die Stadt in ihrem ersten Entwurf noch mit einem Minus von 17,5 Millionen Euro gerechnet, geht sie nun von einem Überschuss im Verwaltungshaushalt von knapp 36 Millionen Euro aus.

Angesichts dieser Zahlen gibt es Kritik an dem langsamen Tempo des Klima-Umbaus. Spies weist dies zurück. „Wenn wir mehr Gebäude schneller energetisch sanieren wollen, ist das nicht nur eine Frage der Finanzen“, erklärt der Oberbürgermeister am Beispiel Klima-Aktionsplan 2030. „Es braucht Planungen, die gemacht und Ausschreibungen, die durchgeführt werden müssen. Es braucht ausreichend verfügbare Ingenieurleistung bei uns selbst in der Stadtverwaltung oder als Fremdleistung auf dem freien Markt, dann Fachfirmen mit freien Kapazitäten, die wiederum abhängig sind von globaler Logistik und lieferbarem Material.“

Bodenbevorratung

Insgesamt will die Stadt 16 Millionen Euro für die Erhöhung des Stammkapitals ihrer Tochtergesellschaften ausgeben, die Kapitalrücklage der Gewobau soll zudem um knapp 3 Millionen Euro erhöht werden.

Rund 3,6 Millionen Euro sind für Zuschüsse an Tageseinrichtungen freier Träger vorgesehen. 6,4 Millionen Euro gehen in die Wohnumfeldgestaltung am Stadtwald und im Waldtal.

Für 10,25 Millionen Euro will die Stadt Grundstücke kaufen – auch eine Möglichkeiten, die der zusätzliche Gewerbesteuerfluss der Stadt eröffnet. Kritiker halten die Summe für nicht ausreichend, um eine von OB Spies angekündigte Bodenbevorratung zu betreiben.

Von Till Conrad

14.12.2021
13.12.2021