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Marburg Ideen und Strategien für den Ruhestand
Marburg Ideen und Strategien für den Ruhestand
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14:45 11.01.2020
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Marburg

„Ich möchte Menschen vorbereiten, auf das was kommt. Es geht nicht nur ums Reisen, es geht auch darum, mit Krankheiten umzugehen, Verluste zu bewältigen. Aber auch um die Chance auf Narrenfreiheit.“ Das sagt Iris Juliana Schneider. Die Paar- und Familientherapeutin hat einen Ruhestands-Ratgeber geschrieben, der im Springer-Verlag erschienen ist.

Die Idee reifte schon lange in der Marburgerin. Während ihrer Arbeit als Therapeutin traf sie immer wieder auf Paare und Senioren, die mit der neuen Lebenssituation nur schwer klarkamen. „Ruhestand kann auch eine Phase der Ernüchterung sein“, hat Iris Juliana Schneider festgestellt. „Das muss erst einmal bewältigt werden, um dann überlegt voranzuschreiten, eben auch mit mentaler Unterstützung“, betont sie.

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Noch nie gab es so viele alte­ Menschen auf der Welt, die fit sind. Das war für die Autorin ein Punkt, die lange gehegte Idee des Buches umzusetzen. „Und spannend waren für mich auch die Extreme: warum blühen manche im Ruhestand auf, während andere im Grübeln hängen.“ Schließlich sind Ängste und Depressionen die häufigste psychische Beeinträchtigung bei älteren Menschen.

Ein grobes Inhaltsverzeichnis hatte sie 2016 an verschiedene Verlage geschickt. „Es war ein Exposé mit einer Vision“, erinnert sie sich im OP-Gespräch. Eine Vision, die überzeugte.­ Denn einige Verlage meldeten­ sich mit Angeboten zurück, ­darunter eben auch Springer. „Dann habe ich das Inhaltsverzeichnis mit Leben und Strategien gefüllt.“

Zwei Ordner mit Informationen und Gedanken zu dem Thema hatte sie über die Jahre schon gesammelt. „Ich bin ein sehr strukturierter Mensch“, gibt Iris Juliana Schneider lachend zu. Mit „Begeisterung und Leidenschaft“ hat sie dann in einem Jahr alles zu Papier gebracht. Gleichzeitig durchlitt sie die wohl schwerste Zeit ihres Lebens. Denn ihr Bruder bekam nach der Vertragsunterzeichnung die Diagnose­ Krebs; er hat die Veröffentlichung im Spätherbst 2018 nicht mehr miterlebt.

Ihr Ehemann, ein Journalist, kontrollierte die Rechtschreibung, ein befreundeter Arzt den Inhalt. So bekam die Autorin auch zwischendurch Feedback. Und was macht sie als Nächstes? „Ideen habe ich genug“, muss sie lachend zugeben und sagt: „Humor. Ich werde mich mit Humor in der Menschenführung beschäftigen.“

von Katja Peters