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Marburg Tausende LEDs erleuchten die Nacht
Marburg Tausende LEDs erleuchten die Nacht
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08:00 22.12.2021
Seit 14 Jahren lässt Henry Bügler tausende Lichter an seinem Haus erstrahlen.
Seit 14 Jahren lässt Henry Bügler tausende Lichter an seinem Haus erstrahlen. Quelle: Nadine Weigel
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Marburg

Ganz besonders prachtvoll erstrahlt seit 14 Jahren das Haus von Henry Bügler im Ginseldorfer Weg. Es ist eine bunt blinkende Attraktion mit Rentieren, Schnee-und Weihnachtsmännern und hunderttausenden Lichtern. Doch in diesem Jahr ist es bis gestern Abend dunkel geblieben aufgrund eines Trauerfalls in der Familie. „Viele Menschen haben mich drauf angesprochen und gefragt, warum das Haus denn nicht leuchtet“, erzählt der 67-Jährige. Die Trauer war zu groß. Doch jetzt, nach der Beerdigung seines verstorbenen Bruders, will er es doch noch einmal leuchten lassen – ihm zu Ehren. „Wir standen uns sehr nah und er hat es immer schön gefunden“, betont der Waldtaler, der seine Lichterdeko aber auch für die vielen Kinder anknipst, die dann mit strahlenden Augen an seinem Haus vorbeilaufen.

Nur wenige Straßen weiter hat auch Bernd Dziehel sein Haus und Garten geschmückt. Aber im Vergleich eher dezent. Dennoch: „Lichter gehören einfach zur Weihnachtszeit dazu“, sagt der 69-Jährige, der sich besonders freut, dass er und seine Frau Ilse-Lore das Weihnachtsfest mit dem einjährigen Enkel verbringen können. „Wenn er mal eine Lichterkette vom Baum reißt, macht uns das gar nichts.“

Bernd Dziehel mag es eher dezent. Quelle: Nadine Weigel

Bei Andreas und Britta Herbener aus der Marbach dauert es schon eine Weile, bis sie alle LED-Kabel entwirrt, alle Stromkabel verlegt, Lichterketten, Sterne, Weihnachtsmänner, Schneemänner und leuchtende Tiere wie Hirsche, Hasen und Rehe auf ihrem Haus und ihrem Grundstück in der Marbacher Brunnenstraße angebracht haben. So prächtig geschmückte Häuser kennt man sonst nur aus Hollywood-Weihnachtsfilmen.

„Mein Mann ist ein bisschen weihnachtsverrückt“, sagt Britta Herbener und lacht. „Ich darf da auch mitmachen und helfen.“ Vier Wochenenden brauchen sie, bis alles fertig ist – bei Wind und Wetter – und dann erleuchten im dunklen Advent rund 180 000 LEDs die Marbacher Nacht. „Uns gefällt es und unseren Nachbarn auch. Manche Nachbarn brauchen abends kein Licht im Wohnzimmer“, meint sie augenzwinkernd. Die Arbeitsteilung ist klar: Sie entwirrt die Kabel und Lichterketten, reicht das Material an. „Man versucht ja immer, es sorgfältig zusammenzulegen, doch das klappt eigentlich nie so ganz“, sagt sie. Das Anbringen und Verlegen der vielen Kabel und Lichterketten ist dann vor allem Sache ihres Mannes. Und der „etwas weihnachtsverrückte“ Handwerker ist offensichtlich schwindelfrei. Er klettert auf das Dach und besteigt hohe Leitern, um alles anzubringen. „Ich habe immer in bisschen Angst, dass er runterfällt“, sagt seine Frau. „Aber er ist immer gut abgesichert.“

Das Weihnachtshaus von Familie Herbener in der Brunnenstraße in der Marburger Marbach Quelle: Thorsten Richter

„Es hat in Elnhausen, wo wir früher gewohnt haben, mit ein paar Lichterketten angefangen“, sagt Andreas Herbener. In ihrem Haus in der Marbach ist nun alles noch größer, noch heller geworden. Das hat sich inzwischen herumgesprochen. „Man glaubt gar nicht, wie viele Leute vorbeikommen und Fotos von unserem Haus machen“, sagt er. Am liebsten seien ihm aber die Kinder, die über die vielen Lichter staunen.

Bis zu den Heiligen Drei Königen am 6. Januar bleibt die Lichterpracht in der Marbach. Jeden Tag von 5.30 bis 8 Uhr und von 16.45 bis 23 Uhr. Dann wird abgebaut und es wird wieder etwas trister in der Brunnenstraße.

Von Uwe Badouin und Nadine Weigel