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Marburg Wer sucht den Weihnachtsbaum aus?
Marburg Wer sucht den Weihnachtsbaum aus?
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10:00 12.12.2019
Der diesjährige Weihnachtsbaum vor der Stadthalle kommt aus Leidenhofen. Quelle: Thorsten Richter
Marburg

Eine serbische Fichte hat es in diesem Jahr zum Weihnachtsbaum der Stadt Marburg geschafft. Nun ja, auf den ersten Blick wirkt sie etwas schmal bei der Größe. Aber genau dieses Aussehen war wohl ausschlaggebend, dass der „Weihnachtsbaumbeauftragte“ vom Dienstleistungsbetrieb Marburg (DBM) sie ausgewählt hat.

Denn neben der Vitalität und der Form – schließlich muss sie durch die enge Barfüßerstraße – ist auch die Transportfähigkeit wichtig. Größe, Breite, Überhang und Überstand spielen dabei eine große Rolle. Außerdem muss der Baum einen passenden Stammumfang für die jeweilige Bodenhülse haben und sein Wuchsplatz mit einem Kran erreichbar sein.

Denn die Verwaltung lässt insgesamt vier Bäume im gesamten Stadtgebiet aufstellen, außer in den Außenstadtbezirken. So muss der Baum für die Elisabethkirche beispielsweise schmal sein, wegen des Durchgangs auf der Verkehrsinsel. Der für den Marktplatz muss vor allem in den oberen zwei Dritteln super aussehen, da unten Stände des Weihnachtsmarkts die Sicht auf den Baum verdecken.

Auffällige Säulenform wurde in der Baumschule "erzogen"

All das erfüllt die Picea omorika, also die serbische Fichte, die aus Ockershausen stammt. Die auffällige Säulenform wurde ihr so in der Baumschule „erzogen“. Und auch wenn die Fichte im unteren Bereich scheinbar von Pilzen bedeckt ist, so widerspricht die Stadt auf OP-Anfrage: „Der Baum ist nicht krank, sondern mit Flechten bedeckt. Pilze greifen den Baum an und zeigen eventuelle Fäulnis an. Flechten hingegen siedeln auf der Rinde und sind ein Zeichen für gute Luftqualität.“

Im Übrigen sind die Bäume, die dem DBM von den Bürgern angeboten werden, für die Stadt Marburg kostenlos. „Denn es sind Bäume, die die Eigentümer ohnehin entfernen lassen möchten. Im Gegenzug wird der Baum fachgerecht gefällt und es fallen keine Entsorgungskosten für die ehemaligen Besitzer an“, erklärte die Stadt das alljährliche Vorgehen.

Wer also im nächsten Jahr seinen Nadelbaum zur Verfügung stellen möchte, kann sich frühzeitig beim Abteilungsleiter Baumpflege des DBM melden. Der schaut sich die angebotenen Bäume an und entscheidet anschließend nach den oben genannten Kriterien, ob der Baum das Zeug zu einem städtischen Weihnachtsbaum hat.

Im gesamten Stadtgebiet wurden insgesamt vier Bäume für die Adventszeit aufgestellt. Neben der Fichte aus Ockershausen, stammt der Baum an der Elisabethkirche aus Dreihausen, der am Hauptbahnhof vom Richtsberg und der vor der Stadthalle aus Leidenhofen.     

von Katja Peters