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Marburg Marburger Zeitreise mit Willi Schmidt
Marburg Marburger Zeitreise mit Willi Schmidt
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20:00 04.09.2020
Willi Schmidt und Nina Kiefer spielen die Hauptrollen in Willi Schmidts neuem Stück „Unten am Fluss: Blutmond“.
Willi Schmidt und Nina Kiefer spielen die Hauptrollen in Willi Schmidts neuem Stück „Unten am Fluss: Blutmond“. Quelle: privat
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Marburg

Die Marburger Waggonhalle startet im September nach wochenlangem Lockdown mit Vorstellungen im Saal – natürlich unter strengen Corona-Auflagen. Schon am Sonntag, 6. September, geht es los mit einem Impro-Theater-Battle um 19 Uhr und einem Kindertheater-Gastspiel um 15 Uhr.

Etwa 24 Besucher werden dann im Saal Platz finden, „je nachdem, wie groß die Bühne sein muss“, erklärt Waggonhallen-Intendant Matze Schmidt. Die erste große, neue Theaterproduktion wird am Mittwoch, 16. September, um 20 Uhr Premiere feiern: „Unten am Fluss“ heißt das Projekt von Willi Schmidt.

Der Mitbegründer der Marburger Waggonhalle hat bislang mehr als 20 Stücke geschrieben, fast alle mit lokalen und historischen Bezügen. Am bekanntesten ist wohl seine Trilogie rund um „Das Wirtshaus an der Lahn“, die mit großem Erfolg und großem Aufwand unter anderem in der Waggonhalle gespielt wurde.

Autor schreibt Stück um

Möglich wurde die Produktion und Corona-Bedingungen nur durch einen Zuschuss des Mittelhessischen Kultursommers. An „Das Wirtshaus an der Lahn“ knüpft auch sein neues Projekt „Unten am Fluss“ an. „Es ist eine Zeitreisegeschichte mit Fantasy-Elementen“, sagte Schmidt der OP. Der in Wittelsberg aufgewachsene Autor schickt den „Wirtshaus“-Wirt Lupus und Marie auf eine Zeitreise. „Die Geschichten spielen am Standort des alten Wirtshauses und im Ebsdorfergrund“, so Schmidt.

„Unten am Fluss“ basiert auf Schmidts gleichnamigen Romanentwurf. Es soll ebenfalls ein Trilogie werden, die, wenn alles klappt, 2022 zur 800-Jahr-Feier Marburgs abgeschlossen wird. Der erste Teil heißt „Blutmond“ und führt das Publikum erst in die Zeit des 30-jährigen Krieges und dann in die Mitte des 19. Jahrhunderts.

„Theater im Grund“ mit im Boot

Damals stand das Gebäude schon, das später als „Wirtshaus an der Lahn“ berühmt werden sollte. „Ob es damals schon ein Wirtshaus an der Furt durch die Lahn war, weiß ich nicht. Spätestens Ende des 17. Jahrhunderts wurde es aber als Gasthaus genutzt“, sagt Schmidt. Das Publikum erlebt die Belagerung Marburgs durch schwedische Söldner mit. Gleichzeitig wirft das Stück einen Blick in die damals nach Jahrzehnten des Krieges fast ausgestorbenen Dörfer um Marburg herum. Der zweite Teil spielt in der Mitte des 18. Jahrhunderts.

Willi Schmidt bringt das Stück diesmal nicht als Waggonhallen-Produktion heraus, sondern mit dem „Theater im Grund“, Regie führt Lasse de Vento. „Ich habe das Stück Corona-bedingt umgeschrieben und kleiner gemacht“, so der Autor. „Es gibt weniger Darstellerinnen und Darsteller und statt einer Band haben wir eine Musikerin: Karen Jahn hat vier Songs für das Stück geschrieben.“

Premiere hat „Unten am Fluss – Blutmond“ am Mittwoch, 16. September, um 20 Uhr in der Waggonhalle. Weitere Aufführungen sind dort am 17., 28., 29. und 30. September, jeweils ab 20 Uhr. Karten kosten im Vorverkauf 10 Euro, an der Abendkasse 15 Euro. Empfohlen wird der Vorverkauf.

Am Samstag, 19. September, ist eine Open-Air-Vorstellung am Grundtreff in Wittelsberg geplant. Karten im Vorverkauf gibt es dort.

Von Uwe Badouin