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Marburg Organisatoren bleiben im Wartestand
Marburg Organisatoren bleiben im Wartestand
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16:59 07.08.2021
Sie sind derzeit im Wartestand: Klaus Gärtner (von links), Axel Koch und Manfred Jannasch von der Südstadtgemeinde sind die Macher des Südstadtfestes, das eigentlich an diesem Wochenende stattfinden würde. Coronabedingt fällt das Fest am Friedrichsplatz allerdings dieses Jahr zum zweiten Mal in Folge aus.
Sie sind derzeit im Wartestand: Klaus Gärtner (von links), Axel Koch und Manfred Jannasch von der Südstadtgemeinde sind die Macher des Südstadtfestes, das eigentlich an diesem Wochenende stattfinden würde. Corona bedingt fällt das Fest am Friedrichsplatz allerdings dieses Jahr zum zweiten Mal in Folge aus. Quelle: Manfred Hitzeroth
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Marburg

Man soll die Feste feiern, wie sie fallen. Doch das ist in diesen Tagen immer noch leichter gesagt als getan. Der Marburger Festkalender ist eigentlich am ersten Samstag im August für das Südstadtfest reserviert. Doch jetzt zum zweiten Mal in Folge fällt das traditionsreiche und malerische Fest am Friedrichsplatz wegen der Corona-Pandemie aus. Deswegen sitzen Klaus Gärtner, Axel Koch und Manfred Jannasch jetzt auch wenige Tage vor dem Datum gemütlich auf einer Bank im Schwanhof-Areal anstatt sich um den Aufbau für das Fest am Friedrichsplatz zu kümmern. Die OP befragte die drei Fest-Organisatoren von der Südstadtgemeinde wie bereits vor einem Jahr jetzt erneut nach ihren Beweggründen für die Absage und nach ihrer Stimmungslage.

„Wir waren in diesem Jahr hin- und hergerissen, ob wir das Fest veranstalten sollten oder nicht“, sagt Klaus Gärtner, Vorsitzender der Südstadtgemeinde. Noch zu Beginn des Jahres seien die Organisatoren eigentlich optimistisch gewesen, dass es nach dem Aus für das Fest im vergangenen Jahr wegen der unsicheren Corona-Lage dieses Jahr eigentlich klappen würde.

Doch vor rund sechs Wochen fällten die Macher des Südstadt-Fests dann schweren Herzens endgültig die Entscheidung, die Veranstaltung auch dieses Jahr wieder abzusagen. Auch wenn größere Veranstaltungen im Außenbereich aufgrund der aktuellen Corona-Vorgaben prinzipiell nicht ausgeschlossen sind, steckt der Teufel in Bezug auf das Südstadtfest doch im Detail. „Es wäre zu aufwändig gewesen, den gesamten Festbereich abzusperren“, fasst Klaus Gärtner das Hauptargument zusammen, das dagegen sprach. Denn der Festplatz vor dem Archivgebäude ist von sehr vielen Seiten aus zugänglich.

Normalerweise besuchen immer mehr als 1 000 Gäste das Fest. Es beginnt auf dem Vorplatz vor dem Staatsarchiv immer um 17 Uhr abends mit einem Blaskonzert vor Bierbänken sowie einem Dämmerschoppen, und ändert dann mit einer moderneren Combo ab 20 Uhr ein wenig den Festcharakter. Dann herrscht auf engem Raum Remmidemmi bis zum frühen Sonntagmorgen.

Ein solches Südstadtfest zu Corona-Zeiten zu organisieren wäre aber auch angesichts der aktuellen gelockerten Corona-Vorgaben nicht machbar gewesen, meint Axel Koch, der als Urgestein der Südstadtgemeinde viele Feste mitorganisiert hat. Doch auch er weiß, dass viele potenzielle Volksfest-Besucher gerne wieder einmal gemütlich gemeinsam auf Bierbänken feiern würden.

Doch auch „3 Tage Marburg“ und das Ketzerbachfest fielen in diesem Jahr wieder coronabedingt aus. Von daher wertet es Koch grundsätzlich als positiv, dass ab diesem Wochenende das Hafenfest am Lahnufer über die Bühne gehen soll, auch wenn er sich angesichts der Regularien nicht ganz sicher ist, ob jenseits der Schaugeschäfte der Part des Hafenfests mit dem Volksfest-Charakter unter Pandemie-Bedingungen wirklich funktionieren wird. Fakt ist auf jeden Fall, dass das Südstadtfest nicht gefeiert wird. „Die erneute Absage hat uns sehr weh getan. Wir hätten das Fest gerne wieder gemacht“, sagt Klaus Gärtner. Letztendlich hätte sich aber wohl der Aufwand für eine abgespeckte Variante mit Zugangsbeschränkungen, also ein „Südstadtfest light“ nicht gelohnt, meint Gärtner.

Jetzt richten die Fest-Macher notgedrungen schon ein wenig die Gedanken auf das kommende Jahr, in dem auch die Stadt Marburg unter dem Stichwort „Marburg 800“ ihre 800-jährige Ersterwähnung als Stadt mit einem großen Jubiläumsjahr feiert.

Dann sollten die Corona-Beschränkungen endlich der Vergangenheit angehören, hofft jedenfalls auch Manfred Jannasch. „Wir gehen fest davon aus, dass dann auch das Südstadtfest stattfinden wird“, meint Vereinsvorsitzender Gärtner. „Unser Fest wäre auch eine Attraktion für die Besucher von außerhalb“, ergänzt er. Und wenn schon, dann solle eigentlich auch wieder das traditionelle Nacht-Feuerwerk am Friedrichsplatz dazugehören.

Bis es soweit ist, läuft jedenfalls das Vereinsleben der Südstadtgemeinde auf absoluter Sparflamme. Eventuell findet im September wieder der erste Nachtflohmarkt seit dem ersten Lockdown im März 2020 statt. Und immerhin kommen die Mitglieder des „harten Kerns“ auch in diesem Sommer wieder zu Grillabenden vor dem Vereinsheim am Schwanhof zusammen.

Von Manfred Hitzeroth

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