Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Marburg Marburger Studierende hoffen auf mehr Präsenz
Marburg Marburger Studierende hoffen auf mehr Präsenz
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:00 14.07.2021
Das Audimax der Uni Marburg ist seit drei Semestern leer.
Das Audimax der Uni Marburg ist seit drei Semestern leer. Quelle: Thorsten Richter
Anzeige
Marburg

Die Vorlesungszeit an der Philipps-Universität Marburg neigt sich dem Ende entgegen. Es ist das dritte Semester, das von der Corona-Pandemie begleitet wird. Vieles läuft seit dem Sommersemester 2020 nicht mehr wie vor der Pandemie. Das Uni-Leben hat sich verändert: Keine Präsenzlehre, kein Plausch mit Kommilitoninnen und Kommilitonen nach den Lehrveranstaltungen, keine Studierendenpartys.

Doch wie haben die Marburger Studierenden das aktuelle Semester erlebt? Der 21-jährige Janis Kron studiert im vierten Semester Englisch und Sport auf Lehramt. In diesem Semester habe bei ihm gar keine Präsenzveranstaltung stattgefunden und mit der Zeit werde die Situation immer anstrengender. Vor der Corona-Pandemie „habe ich ein normales Semester gehabt“, erzählt er. Für die Semesterferien habe er „viel Urlaub geplant“ und wolle „viel wegfahren“. Das nächste Semester wird ein besonderes für Kron. Im Wintersemester gehe er mit Erasmus ins Ausland und hofft auf Präsenzveranstaltungen.

Lernen und Urlaub in den Semesterferien

Laura Zimmer ist aktuell im fünften Semester und studiert im Bachelor Interkulturelle Betriebswirtschaftslehre. „Das Semester lief okay“, sagt die 22-Jährige. Für das nächste Semester wünscht sie sich, „dass die Stadt wieder mehr auflebt und es mehr Abwechselung gibt“. Doch vorher müsse sie noch viel für die Klausurenphase lernen, weshalb sie für die Semesterferien „nicht wirklich viel geplant“ habe.

Bei den Medizin-Studierenden hat die Klausurenphase teilweise bereits begonnen. Ann-Kathrin Bommer, Jana Hooß und Johanna Borres studieren alle im zweiten Semester Humanmedizin. „Das Semester lief durchwachsen“, erzählt die 20-jährige Bommer. Ihre Kommilitonin Borres ergänzt, dass sie noch „keinen Hörsaal von innen gesehen“ habe. Was die Planungen für die Semesterferien angeht, hofft Hooß auf den August, in dem sie frei habe und keine Klausuren schreiben müsse. Alle hoffen auf mehr Präsenz.

Benjamin Knüppel, ebenfalls Medizinstudent, hebt einen Vorteil der digitalen Lehre hervor. „Es gibt einem viele Freiheiten“, da man zum Beispiel auch von zu Hause aus an Veranstaltungen teilnehmen könne. Trotzdem sei bei ihm die „Motivation niedriger“. Auch er hoffe auf mehr Präsenzveranstaltungen im kommenden Semester. Doch vorher fahre der 23-Jährige mit Freunden mit dem Rennrad in den Urlaub.

Für Benedikt Roth richtet sich der Blick gerade auf das anliegende Staatsexamen im August. Der 20-Jährige studiert im vierten Semester Pharmazie. Für ihn seien die Online-Veranstaltungen anstrengend gewesen, weshalb auch er sich wie die anderen nach mehr Vor-Ort-Veranstaltungen sehne.

Diese Sehnsucht nach mehr Präsenzveranstaltungen klingt bei vielen durch. Die Philipps-Universität Marburg macht dafür Hoffnung. Professor Evelyn Korn, Vizepräsidentin für Studium und Lehre, teilt auf Nachfrage mit:

„Wir werden so viel Präsenz anbieten wie möglich und wünschen uns den lebendigen, persönlichen Austausch in die Universität zurück, der Studium und Lehre an der Universität immer geprägt hat. Um den Bedarfen möglichst vieler Studierender gerecht zu werden, wird es neben einem Präsenzangebot auch hybride und Distanzformate geben“, so Korn.

Sie erläutert weiter, es gebe sowohl einen Bedarf an persönlicher Begegnung als auch den Wunsch nach einer umsichtigen Rückkehr in die Arbeit in größeren Gruppen. Um die optimale Mischung zu finden, gebe es derzeit eine Arbeitsgruppe aus Studierenden, Studiendekaninnen und -dekanen und der universitären Zukunftswerkstatt für digital gestützte Lehre, die die Erfahrungen der letzten drei Semester auswerteten und den Lehrenden und den Lernenden zur Verfügung stellten. „Die Belastungen durch die pandemiebedingten Einschränkungen und häufigen Veränderungen im inzwischen dritten Semester in Folge sind für die Lernenden und Lehrenden sehr hoch. Dennoch sind Studierende und Lehrende nach wie vor mit großem Einsatz auch digital präsent“, sagt Korn.

Von Lucas Heinisch