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Marburg Studis ohne Geldquelle
Marburg Studis ohne Geldquelle
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10:55 25.05.2020
Studierende mit finanziellen Sorgen können Geld aus einem Fonds erhalten. Archivfoto dpa Quelle: Archiv (dpa)
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Marburg

Studierende finanzieren ihr Studium oft über Nebenjobs in Cafés, Restaurants, kulturellen Einrichtungen oder durch Mithilfe bei Veranstaltungen. All das ist momentan nicht möglich. Für viele steigen die Kosten für den Lebensunterhalt auch, weil die Mensen aktuell nur eingeschränkte Versorgungsmöglichkeiten anbieten können.

Die Uni sammelt deswegen Geld zugunsten von Studierenden, denen coronabedingt Einnahmequellen verloren gegangen sind. Aus dem Fonds können Studierende schnell und bedarfsgerecht einen Zuschuss erhalten, erläutert Uni-Präsidentin Professorin Katharina Krause im Gespräch mit der OP.

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Weniger als ein Fünftel der Studierenden in Deutschland bezieht Bafög. Von anderen existenzsichernden Sozialleistungen sind Studierende ausgeschlossen. Deshalb möchte die Universität dazu beitragen, die zeitliche Lücke zu schließen, bis staatliche Kredite oder Gelder aus den Hilfsfonds ausgezahlt werden können, indem sie zu Spenden aufruft.

Studierende mit Bedarf können sich jetzt melden

Die Prüfung und Abwicklung übernimmt ein Team der Evangelischen Studierendengemeinde (ESG). „Wir sind der ESG sehr dankbar, dass sie die Einrichtung durch ihre Unterstützung ermöglicht. Jeder Beitrag hilft“, sagt die Marburger Uni-Präsidentin.

Sie freut sich vor allem darüber, dass Mitte der Woche bereits knapp 28.000 Euro an Spendengeldern zusammengekommen sind. Ab sofort können sich auch Marburger Studierende melden, die Ansprüche auf Geld aus dem Fonds anmelden wollen.

„Wir begrüßen ausdrücklich den aktuell von der Philipps-Universität eingerichteten Nothilfefonds, mit dem die zeitliche Lücke gefüllt werden soll, bis staatliche Kredite oder Gelder aus Hilfsfonds ausgezahlt werden. Schnelle Hilfe ist jetzt wichtig“, sagt Dr. Uwe Grebe, Geschäftsführer des Marburger Studentenwerks.

Unterdessen haben die Studierendenvertretungen bundesweit den Vorschlag gemacht, zwischenzeitlich das Bafög für alle Studierenden zu öffnen. „Wir stehen dem Vorschlag, angesichts der aktuellen Corona-Krise das Bafög zu öffnen – also auch für solche Studierenden, die bislang diese Leistung nicht beziehen konnten –, sehr positiv gegenüber“, sagte Studentenwerks-Geschäftsführer Dr. Uwe Grebe auf OP-Anfrage. „Die Corona-Pandemie trifft vor allem jene Studierenden hart, die nebenher arbeiten müssen“, ergänzt Grebe. Ihre Eltern verdienten zu viel, als dass diese Studierenden nach den geltenden Regeln Bafög bekommen könnten. Aber diese Eltern könnten das Studium ihrer Kinder auch nicht komplett finanzieren. Wenn Studierende ohne Bafög nun einen Kredit aufnehmen müssen, so treffe sie das doppelt. „Sie haben jetzt ihren Job verloren und müssen hinterher noch mehr arbeiten, um den Kredit und letztlich später auch die Zinsen abzuzahlen“, so Grebe. Zudem stünde den Studentenwerken mit einer Regelung über das Bafög bereits eine bestehende Infrastruktur für die Vergabe der Gelder zur Verfügung – was mit der aktuellen Lösung über die Notfonds noch nicht der Fall sei.

Hier erarbeitet nach Angaben von Grebe das Deutsche Studentenwerk – gemeinsam mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung – unter hohem Zeitdruck den Prozess und teilweise auch die Infrastruktur für den geplanten Notfonds. Das sei zeit- und arbeitsintensiv für alle Beteiligten. „Wir hoffen, dass wir bis Ende Mai sagen können, wann es damit losgeht“, sagt Grebe.

„Wir wissen natürlich um die akute finanziell schwierige Lage vieler Studierender und haben auch schon im April eine erste Hilfsaktion durchgeführt“, betont der Studentenwerks-Chef. Um Studierende zu unterstützen, die ihren Lebensunterhalt bisher ganz oder teilweise über eine Nebentätigkeit finanziert haben, stellte das Land Hessen kurzfristig 250 000 Euro für die Nothilfefonds der Studierendenwerke bereit. Damit sollten Studierende, die sonst nicht über die Runden kommen würden, einen einmaligen Zuschuss in Höhe von maximal 200 Euro erhalten. Das Geld muss nicht zurückgezahlt werden.Für die schnelle Auszahlung der Soforthilfe sorgten die hessischen Studentenwerke. Allerdings waren diese Hilfsmittel in kürzester Zeit bereits aufgebraucht – völlig klar hat sich hier gezeigt, dass ein dringender Bedarf an weiterer Unterstützung für die Studierenden besteht.

von Manfred Hitzeroth

Weitere Informationen

Weitere Informationen zum Corona-Nothilfefonds sowie die Möglichkeit zur Online-Spende finden Sie unter: www.unimarburg.de/corona-nothilfe.

Auch bei der Sozialberatung des Studentenwerks können sich Studierende weiteren Rat holen. Sie ist zu erreichen via E-Mail: schulz@studentenwerkmarburg.de oder telefonisch 0 64 21 / 29 61 76.

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