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Marburg Marburger Start-up sponsert Rennrodel-Star
Marburg Marburger Start-up sponsert Rennrodel-Star
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17:58 15.08.2018
Die Zusammenarbeit ist besiegelt: Die Rennrodlerin Natalie Geisenberger hat einen Sponsoring-Vertrag mit der Paedi Protect AG aus Marburg unterschrieben, worüber sich Vorstand Dr. Olaf Stiller freut. Quelle: Andreas Schmidt
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Marburg

Ein kleines Büro im Marburger Technologie- und Tagungszentrum. Die Klimaanlage brummt, Mitarbeiter sitzen an ihren Rechnern, es sieht ein wenig chaotisch aus. ­„Typische Start-up-Stimmung“, sagt Dr. Olaf Stiller, Vorstand der Paedi Protect AG, lachend. Er hat das Unternehmen 2013 nach seinem Ausscheiden aus der Marburger Nano Repro AG mitgegründet.

An den Wänden hängen Poster der Produkte, kleine Stoff-Pinguine sitzen in Regalen und auf Schreibtischen – denn für ihren Sonnenschutz, der ursprünglich für Babys und Kinder entwickelt wurde, haben die Marburger einen Pinguin als Logo ausgesucht.

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Direkt am Eingang zur Bürotür sitzt ein Weltstar: Die Rennrodlerin Natalie Geisenberger, vierfache Olympiasiegerin, siebenfache Weltmeisterin sowie fünfmal mit Gold sowohl bei der Europameisterschaft wie auch bei den Deutschen Meisterschaften ausgezeichnet. Wenige Minuten zuvor hat sie einen Sponsoring-Vertrag mit Paedi Protect unterschrieben: Das Marburger Unternehmen wird künftig am Kopf – also auf Stirnband, Mütze oder Kappe –, auf der Kragen-Innenseite und den Oberschenkeln der 30 Jahre alten Athletin aus Bayern werben.

Wie kam es zu der Kooperation? Dazu sagt die Athletin: „Wir haben bereits im vergangenen Jahr mit einer kleinen Zusammenarbeit auf meinen Social-Media-Kanälen angefangen.“ Und da sich ihr bisheriger Hauptsponsor DKB aus dem Wintersport weitestgehend zurückziehe, wurde die Zusammenarbeit mit Paedi Protect intensiviert.

„Es ist eine tolle Zusammenarbeit, weil ich wirklich hinter den Produkten stehe“, sagt Geisenberger. Sie nutze die Produkte selbst sehr gerne – sowohl im Sommer beim Training und im Alltag „und auch im Winter vor allem durch den integrierten Kälteschutz“.

Und was hält sie von Marburg? „Ich war jetzt tatsächlich das erste Mal in Marburg, bin aber schon ganz oft dran vorbeigefahren“, sagt Natalie Geisenberger. Nämlich immer dann, wenn sie auf dem Weg zur Rodelbahn nach Winterberg war. Als Besuchsprogramm stand – neben der Oberstadt – auch ein Besuch des Schlosses auf dem Programm.

Rodlerin freut sich auf Heim-WM in Winterberg

„Es ist wirklich eine schöne Stadt – von der Autobahn aus schaut sie immer ein wenig unscheinbar aus“, sagt Geisenberger. Eine Legende hat die 30-Jährige dann auch schon gehört – nämlich die über den gedrehten Turm der Universitätskirche. „Der soll erst dann wieder gerade werden, wenn in der Kirche eine Jungfrau heiratet – ich habe also die Touri-Insider-Informationen bekommen“, sagt sie lachend.

Beeindruckt war sie indes von dem Herz am Spiegelslust-Turm: „Dass das Herz leuchtet, wenn jemand anruft und das Geld dann für krebskranke Kinder gespendet wird – solche Aktionen finde ich richtig schön.“

Winterberg steht in der kommenden Saison bei Geisenberger besonders im Fokus – denn dort findet vom 25. bis 27. Januar die Rodel-Weltmeisterschaft statt.

Geisenberger macht sich keinen Druck

„An Winterberg habe ich aus der Jugendzeit nicht die allerbesten Erinnerungen, weil ich relativ oft gestürzt bin. Es ist eine sehr schnelle Bahn mit rauem Eis, das hat echt weh getan“, sagt sie. Auf der anderen Seite „ist Winterberg eine meiner erfolgreichsten Bahnen, wo ich im Weltcup immer weit vorne dabei bin. Ich freue mich drauf, denn eine Heim-WM ist immer was Besonderes für einen Sportler“, so die Rodlerin.

Ihre Chancen will sie allerdings gar nicht beurteilen. „Klar will ich immer vorne landen“, sagt sie. Doch das sei von vielen Faktoren abhängig. Außerdem wolle sie im Vorfeld den Druck nicht unnötig nach oben schrauben.

Paedi-Protect-Mitarbeiter wollen Rennen live sehen

Und wie ist es für ein gerade mal fünf Jahre altes Unternehmen, die DKB als Hauptsponsor einer Spitzensportlerin abzulösen? Dazu sagt Vertriebsleiter Sascha Dürfeldt: „Da kann man schon ein Stück weit Stolz sein.“ Doch prinzipiell gehe es dem Unternehmen darum, eine gemeinsame und gute Kooperation mit der Sportlerin einzugehen. „Wir freuen uns auf das kommende Jahr, auf die bevorstehende Saison und wünschen Natalie Geisenberger viel Erfolg und vor allem stets unfallfreie Fahrt“, so Dürfeldt.

Erstmals im Fernsehen bei einem Rennen zu sehen sein wird das Logo von Paedi Protect am 24. November beim Weltcup in Innsbruck. „Da wird es bestimmt ein Public Viewing bei uns in der Firma geben“, sagt Dürfeldt. Und zur WM nach Winterberg wollen die Mitarbeiter auch fahren. „Da werden wir sie an der Strecke anfeuern.“

von Andreas Schmidt