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Marburg „Bühne frei“ für Janne
Marburg „Bühne frei“ für Janne
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18:00 02.06.2021
„Ich hatte eine große Tour mit 50 Konzerten geplant – alles ist ausgefallen“, blickt Janne auf das vergangene Jahr zurück. Nun geht es aber langsam wieder aufwärts. „Die ersten Clubs melden sich wieder. Im August geht’s nach Hamburg in den Nochtspeicher auf der Reeperbahn und zu einem Open-Air in Bad Segeberg.“ Und Donnerstagabend ist der Singer-Songwriter aus dem Ebsdorfergrund mit seiner Band im Hessischen Rundfunk zu sehen.
„Ich hatte eine große Tour mit 50 Konzerten geplant – alles ist ausgefallen“, blickt Janne auf das vergangene Jahr zurück. Nun geht es aber langsam wieder aufwärts. „Die ersten Clubs melden sich wieder. Im August geht’s nach Hamburg in den Nochtspeicher auf der Reeperbahn und zu einem Open-Air in Bad Segeberg.“ Und Donnerstagabend ist der Singer-Songwriter aus dem Ebsdorfergrund mit seiner Band im Hessischen Rundfunk zu sehen. Quelle: Hessischer Rundfunk
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Marburg

Keine Konzerte, keine Einnahmen: Vor allem Musikerinnen und Musiker, die von Live-Auftritten leben, wurden von den Corona-Lockdowns extrem getroffen. An sie richtet sich eine Reihe, die der Hessische Rundfunk im Mai startete: „Bühne frei“ für hessische Bands sowie Solo-Künstlerinnen und -künstler (die OP berichtete).

Die Corona-Pandemie sei auch ihm „richtig reingegrätscht“, sagte Janne Heuser der OP. Der 28-jährige Singer-Songwriter aus dem Ebsdorfergrund steht seit 14 Jahren auf der Bühne, wollte 2020 mit seinem zweiten Studioalbum „Toulon“ eigentlich durchstarten. Er hatte sich zuvor von seiner Plattenfirma und dem Management getrennt, fast ein Jahr lang hat er neben Beruf und Arbeit an dem Album gearbeitet. Janne fuhr regelmäßig nach Südfrankreich, wo er mit Profi-Musikern an dem Album arbeitete. Finanziert hat er das Album selbst. Er hatte alles auf diese Karte gesetzt.

Doch nach dem CD-Release-Konzert mit seiner neuen Band im Februar vergangenen Jahres im KFZ war Schluss. „Ich hatte eine große Tour mit 50 Konzerten geplant – alles ist ausgefallen“, sagt Janne. Nach einer langen, bitteren Durststrecke ist die Band zerbrochen. Zwei Musiker hätten ganz aufgehört mit Musik. Zu riskant war ihnen das Leben eines Musikers in Corona-Zeiten. „Ich kenne ganz viele Musikerinnen und Musiker, die aufgehört haben“, sagt Janne.

„Wir anderen haben weitergemacht, egal wie“, erzählt er rückblickend. Jetzt sieht er einen Silberstreif am Horizont. Der Singer-Songwriter mit dem kräftigen Hipster-Bart und der tollen Stimme wurde jetzt von Sabrina Setlur als Gastgeberin zu dem HR-Projekt „Bühne frei“ eingeladen. Mit „Bühne frei“ ist dem Hessischen Rundfunk ein tolles Corona-Projekt gelungen. Der HR wurde von interessierten Musikerinnen und Musikern regelrecht überrannt. Mehr als 1500 Bewerbungen gingen beim HR ein – 24 Bands und Solisten wurden schließlich ausgewählt von sechs prominenten Gastgeberinnen und Gastgebern: Max Mutzke, Cassandra Steen, Laith Al-Deen, Sabrina Setlur, Gregor Meyle und Stefanie Heinzmann stellen je vier verschiedene Acts vor.

Zwei weitere Interpreten aus dem Landkreis dabei

Das Projekt ist zweigeteilt: Donnerstagabend stellt Sabrina Setlur ab 22 Uhr im dritten hessischen Fernsehprogramm „ihre“ Musikerinnen und Musiker mit Konzertbeiträgen und Interviews vor. Die kompletten Konzerte aller ausgewählten Bands und Solisten, die im HR-Sendesaal aufgezeichnet wurden, können dagegen in der ARD-Mediathek abgerufen werden. Ein Jahr lang sollen sie dort bereitgestellt werden, sagt Janne. Neben ihm hatten es übrigens aus dem Landkreis Marburg-Biedenkopf noch die Marburger Band „Bazu:ka“ und die junge Singer-Songwriterin Evou in den illustren „Bühne frei“-Kreis geschafft (die OP berichtete).

Janne wird auf der HR-Bühne von seinen langjährigen Mitstreitern Mats Wolk (Keyboard) und seinem Bruder Tim Heuser (Bass) begleitet. Neu in der Band ist der Schlagzeuger Andreas Latzko, der in Marburg auch eine Musikschule betreibt. „Es ist ein großartiges Projekt des HR, eine super Plattform, um hessische Musikerinnen und Musiker zu unterstützen“, freut sich Janne. Sabrina Setlur sei eine „mega-coole und entspannte Gastgeberin“.

Für ihn und seine Band geht es nach der langen Corona-Pause „so langsam wieder los“, sagte er am Dienstag der OP: „Die ersten Clubs melden sich wieder. Im August geht’s nach Hamburg in den Nochtspeicher auf der Reeperbahn und zu einem Open-Air in Bad Segeberg.“

Von Uwe Badouin