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Marburg Schloss bleibt noch verschlossen
Marburg Schloss bleibt noch verschlossen
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07:58 28.05.2020
Erst ab dem 4. Juli soll das Landgrafenschloss wieder zugänglich sein. Quelle: Thorsten Richter
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Marburg

Das Landgrafenschloss Marburg ist ein herausragendes Kulturdenkmal, authentischer Erinnerungsort hessischer Geschichte“, heißt es auf der Homepage des Uni-Museums für Kulturgeschichte, das dort beheimatet ist. Doch derzeit ist die Schlossanlage im Gegensatz zur Vor-Corona-Zeit nicht von innen zu besichtigen. Das Schloss hat seine Pforten wegen der Corona-Pandemie geschlossen.

Das Schloss befindet sich im Landesbesitz und wird von der Universität verwaltet. Doch obwohl Schlösser und Museen aufgrund der Landeserlaubnis theoretisch seit kurzem wieder geöffnet sein dürften, bleibt das Marburger Schloss zunächst noch geschlossen, anders als das Kunstmuseum der Universität in der Biegenstraße, das unter besonderen Corona-Regeln jetzt wieder geöffnet ist.

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Auch andere Schlösser in Hessen sind schon wieder offen. So können Besucher beispielsweise seit dem 11. Mai wieder das Schloss in Bad Homburg betreten, und auch das Schloss in Steinau oder die Burgruine in Münzenberg können seit einigen Tagen wieder besichtigt werden.

Erst am 4. Juli soll sich die Situation in Sachen Schloss wieder ändern, hatte die Uni-Pressestelle mitgeteilt. Das heißt, dass das Landgrafenschloss noch rund sechs Wochen für den Publikumsverkehr gesperrt ist, und das obwohl der Tourismus auch hessenweit allmählich wieder hochgefahren wird. So gibt es beispielsweise schon im kommenden Monat wieder unter bestimmten Hygiene- und Abstandsregelungen Gästeführungen in Marburg.

Wieso es am Schloss länger dauert, erläuterte die Marburger Uni-Präsidentin Professorin Katharina Krause im Gespräch mit der OP. „In diesem historischen Gebäude ist es schwierig, ein Hygienekonzept zu entwickeln und umzusetzen“. Denn beispielsweise ist der Zugang zu Ausstellungsräumen im Inneren des Schlosses nur über eine enge Spindeltreppe möglich, bei der es zum „Begegnungsverkehr“ bei sehr geringem Abstand kommen könnte. Auch weil es eine Reihe solcher Engstellen gebe, müsse vor einer Schloss-Öffnung für das allgemeine Publikum ein Konzept gründlich durchdacht werden, gab Krause zu bedenken.

Es deutet sich bei diesem Denkprozess aber bereits an, dass es wohl auch ab dem 4. Juli vorerst nur zu einer Teilöffnung des Schlosses kommen könne und der Wilhelmsbau auch dann erst einmal geschlossen bleibt. Das heißt, dass wohl zunächst dortige Räume des Uni-Museums für Kulturgeschichte nicht besichtigt werden können. Der Wilhelmsbau ist ein bedeutender Teil des Schlosses. Darin befinden sich Sammlungen zur Vor- und Frühgeschichte Hessens, zu religiöser Kunst und zu bürgerlich-städtischem Wohnen.

Dass sich überhaupt etwas tut, darüber freut sich der Marburger Tourismus-Manager Klaus Hövel. „Wir wollen die Touristen jetzt wieder in die Stadt holen, und für die ist ein Schlossbesuch wichtig“, sagte Hövel auf Anfrage der OP. Der Chef der „Marburg Stadt und Land Tourismus GmbH“ (MSLT) hofft, dass gemeinsam mit Chistoph Otterbeck, dem Leiter des Uni-Museums für Kulturgeschichte, auch ein tragfähiges Konzept für künftige Schlossführungen erarbeitet werden kann.

Von Manfred Hitzeroth

27.05.2020
27.05.2020
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