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Marburg Marburger Philippinum erhält zwei VR-Brillen
Marburg Marburger Philippinum erhält zwei VR-Brillen
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18:00 11.11.2021
Lehrerin Dr. Marion Clausen (links) testet mit Schülerin Nina Schutte (17 Jahre) die neue Technik, Johannes Wick (Vorsitzender des Ehemaligenvereins, hinten links) übergibt die Brillen an Schulleiter Michael Breining.
Lehrerin Dr. Marion Clausen (links) testet mit Schülerin Nina Schutte (17 Jahre) die neue Technik, Johannes Wick (Vorsitzender des Ehemaligenvereins, hinten links) übergibt die Brillen an Schulleiter Michael Breining. Quelle: Thorsten Richter
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Marburg

Wie wäre es mit einer Erkundungstour durch das alte Rom, Pompeji oder Athen? Mit einer Virtual-Reality-Brille (VR-Brille) sollen solche Reisen möglich sein. Sie ermöglicht es den Trägerinnen und Trägern, in eine eigene virtuelle Realität und 3D-Welt einzutauchen. Brille auf, Steuerung in die Hand und los geht’s.

So lief es in einem Klassenraum am Marburger Philippinum. „Ich habe das vorher noch nie ausprobiert. Ich hatte auch ein leicht flaues Gefühl im Magen. Aber es hat Spaß gemacht und es war ziemlich cool“, erzählt die 17-jährige Schülerin Nina Schutte, nachdem sie einen Blick auf das Kolosseum – einem römischen Amphitheater und heutiger Touristenattraktion – geworfen hat.

Dr. Marion Clausen ist Leiterin der schulinternen Arbeitsgemeinschaft zur Stärkung der altsprachlichen Bildung am Philippinum und Fachsprecherin für Latein und Altgriechisch. Sie möchte die Digitalisierung am Gymnasium gemeinsam mit ihren Kolleginnen und Kollegen vorantreiben. „Die VR-Brillen sollen das Lernen erleichtern“, sagt Clausen. Für sie ist die lateinische Sprache „nicht nur Wurzel und Basis der romanischen Sprachen, sondern sie hat auch einen riesigen Einfluss auf sämtliche moderne europäische Sprachen, unsere Wissenschaft und Kultur“.

Die Technik könne zum Beispiel dabei helfen, den Wortschatz zu verbessern. Clausen ist der Überzeugung: „Wenn man Dinge sehen kann, dann merkt man sie sich besser.“ Die Technik begeistere und motiviere die Schülerinnen und Schüler. Das „ist am Anfang für junge Schülerinnen und Schüler wichtig. Wir können eine neue Ebene schaffen“, erklärt die Fachgruppenleiterin, während sich die Schülerinnen und Schüler im Klassenraum über die neue Technik unterhalten und aufmerksam zur Wand schauen, auf der das Bild zu sehen ist, das man durch die VR-Brille sieht.

Dann setzt sich Schüler Tobias Lenz die große weiße Brille vor die Augen und steuert in seiner 3D-Welt verschiedene Orte an. „Ich hatte so eine Brille schon einmal auf. Die Technik hat sich verbessert, was die Sicherheitsmechanismen angeht“, sagt der 16-Jährige. Denn: Bei seiner Reise um die Welt muss er keine Angst mehr haben, gegen eine Wand oder die Tafel zu stoßen, da die VR-Brille ihn vor einem Zusammenstoß warnt. Aber nicht nur die Verbesserung in Sachen Sicherheit beeindrucken den Gymnasiasten. „Es ist eine gute Möglichkeit, um Inhalte besser zu verstehen. Man kann mit den Griechen in Kontakt kommen“, sagt er begeistert.

Ehemaligenverein unterstützt Schule

Fachsprecherin Clausen sieht noch weitere Vorteile in der Technik. „Man kann so auch Studienfahrten vorbereiten“, die aber nicht durch die virtuelle Reise ersetzt werden sollten. „Die neuen Möglichkeiten, die uns die virtuelle Realität bietet, sind immens“, ergänzt Clausens Kollege Sören vom Schloß.

Mit den VR-Brillen kann man aber nicht nur Städte mit historischen Gebäuden erkunden. Auch eine virtuelle Besichtigungstour des menschlichen Herzens ist möglich, wie Schulleiter Michael Breining berichtet. „Unser Innerstes zu sehen, das sonst nicht sichtbar ist, ist umwerfend. Hier wird für unsere Schülerinnen und Schüler Verborgenes sichtbar und so um ein Vielfaches leichter verständlich. Es ist faszinierend.“

Zwei solcher Brillen und einen Laptop finanzierte der Ehemaligenverein des Philippinums Marburg und übergab das Equipment an das Gymnasium. „Wir wollten einen Impuls von außen geben und haben es an die Altsprachen angeknüpft“, sagt Johannes Wick, Vorsitzender des Ehemaligenvereins. Mit der neuen Technik wolle man die altsprachliche Bildung und insbesondere die lateinische Sprache unterstützen, so wie es sich die schulinterne Arbeitsgemeinschaft zum Ziel gesetzt hat.

Immersion und immersives Lernen

Für Schulleiter Breining sind die neuen Lern- und Lehrformate der Startschuss für „immersives Lernen“ – einem Lernen, bei dem neue Inhalte durch das Erleben und Eintauchen in Themen besser in den Köpfen der Lernenden bleiben. Immersion kommt von dem lateinischen Wort „immersio“ und bedeutet „Eintauchen“. Die Technik fußt darauf, Kinder in ein fremdsprachiges Umfeld zu versetzen, in dem sie fast beiläufig eine fremde Sprache lernen.

Immersives Lernen mit Virtual Reality (VR) ermöglicht eine Interaktion mit der virtuellen Umgebung und stimuliert gleich mehrere Regionen des Gehirns. Abstrakte Lerninhalte werden dadurch schneller gelernt und besser behalten.

Von Lucas Heinisch

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