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Marburg Ordnungsamt kontrolliert Kontaktbeschränkungen
Marburg Ordnungsamt kontrolliert Kontaktbeschränkungen
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08:00 28.12.2021
Die Ordnungsämter kontrollieren auch die Einhaltung von Corona-Regeln.
Die Ordnungsämter kontrollieren auch die Einhaltung von Corona-Regeln. Quelle: Themenfoto: Friso Gentsch
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Marburg

Ab diesem Dienstag gelten in Hessen wieder Corona-bedingte Kontaktbeschränkungen – auch für Menschen, die bereits vollständig gegen das Virus geimpft sind. Die Landesregierung hat aus Sorge vor der Ausbreitung der ansteckenden Omikron-Variante die Regelungen verschärft.

Nun dürfen sich in der Öffentlichkeit nur noch Gruppen von maximal zehn Personen treffen – soweit alle geimpft oder von einer Corona-Infektion genesen sind. Sind Menschen dabei, die weder geimpft noch genesen sind, galten bereits vorher strengere Regeln: Dann darf sich ein Haushalt mit maximal zwei weiteren Menschen treffen.

Kontrollieren müssen diese Regelungen, wie schon in früheren Phasen der Pandemie, die Polizei und die Ordnungsämter. Und das werden sie auch tun – zumindest stichprobenartig. „Das Ordnungsamt der Universitätsstadt Marburg kontrolliert die Einhaltung der Corona-Regelungen sowie alle Regelungen in ihrem sonstigen Aufgabengebiet selbstverständlich weiterhin mit allen verfügbaren Kräften“, teilte die Pressesprecherin der Stadt, Birgit Heimrich, auf Anfrage der OP mit.

„Bei Ansammlungen von kleineren Gruppen im öffentlichen Raum kontrollieren die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Einhaltung der verschärften Kontaktbeschränkungen stichprobenartig“, erläuterte Heimrich. „Treffen sie auf größere Gruppen von mehr als zehn Personen, wird die Gruppe aufgefordert, sich zu zerstreuen beziehungsweise aufzulösen.“ Sie fügt hinzu: „Zudem gibt das Ordnungsamt dann auch die Personalien an den Landkreis zur Einleitung von Ordnungswidrigkeitsverfahren weiter.“ Mit anderen Worten: Wer sich mit größeren Gruppen in der Öffentlichkeit trifft und erwischt wird, muss auch mit einem Bußgeld rechnen.

Dringende Empfehlung im privaten Bereich

Allerdings, das fügt die Sprecherin der Stadt hinzu, sei eine „durchgängige flächendeckende Kontrolle in der gesamten Stadt und all ihren Stadtteilen“ nicht leistbar. Die Stadt appelliere daher weiterhin an das Verantwortungsbewusstsein und die Vernunft der Bürgerinnen und Bürger. „In Marburg wurden damit bislang im Großen und Ganzen auch gute Erfahrungen gemacht“, sagt Heimrich.

Auch die hessische Landesregierung verlässt sich zumindest zum Teil auf das Verantwortungsbewusstsein der Menschen: Während die Kontaktbeschränkungen im öffentlichen Raum – etwa auf der Straße – rechtlich bindend sind, spricht das Land für den privaten Bereich nur eine „dringende Empfehlung“ aus. Wer also meint, trotz Corona zuhause scharenweise Besuch empfangen zu müssen, wird deshalb nicht bestraft.

So hat es die Landesregierung auch schon gehalten, als während der Lockdowns noch deutlich strengere Beschränkungen galten. Denn Privatwohnungen sind durch das Grundgesetz besonders geschützt und zudem schwer zu kontrollieren. Szenen, bei denen die Polizei von Tür zu Tür gehen und die Personen zählen würde, wollte die Landesregierung vermeiden.

Im öffentlichen Raum gibt es zudem Ausnahmen von den Kontaktbeschränkungen: für Kinder unter 14 Jahren und Menschen, die aus medizinischen Gründen nicht geimpft werden dürfen.

Von Stefan Dietrich

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