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Marburg Nils Löser übernimmt Kappen Haustechnik
Marburg Nils Löser übernimmt Kappen Haustechnik
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19:00 04.07.2020
Gehen nach der gelungenen Fusion gemeinsame Wege: Nils Löser (links) und Matthias Kappen. Quelle: Andreas Schmidt
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Marburg

In dem Raum, der an Nils Lösers Büro angrenzt, wird gewerkelt. „Dort ist gerade Baustelle, denn wir brauchen ja ein weiteres Büro“, sagt der Inhaber des Meisterbetriebs Nils Löser Haustechnik. Denn dort soll Matthias Kappen sitzen – der bisherige Chef von Kappen Haustechnik hat seinen Betrieb mit dem von Löser fusioniert. Und das habe nichts mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu tun, wie es in Marburg bereits die Runde mache.

„Wir arbeiten schon ungefähr ein Vierteljahr zusammen“, sagt Löser. Wie kam es dazu? Mir sind innerhalb von sechs Monaten vier gute Leute abgesprungen“, sagt Matthias Kappen: Einer besuche die Meisterschule, einer sei von der Universität abgeworben worden, einer habe bei der Gemeinde Ebsdorfergrund angefangen – und der Vierte ging nach Wuppertal, „zurück in seine alte Heimat“. Letztlich habe Kappen jede Menge Aufträge gehabt – aber nicht mehr genügend Mitarbeiter, um diese zeitnah abzuarbeiten, „so, wie unsere Kunden das gewohnt sind“.

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Kappen und Löser kennen sich schon lange. „Wir haben uns über die Situation unterhalten“, sagt Löser, der auch Obermeister der Marburger Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik-Innung ist. „Um auszuhelfen, habe ich zunächst mit meinem Team Notdienste übernommen“, sagt Nils Löser. Die Zusammenarbeit habe sich weiterentwickelt und beiden sei klar geworden, dass sich an der personellen Situation so schnell nichts ändern werde. Die logische Schlussfolgerung: Eine Fusion – Kappen Haustechnik wird von der Nils Löser Haustechnik übernommen, Matthias Kappen und sein Team komplett von Löser eingestellt. Es offenbart sich ein Problem, das nicht nur in der SHK-Branche vorherrscht: Weder Fachkräftemangel noch demografischer Wandel sind graue Theorie. „Das ist real und längst bei uns angekommen“, sagt Nils Löser.

Fachkräftemangel ist real

Es habe über viele Jahre hinweg ein Ausbildungsdefizit gegeben, „entsprechend sind auch nicht viele Fachkräfte nachgekommen“. Das habe auch dazu geführt, dass der Altersdurchschnitt in den Firmen gestiegen sei. Das führe wiederum dazu, „dass die älteren Kollegen gesundheitlich etwas eingeschränkter sind und nicht mehr auf die Baustellen können oder wollen“ – ein Teufelskreis.

Kappen und Löser haben beide viel Wert auf Ausbildung gelegt, die jetzt auf 24 Mitarbeiter vergrößerte Firma kommt auf insgesamt acht Azubis. „Und dann gilt es, die Leute nach der Ausbildung auch zu halten“, sagt Matthias Kappen. Das SHK-Handwerk biete jede Menge Entwicklungschancen, gerade auch vor dem Einsatz neuer Heizsysteme und regenerativer Energien. „Wer eine spannende Herausforderung sucht, kann sich gerne melden – wir suchen weiter Personal.“

von Andreas Schmidt