Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Marburg Musik erklingt wieder im Konzertsaal
Marburg Musik erklingt wieder im Konzertsaal
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:58 06.10.2020
Joseph Moog wird Werke von Ludwig van Beethoven spielen. Quelle: Thorsten Richter/Archiv
Anzeige
Marburg

Mitglieder und Abonnenten haben bereits per Brief Informationen über die neue Saison des Marburger Konzertvereins erhalten. Am Mittwoch, 7. Oktober, beginnt dann der Vorverkauf.

„Wir möchten Ihnen und allen musikbegeisterten Menschen wieder Konzerte anbieten und Musik persönlich und im Konzertsaal erlebbar machen“, schreibt Dr. Katrin Hensel, Vorsitzende des Konzertvereins. „Gleichzeitig wollen wir auf diesem Wege den von der Corona-Krise hart getroffenen Künstlerinnen und Künstlern zu Auftrittsmöglichkeiten verhelfen.“

Anzeige

Für die Planung der Spielzeit 2020/2021 bauen Hensel und ihr Team auf den Erfahrungen auf, die sie Ende August mit dem Konzert des Klavierduos Tal & Groethuysen gemacht haben. Diese hatten das aus dem März verschobene Programm zwei Mal gespielt: um 17 und 20 Uhr.

Diese Taktung soll auch in den zehn Konzerten, die bis Mai geplant sind, beibehalten werden. Jedes Konzert wird etwa eine Stunde dauern und pausenlos über die Bühne des Erwin-Piscator-Hauses gehen. Zugelassen sind jeweils knapp 200 Zuhörer, die erst, wenn sie ihre Plätze eingenommen haben, den Mund-Nasen-Schutz abnehmen dürfen.

Start ist am 24. Oktober

Los geht es am Samstag, 24. Oktober. Bevor die Corona-Pandemie alles auf den Kopf stellte, durfte sich das Publikum auf Antonín Dvoráks Cellokonzert und eine Brahms-Sinfonie freuen. Schade, dass es dazu nun nicht kommt. Aber ein Glück ist es, dass der Cellist Maximilian Hornung wenigstens Joseph Haydns erstes Cellokonzert, dazu das Konzert für Cello und Streicher des zeitgenössischen georgischen Komponisten Vaja Azarashvili spielt, begleitet von einer Kammerorchester-Abordnung der Jenaer Philharmonie, die das Programm mit Leos Janáceks „Idylle“ für Streichorchester abrundet.

Am Sonntag, 22. November, geht es weiter mit dem Monet-Quintett, das bereits 2015 und 2018 in Marburg zu Gast war. Die fünf jungen Bläser spielen ein reizvolles Programm mit vorwiegend französischer Musik.

Damit der Jubilar des Jahres, Ludwig van Beethoven, doch noch zu seinem 250. Geburtstag gewürdigt werden kann, erklingen am Samstag, 5. Dezember, zwei seiner Sinfonien – allerdings in Bearbeitungen. An diesem Tag wird es auch zwei unterschiedliche Programme geben.

Zwei Termine noch nicht besetzt

Ab 17 Uhr kombiniert der Pianist Joseph Moog, der das Marburger Publikum bereits vor einem Jahr begeisterte, Beethovens originale Klavier-Phantasie op. 77 mit Franz Liszts Bearbeitung der sechsten Sinfonie, der „Pastorale“. Und ab 20 Uhr spielt Moog die „Pathetique“-Sonate in Verbindung mit der vierten Sinfonie, die Johann Nepomuk Hummel für Klavier, Flöte, Violine und Cello bearbeitet hat. Der Pianist musiziert dann gemeinsam mit Solisten der Deutschen Radiophilharmonie Berlin.

Im neuen Jahr sind noch zwei Termine offen, was die Besetzung angeht: 10. Januar und 5. März. Freuen darf sich das Publikum jedoch auf drei hochkarätig besetzte Kammermusik-Programme: Am Samstag, 23. Januar, spielen das Atos-Trio und die Pianistin Pauline Sachse unter anderem das A-Dur-Klavierquartett von Brahms.

Am Samstag, 20. März, gastiert das Signum-Quartett unter anderem mit Franz Schuberts Streichquartett „Der Tod und das Mädchen“. Und am Freitag, 7. Mai, beendet das Busch-Trio die Spielzeit unter anderem mit Dvoráks „Dumky“-Trio, mit dem das Londoner Klaviertrio auch schon bei den Eckelshausener Musiktagen brillierte. Es holt damit seinen in der vergangenen Konzertverein-Saison krankheitsbedingt abgesagten Auftritt nach.

Fragezeichen hinter Sinfoniekonzerten

Auch ein Kinderkonzert mit der Jungen Marburger Philharmonie soll es wieder geben: am Sonntag, 14. März, ab 15 Uhr.

Großes planen Hensel und ihre Vorstandskollegen für Samstag, 20. Februar, und Sonntag, 25. April: zwei Sinfoniekonzerte. Die Nordwestdeutsche Philharmonie soll mit dem Bariton Benjamin Appl nach Marburg kommen, um Gustav Mahlers „Lieder eines fahrenden Gesellen“ zu interpretieren, dazu die „Tragische Ouvertüre“ von Brahms und Robert Schumanns zweite Sinfonie. Das Liepâja Symphony Orchestra will die dritte Sinfonie von Brahms und das zweite Violinkonzert von Sergej Prokofjew spielen – aus Anlass seines 130. Geburtstages.

Ob diese beiden Konzerte in dieser Form möglich sein werden, steht allerdings noch in den Sternen und ist davon abhängig, ob für Konzertveranstalter weitere Lockerungen der Pandemie-Vorschriften ermöglicht werden.

Weitere Infos auf www.marburger-konzertverein.de

Von Michael Arndt