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Marburg Kirschblüte als Magnet für Fotografen
Marburg Kirschblüte als Magnet für Fotografen
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10:00 22.04.2022
Die Stresemannstraße ist ein beliebtes Selfie-Motiv auch für die beiden Medizinstudierenden Sarah und Luca.
Die Stresemannstraße ist ein beliebtes Selfie-Motiv auch für die beiden Medizinstudierenden Sarah und Luca. Quelle: Nadine Weigel
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Marburg

Es ist wieder soweit: Die japanischen Zierkirschen in der Stresemannstraße im Marburger Südviertel blühen. Eine ganze Straße präsentiert sich in Rosarot. Viele Marburger haben jetzt einfach Spaß, die Straße entlangzulaufen und in der Blütenpracht zu schwelgen. Es ist ein wunderbares Meer aus Blüten und Farben.

Und natürlich ist die Kirschblüte in der Stresemannstraße auch ein beliebtes Fotomotiv für Hobbyfotografen. Mittlerweile hat die „Kirschblüten-Mania“ auch einen Teil der „Instagram-Community“ erfasst, sodass auch Influencer von außerhalb nach Marburg reisen und mit ihren Handys Fotos erstellen, die sie dann in sozialen Netzwerken posten.

Die meisten Bäume waren ein Geschenk des damaligen japanischen Generalkonsuls Dr. Tadao Araki an die Stadt Marburg. Anlässlich der Japan-Woche 1989 in Marburg spendete Araki, der kurzzeitig sogar in Marburg studiert und bei Wolfgang Abendroth promoviert hatte, der Stadt Marburg 200 junge Kirschbäume. Die Stadtverantwortlichen nahmen das Geschenk dankbar an. Ein Teil der Bäume wurde unter den Marburgern verlost, ein anderer Teil wurde vom Garten- und Friedhofsamt hochgepäppelt und in der Stresemannstraße eingepflanzt. Mittlerweile bieten die japanischen Nelken-Zierkirschen der Sorte „Kanzan“ vor allem in der Stresemannstraße immer Ende April oder Anfang Mai einen besonderen Blickfang für alle Marburger oder Marburg-Besucher.

Tourismus-Managerin denkt über Kirschblütenfest nach

Doch was wäre eine solche japanische Zierkirschen-Allee ohne ein richtiges Kirschblütenfest (Hanami) im Stil der Vorbilder aus Japan? Diese Idee hat sich der mit der Japanerin Yasuko Tsuruki liierte Marburger Jörg Chylek auf seine Fahnen geschrieben. Auf Anfrage der OP zeigte sich die neue Marburger Tourismus-Managerin und Chefin der „Marburg Stadt und Land Tourismus GmbH“ (MSLT) Cornelia Dörr jetzt begeistert von Chyleks Idee, über die die OP schon im vergangenen Jahr berichtet hatte.

Dabei sollten auch alle Mitglieder der japanischen „Community“ mit einbezogen werden, um ein nettes Begleitprogramm anzubieten, meint Dörr.

Sie hat sich jedenfalls vorgenommen, gemeinsam mit den Verantwortlichen des Stadtmarketings bis Ende dieses Jahres in eine mögliche Detailplanung zu gehen.

Kirschblütenfeste

Die japanische Kirschblüte ist eines der wichtigsten Symbole der japanischen Kultur. Sie steht für Schönheit, Aufbruch und Vergänglichkeit. Die Zeit der Kirschblüte markiert einen Höhepunkt im japanischen Kalender und den Anfang des Frühlings.

In Marburg könnte im kommenden Jahr das erste Marburger Kirschblütenfest gefeiert werden. Andere deutsche Städte sind übrigens schon weiter als Marburg: So gibt es in Hamburg, das eine Städtepartnerschaft mit der japanischen Stadt Osaka vorweisen kann, seit 1968 jährlich ein Kirschblütenfest mit Feuerwerk an der Außenalster.

Sogar eine Kirschblütenprinzessin wird alle zwei Jahre in Hamburg gewählt. Sie fungiert dann als Sonderbotschafterin der Stadt Hamburg bei besonderen Anlässen in Japan. Und auch in der freundschaftlich mit der japanischen Stadt Hiroshima verbundenen Stadt Hannover gibt es jedes Jahr ein Kirschblütenfest.

In Japan gibt es zur Kirschblüte Hanami-Feste, die mit reichlich Sake und Bier gefeiert werden. Auch Hamburg und Hannover feiern nach japanischem Vorbild die Kirschblüte.

Dabei ist sich Dörr dessen bewusst, dass die Terminfindung für ein solches Kirschblütenfest wegen der Wetter-Unwägbarkeiten der Kirschblüte nicht ganz einfach ist. Wohl erst Anfang April könne man den genauen Termin für ein Festwochenende des Marburger Kirschblütenfestes ankündigen – entweder an einem der letzten beiden April-Wochenenden oder am ersten Wochenende im Mai.

Ideen für ein Rahmenprogramm mit Wettspielen oder „Instagram“-Aktionen hätte Dörr einige. Zum Thema Kirschblüte pflege die MSLT übrigens seit Jahren auch einen engen Austausch mit aktiven Usern in den sozialen Medien.

Von Manfred Hitzeroth

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