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Marburg Marburger „Hussel“-Filiale ist geschlossen
Marburg Marburger „Hussel“-Filiale ist geschlossen
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18:16 15.12.2020
Eine Passantin steht vor der geschlossenen Hussel-Filiale in der Marburger Oberstadt. Quelle: Foto: Andreas Schmidt
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Marburg

Am letzten Tag vor dem Lockdown in der Oberstadt: Passanten schlendern an der Filiale des Süßwarenhändlers Hussel vorbei – und wundern sich: Kein Licht, keine Passantenstopper, die Filiale ist geschlossen. Ein potenzieller Kunde drückst sich die Nase an der Eingangstür platt, späht in den Laden - „ist schon ausgeräumt“, sagt er, bevor er schulterzuckend weitergeht.

An der Tür hängt ein Schild mit einem Herzen. „Bleiben Sie gesund! Besuchen Sie uns bald wieder. Wir freuen uns auf Sie“, steht darauf. Doch dazu wird es nicht mehr kommen. Denn es sind bittere Nachricht für Süßigkeiten-Liebhaber: Eine Mitarbeiterin der Filiale, die namentlich nicht genannt werden möchte, erzählt, dass das Geschäft nicht mehr öffnen wird. Eigentlich sei die Schließung erst mit Beginn des Lockdowns geplant gewesen – warum es nun bereits früher so gekommen ist, weiß sie nicht.

Fakt ist aber: Auch, wenn der Einzelhandel kommendes Jahr wieder öffnen darf, ist Hussel nicht mehr da. Denn nach 41 Jahren ist Schluss. „Wir sind eines des Corona-Opfer“, sagt die Mitarbeiterin. Zum Glück seien sie und ihre Kolleginnen alle bis auf eine in anderen Geschäften untergekommen. „Aber es ist schon schade. Denn Hussel gehört einfach zur Oberstadt“, findet sie. Gestern Nachmittag war bereits eine Mitarbeiterin des Vermieters dabei, die Schaufenster auszumessen.

Doch warum ist die Filiale dicht? Aus der Firmenzentrale des Unternehmens Arko, das den Süßwarenhändler Hussel in 2018 geschluckt hatte, gab es gestern keinen Kommentar. 2016 hatte Arko bereits vom Kaffeeröster Darboven 35 Fachgeschäfte der Marke Eilles übernommen. Durch den Zusammenschluss der drei Marken Arko, Eilles und Hussel sollte seinerzeit den Angaben zufolge Europas größtes Confiserie-Fachhandelsunternehmen mit rund 2 000 Mitarbeitern sowie 450 Standorten in Deutschland, Österreich, Tschechien und Portugal entstehen. Hussel wurde 1949 in Hagen gegründet und war 2018 mit 210 Filialen mit Schwerpunkt im Süden und Westen Deutschlands vertreten. Das Unternehmen hatte bei der Übernahme durch Arko knapp 1 200 Mitarbeiter, hieß es damals. Die Zahl schrumpft indes: So ist bereits angekündigt, dass die Filiale in Bad Kreuznach schließen wird, die Zentrale in Hagen hat Hussel bereits dieses Frühjahr verlassen.

Von Andreas Schmidt

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