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Marburg Hafenfest unter Corona-Bedingungen
Marburg Hafenfest unter Corona-Bedingungen
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08:00 03.08.2021
Der Aufbau zum Hafenfest 2021 ist in vollem Gange.
Der Aufbau zum Hafenfest 2021 ist in vollem Gange. Quelle: Nadine Weigel
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Marburg

Achterbahn, Kettenkarussell und der Duft von Bratwurst oder Langos: Was viele Menschen in den vergangenen Monaten vermisst haben, weil Volksfeste und Märkte Corona-bedingt ausfallen mussten, das sollen sie beim Marburger Hafenfest ab Freitag (6. August) auf den Lahnwiesen wieder erleben können. Selbstverständlich mit Hygiene-Konzept, also mit ausreichend Abstand, Einlasskontrolle und begrenzter Besucherzahl.

„Es wird dem einen oder anderen ein bisschen komisch vorkommen“, sagt Veranstalter Adi Ahlendorf vom Schaustellerbetrieb Ahlendorf und Söhne, „weil die Fahrgeschäfte weit auseinanderliegen. Das ist natürlich gewollt – für die Gesundheit unserer Besucher.“

Das Volksfest findet am Cineplex-Kino, auf dem Elisabeth-Blochmann-Platz und den Lahnwiesen statt. Über 675 Meter sollen sich die insgesamt 34 Buden und Fahrgeschäfte nach Ahlendorfs Angaben am Lahnufer erstrecken, immer mit ausreichend Abstand und nur auf einer Seite des Weges.

Toni Ahlendorf freut sich, dass er nach so langer Corona-Zwangspause endlich wieder seiner Passion nachgehen kann. Besonders stolz ist er auf sein neues Wirtshaus, das auf zwei Etagen rund 200 Quadratmeter Platz bietet. Quelle: Nadine Weigel

Und nicht nur geografisch ist das Volksfest gestreckt worden, sondern auch zeitlich – es dauert diesmal nicht nur eine halbe Woche, sondern vom 6. bis zum 15. August. Das Festival-Gelände ist abgesperrt und über ein Ampelsystem zugänglich. Der Eintritt kostet einen Euro, es findet eine Einlass-Kontrolle über die Luca-App zur Kontaktnachverfolgung statt.

Das alles dient dem Ziel, die Zahl der Menschen auf dem Gelände zu begrenzen. Deshalb versuchen die Schausteller diesmal auch nicht, mit einem besonders günstigen Angebot zum Auftakt Menschenmassen anzulocken – bei früheren Festen gab es eine Stunde lang alle Fahrgeschäfte für einen Euro. „Wir können so eine Aktion derzeit nicht machen“, bedauert Adi Ahlendorf.

Fahrgeschäfte, Angebote für Kinder und Livemusik

Nach derzeitigem Stand sollen 1 500 Menschen gleichzeitig hineindürfen, erläutert Ahlendorf, die Zahl könnte aber auch bei steigender Inzidenz noch gesenkt werden. Nicht nur für das gesamte Gelände gibt es ein Hygienekonzept und einen Sicherheitsdienst, auch die Betreiber der einzelnen Buden und Fahrgeschäfte müssen darauf achten, dass Abstandsregeln eingehalten werden. „Es wird alles getan, was die Sicherheit vor Corona erhöhen kann“, betont der Schausteller. Am Eingang, der am Gerhard-Jahn-Platz ist, könnte es daher auch mal passieren, dass Besucher warten müssen, wenn die Ampel rot zeigt. Der Ausgang soll lahnaufwärts am Bolzplatz sein, zu Gegenverkehr soll es möglichst nicht kommen.

„Getestet, geimpft, genesen, wieder draußen und mit Abstand gesellschaftliches Leben genießen. Dazu lädt das Marburger Hafenfest ein, sofern die Fallzahlen es zulassen“, sagt Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies. „Ich freue mich darauf!“ Spies wird das Fest am Freitagnachmittag eröffnen. Auf dem Programm zwischen dem 6. und 15. August steht täglich von 13 bis 22 Uhr „Volksfesttreiben“ mit Fahrgeschäften. Highlights vor allem für jugendliche Besucher sind laut Ahlendorf eine Achterbahn und zwei Fahrgeschäfte namens „Frisbee“ und „Takeoff“, in denen man wenige Sekunden Schwerelosigkeit erleben kann.Auch Autoscooter und Bungee-Jumping sind dabei. Für Kinder wird es eine Eisenbahn, ein Kinderkarussell und Spielgeschäfte sowie ein „richtig altes Kettenkarussell“ geben. Täglich von 15 bis 21 Uhr wird auf den Bühnen außerdem Livemusik und andere Unterhaltung geboten.

Lange Durststrecke für Schausteller-Branche

Nicht nur für die Besucher wird es etwas Besonderes sein, dass das Hafenfest nun wieder stattfinden kann, nachdem es im vergangenen Jahr ausfallen musste. Auch für die Ahlendorfs ist es die erste größere Veranstaltung seit Beginn der Corona-Pandemie. Adi Ahlendorf bedeutet es viel, „dass man wieder etwas machen kann“. Finanziell bringe ihm das zwar nichts, weil er die Einnahmen von der Überbrückungshilfe abgezogen bekomme, sagt der Schausteller. Und die Haupteinnahmequelle des Familienunternehmens, das Zeltgeschäft, sei jetzt nicht möglich – aber draußen im Freien sei die Gefahr gering. „So eine Veranstaltung zu organisieren, ist immer umfangreich und nervenaufreibend – aber unter Corona-Bedingungen ist es noch aufwendiger“, sagt Adi Ahlendorf. „Aber es ist wichtig zu zeigen, dass etwas gehen kann – ein Stück normales Leben soll wieder stattfinden.“

Die Stadt schreibt in der Einladung zur Veranstaltung, bei steigender Inzidenz könne die Veranstaltung auch kurzfristig abgesagt werden. Ahlendorf hofft hingegen, dass die weitere Entwicklung auch im Rest des Jahres noch Veranstaltungen zulassen wird. „Wir hoffen, dass die Zahlen unten bleiben“, sagt er. Seinen Teil will er mit den Vorsichtsmaßnahmen beim Hafenfest dazu beitragen.

Blick ins Hafenfest-Programm

Offiziell eröffnet wird das Hafenfest am Freitag um 15 Uhr im Biergarten auf dem Festgelände von Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies mit Vertreterinnen und Vertretern des Magistrats und der Stadtteilgemeinden.

Zum Auftakt sind am Freitag und Samstag zwischen 16 und 17 Uhr junge Bands und Solokünstler aus der Region zu hören.

Am ersten Hafenfest-Wochenende treten auf der „Sommerstadtbühne“ folgende Künstlerinnen, Künstler und Bands auf:

Freitag von 18.30 bis 20.30 Uhr: Singer-Songwriter Peter Volland.

Samstag von 15 bis 15.30 Uhr: Sängerin Chantel;

16 bis 17.15 Uhr: Gypsy-Jazz-Formation „Bloody Merry“;

18.30 bis 21 Uhr: „Bobtown Cats“ (Rock und Rockabilly).

Sonntag von 15 bis 16 Uhr: Jonglage und Seifenblasenshow von Iryna Chaplin sowie Musik von Singer-Songwriterin Alexandra;

17 bis 18.15 Uhr: Singer-Songwriterin Nicole Jukic im Duo;

19 bis 20.30 Uhr: Singer-Songwriter Samuel Bos.

Am Freitag, 13. August, findet von 12 bis 14 Uhr der Hafenfest-Brunch mit kostenlosem Essen für Obdachlose und Bedürftige in Zusammenarbeit mit der Marburger Tafel statt.

Von Stefan Dietrich