Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Marburg Händler möbeln Wochenmarkt auf
Marburg Händler möbeln Wochenmarkt auf
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:22 29.06.2019
Tischlein deck dich – Ruhebänke sollen den Besuchern des Südviertelmarktes als Treffpunkt dienen. Es ist das erste Projekt der Marktgemeinschaft rund um Gerlinde Mohr (von links), Wolfgang Beyse, Manuel Schwenzfeier, Arno Görlich und Harry Kull. Quelle: Ina Tannert
Marburg

Einkaufen mit Erlebnis-Faktor und Frühstückstreff? Den Besuchern des Wochenmarktes in der Frankfurter Straße stehen neuerdings mehrere Sitzgelegenheiten, Tische und Bänke zwischen den Ständen zur Verfügung.

Als kleine Ruhepole mitten im geschäftigen Treiben sollen sie zum Verweilen einladen. Das neue Angebot ist ein Baustein hin zu einem Wochenmarkt mit kleinem Event-Charakter.

Der Markt will sich zwar nicht gänzlich neu erfinden, jedoch mit der Zeit gehen, mit neuen Angeboten die Besucher binden. „Wir möchten unsere Nähe zum Kunden weiter ausbauen und den Markt mit neuen Aktionen bereichern und stärken“, sagt Gerlinde Mohr.

Gremium sammelt Ideen

Lange Jahre schon ein Thema, haben sich die Beschicker des Wochenmarktes nun zu einer Marktgemeinschaft zusammengeschlossen. Als „Sprachrohr“ der Gemeinschaft wurde ein fünfköpfiges Sprecher-Team gewählt, bestehend aus Gerlinde Mohr, Harry Kull, Arno Görlich, Wolfgang Beyse und Manuel Schwenzfeier.

Ihr Ziel: „Die Interessen der einzelnen Händler mit den Bedürfnissen der Kunden in Einklang bringen“. Das etwa, indem die Besucher die Möglichkeit haben, sich ihr Frühstück an den Ständen zusammenzusuchen und dann an den neuen Tischen zusammenzukommen. „Davon haben alle etwas“, sagt Mohr. Weitere Ideen für die Zukunft gebe es viele.

Marktgemeinschaft will beteiligt werden

Generell solle der in den 1950er-Jahren gegründete Wochenmarkt als „schützenswerte­ Institution“ gestärkt werden. „Rund 30 Stände verbinden hier Tradition mit Moderne“, sagt Mohr. Und ihren Markt möchten sie künftig stärker mitgestalten, auch durch eine enge Zusammenarbeit mit den zuständigen städtischen Behörden.

Die Marktaufsicht über die Marburger Märkte hat laut Marktsatzung der Magistrat durch das Ordnungsamt. Der bestimmt auch, wenn sich neue Beschicker bewerben. An Entscheidungen möchte die Marktgemeinschaft beteiligt werden, generell alle Händler als Einheit repräsentieren. „Wir halten zusammen, wir sind Wettbewerber, keine Konkurrenten“, betont Görlich.

„Teil der Stadtteilkultur des Südviertels“

Davon abgesehen, müsse heute auch ein klassischer, gezielt analoger Wochenmarkt auf Entwicklungen, auf Digitalisierung wie Onlinehandel reagieren: Neben einer eigenen geplanten Homepage will die Marktgemeinschaft aktuelle Themen aufgreifen – von Regionalität bis Klimawandel. Etwa das viel diskutierte Thema Verpackung und plastikfreies Einkaufen.

„Seit Urgroßvaters Zeiten ist es auf dem Wochenmarkt möglich, eigene Verpackungen im Rahmen der hygienischen Vorschriften mitzubringen“, sagt Mohr. Solange der Behälter der Kunden den durch Hygieneregeln abgesicherten Stand-Bereich nicht berühre, gebe es keine Probleme. Das geschehe ­etwa durch Tabletts, auf den der Behälter übergeben werde.

Über solche und weitere Themen möchten die Sprecher stärker aufklären und ihren Markt voranbringen. Denn der sei „nicht nur Einkaufsplatz, sondern Teil der Stadtteilkultur des Südviertels“.

von Ina Tannert